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27.06.2016

BjoernSunshine

Brexit vs FKK: Sind Freiheit und Gemeinschaft unvereinbar?

Der Brexit befreie England von den Fesseln der EU, argumentierten die Separatisten. Immer wenn sich Menschen von einer Gemeinschaft abspalten wollen, wird mit das Wort "Freiheit" bemüht. Ist Freiheit innerhalb einer Gemeinschaft heute nicht (mehr) möglich?

Nicht nur Staaten spalten sich ab, sondern auch freiheitsliebende Menschen. Am Werdinseli wurden letztes Jahr Schilder montiert, um den FKK-Bereich vom Rest der Insel abzutrennen. Am Katzensee steht seit sechs Jahren eine Bretterwand. Und in jedem Schwulenclub, in dem noch kein absolutes Sexverbot ausgesprochen wurde, muss zumindest ein dicker, schwarzer Vorhang die guten angezogenen Gays von den bösen nackten Gays trennen.

Für viele Briten gaben hohe Steuern, Ausländer und Behördenbürokratie den Anlass für eine Abspaltung. Die EU galt als Gruppenzwang von dem man sich befreien wollte. Am Werdinseli wollten sich Nacktbadende von den Familien abgrenzen, die immer wieder in den schwulen Teil der Insel kamen, um ihre Moralpredigten zu deponieren. In den Clubs trennt man Tanz und Erotik ebenfalls ab und viele Gays gehen schon gar nicht mehr an Parties, weil die ultimative Freiheit für sie eine Handy-App darstellt, die unabhängig von Öffnungszeiten und Hausordnungen private Sexdates vermittelt.

Der Zusammenhang ist offensichtlich: Je weniger Menschen, umso grösser die Freiheit. Oder je grösser die Gruppe um so grösser der Gruppenzwang. Wäre das ideal freiheitliche Leben also eine einsame schwarze Box? Natürlich mit WLAN und Rädern, aber ohne Staatszugehörigkeit, ohne Fenster, ohne Moralvorschriften, ohne Beziehungsstress. Niemals müsste man mehr mit Mitarbeitern oder Nachbarn reden, könnte jederzeit hinfahren, wohin man will, und wenn man mal Lust hat, mit irgendjemandem abmachen und kurz zwei Boxen aneinanderkoppeln, ficken und wieder ohne Rücksicht auf andere Bedürfnisse zwanglos davongleiten...

Viele Gays praktizieren diese Form von Freiheit ja schon heute. Und sind unglücklich damit. In einer Umfrage gaben 50% von euch an, Single zu sein, aber nur 7% wünschen sich ein Single-Leben. Warum?

Ich vermute, weil der moderne Mensch egozentrisch und beziehungsunfähig geworden ist. Die EU-Kommission politisiert im Interesse internationaler Grosskonzerne am Volk vorbei, toleriert keine regionalen Unterschiede und betreibt Gemeinschaftssinn mit der Dampfwalze. Die Nationalisten andererseits sind nicht bereit, ihren Beitrag an eine Gemeinschaft zu entrichten. Genauso läuft es beim Thema Erotik in den Schwulenclubs, beim Streit mit den Nachbarn oder in der Partnerschaftsbeziehung. Ein Übermass an Ego trifft auf ein Manko an Toleranz.

Die Politik bringt fast immer nur 2 Antworten: Mehr Verbote oder höhere Mauern. Entweder du packst den Schwanz in die Hose oder du verlässt die Party. Unterordnung oder Exit.

Es geht aber auch anders: Toleranz bedeutet, in der Gemeinschaft zu leben, ohne von seinen Partnern eine identitätsvernichtende Anpassung zu fordern. Jeder sollte seine eigene Identität leben dürfen, sie aber niemandem aufzwingen und anderen in der Gemeinschaft ebenfalls Freiheit zugestehen.

Grossbritannien, wo die viele für den Brexit stimmten, weil fast eine Million Polen ins Land drängten, hat nur gerade 7.9% Ausländer. In der Schweiz sind es 25%. Ich habe kein Problem damit, wenn mir eine Frau mit Burka begegnet. Ich habe kein Problem damit, in einem bunten Vielvölkerstaat zu leben. Zumindest solange auch mir das Recht zugesteht, meine Freiheit auszuleben und ohne Bretter-Schamwand nackt in den See zu springen.

Dass Gemeinschaft auch ohne Einschränkung des Individuums möglich ist, beweist das Burning Man Festival jedes Jahr in den USA und die Burner Community weltweit. Und was dabei zustande kommt, ist so viel schöner als jeder Egotrip in einer mobilen Blackbox mit WLAN!

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