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05.02.2015

BjoernSunshine

Burning Man 2015 - Registration starts at February 11

Keine Frage, dass wir auch dieses Jahr wieder dabei sind. Beim wohl staubigsten, kreativsten und fantastischsten Event der Welt in Black Rock City, Nevada.

Falls du noch nie vom Burning Man Festival gehört hast: Hier sind unsere Bilder. Etwas vom tollsten, das man erleben kann. Jedoch nicht geeignet für Sissys, denen ohne Haarspray und iPhone schon die Finger zittern.

Das Festival dauert vom 30. Juli bis 7. September 2015.

Die Ticket-Registrierung ist vom 11. -14. Februar.
Der Ticket-Sale ist am 18.2. und in ca. 20 Minuten sind alle Karten ausverkauft!

www.burningman.org

07.01.2015

BjoernSunshine

In English please?!

We are happy to welcome many new users from UK and America. Even if we are a Swiss based gay community you are welcome to post content in English. Most of our users understand English.

I will write most content about our local gay scene in our mother tongue German. If you need a translation of an article, use Google Chrome Browser to translate the whole website.

I found this provocative picture on the net. What do you think about it?

03.12.2014

BjoernSunshine

Bergheimweh

Eigentlich halte ich ganz und gar nichts von Gewaltdarstellungen im Internet. Aber wenn ich 3 Tage nach dieser supergeilen Party nochmal den total abschreckenden Flyer poste, bei dem mir schon vom Anschauen die Eier weh tun, dann wird das wohl ganz im Sinn des Clubs sein, der ja schon im gesamten Werbekonzept erfolgreich Abschreckung praktiziert.

Die langen Schlangen vor der Tür, der Umstand, dass es nirgends Partyfotos gibt, der alte, abgefuckte DDR-Industriebunker, die legendär unerbittlichen Türsteher... Wer würde schon freiwillig in so einen Club gehen wollen?

Wir.

Tja, irgendwie sind wir Bergheimer (und ich schreibe das hier ganz absichtlich mit M) schon alle ein Bisschen irre Heiminsassen, die wohl eine ziemliche Ecke ab haben müssen, um dieses Loch so zu lieben. Und es wäre auch völlig zwecklos, dies einer Schicki-Micki- oder Grindr-Tunte zu erklären, die die Qualität einer Party an der Hochnäsigkeit der VIP-Area oder an der Handyempfangsqualität zu messen pflegt. Ihr würdet das Berghain nie begreifen - also geht lieber gar nicht erst hin!

Für uns ist das Berghain, das diesen Monat sein 10-jähriges Bestehen feiert, tatsächlich ein Heim geworden, denn hinter der abschreckenden Fassade stecken viele total liebe Berliner Jungs, die wieder zu sehen, wir uns jedesmal wahnsinnig freuen. Wohnzimmer Klobar - Home sweet home! Wenn das verschlissene Sofa Geschichten erzählen könnte...

Der harte Berliner Berghain-Techno Marke Ostgut-Ton ist garantiert nichts für Radio-Chart-Popper aber musikalisch zweifellos top, extrem innovativ und nach meinen Geschmack fast immer hammergeil. Wenn um halb 7 am Sonntagmorgen in Zürich das letzte Personal die Clubs verlässt, dreht Boris im Berghain das Funktion One-System erst richtig auf!

Ich kenne die schwulen Veranstalter von Berghain und Lab zwar nicht persönlich, aber ich find's toll, dass diese noch richtige Eier haben! Snax ist zweimal im Jahr ein Men-Only-Event. Aber auch wenn an normalen Wochenenden Frauen und Heteros Zutritt haben, steht das Berghain kompromisslos dazu, freiheitlich und schwul zu sein. Wenn sich Schwule Jungs mitten auf der Tanzfläche einen blasen oder nackt irgendwo auf einem Sofa ficken, ist das eben schwul. Und das ist in Berlin auch gut so!

In Zürich und vielen anderen Städten richten viele Gay-Veranstalter ihr Konzept mittlerweile an den prüdesten Gästen aus und lassen die Security als Sittenwächter patrouillien (manche behaupten sogar, dass nackte Schwänze schwule Partygäste abschrecken). Die jungen Gays sind in Zürich heute die Verklemmtesten. Im Berghain sind es gerade die attraktiven 30-Jährigen, die in einer Selbstverständlichkeit nackt durch den Club tanzen und überall Sex haben, wo es ihnen gerade einfällt. Schlampenimage? Rücksicht auf Heteros? WTF? Wir gucken doch alle gern Porno! Und Techno ist schliesslich wie für Sex komponiert. Den Berlinern ist das sonnenklar. Den Zürchern kann man nur sagen: Würden nackte Männer wirklich Gäste abschrecken, dann würden die Gäste vor dem Berghain sicher nicht 2 Stunden lang Schlange stehen, um diese geile Luft zu atmen.

Ein Artikel übers Berghain, ohne die Tür zu erwähnen, wäre unvollständig. Zwei Stunden Schlange stehen ohne zu wissen, ob man rein kommt, ist Scheisse. Punkt. Man hört immer wieder von Leuten, die sich willkürlich abgelehnt oder unfreundlich behandelt fühlen. Dass ein strenger Türsteher unverzichtbar ist, weiss jeder, der einen Club wie das Berghain schon von innen erlebt hat. Doch auch wenn die Versuchung gross ist, sich in diesem Job wie ein Gott aufzuführen, gebietet die Professionalität Freundlichkeit und keine klare, nachvollziehbare Linie. Wir können uns jedenfalls nicht beklagen. Bisher (in über 7 Jahren) kamen wir immer rein, wenn auch zuweilen ziemlich durchfroren. Die Organisation an Kasse und Garderobe war früher schon mal mühsam, klappte letztes Wochenende aber doch ganz gut. Ein zweiter Eingang wäre zumindest an Grossevents wie Snax oder CSD trotzdem keine schlechte Idee. Oder wenigstens ein Bisschen O-Ton-Musik mit Glühwein für die Wartenden. Dass Stammgäste die Schlange rechts überholen, mag zwar etwas aufs Gemüt drücken, aber ich finde es deutlich sozialer, Stammgäste zu bevorzugen als Pseudo-VIPs, die sich ihr Erstklassticket nur mit Geld erkaufen.

Auch wenn wir noch immer (ganz gern) in Zürich wohnen und uns einen Trip nach Berlin nur 3-4x im Jahr leisten können - im Herzen bin ich schon lange ein Berliner. Und ich leide an akutem Bergheimweh.

17.11.2014

BjoernSunshine

Homophobie nach Religionen

(Wikipedia) Im Jahre 2007 fragte das Pew Forums on Religion and Public Life im Rahmen der U.S. Religious Landscape Survey Gläubige, ob eine homosexuelle Lebensweise von der Gesellschaft akzeptiert oder abgelehnt werden sollte (der Rest von 6 bis 14 % auf 100 % meinte anderes oder gab keine Antwort). Dabei ergab sich folgende Reihung: Zeugen Jehovas (12 % akzeptieren, 76 % ablehnen), Mormonen (24 % / 68 %), evangelikale Kirchen (26 % / 64 %), Muslime (27 % / 61 %), historisch schwarze Kirchen (39 % / 46 %), Hindus (48 % / 37 %), Orthodoxe Kirchen (48 % / 37 %), Mainline Churches (56 % / 34 %), römisch-katholische Christen (58 % / 30 %), andere Christen (69 % / 20 %), „Ungebunden“ (Atheisten, Agnostiker, sekulare Ungebundene, aber auch religiöse Ungebundene; 71 % / 20 %), Juden (79 % / 15 %), Buddhisten (82 % / 12 %) und andere Glaubensrichtungen (84 % / 8 %). Der Durchschnitt lag bei 50 % Akzeptanz und 40 % Ablehnung. Die auffälligsten Veränderungen finden seit 2007 bei den Mormonen statt, unter anderem auch als Reaktion auf das starke Engagement der Mormonenkirche für ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien.

Buddhisten:
Buddhisten setzen sich nicht mit der Frage nach „richtig“ und „falsch“ auseinander, so dass ein Buddhist kaum je anderen sagen würde, wie sie sich verhalten sollen. Buddha ermutigte vielmehr die Menschen, in ihr Inneres zu sehen und für sich selbst eine Wahrheit zu finden – selbst wenn dies bedeutete, dass sie seine Lehren nicht beachten – und daran ihr eigenes Leben auszurichten.

Juden:
Im orthodoxen Judentum gilt für alle Menschen eine Heiratspflicht. Auch von Menschen mit homosexueller Veranlagung wird eine heterosexuelle Lebensweise erwartet. Da nichtorthodoxe Formen des Judentums ein anderes Verständnis religiöser Pflichten haben, wird Homosexualität dort meist akzeptiert oder aktiv willkommen geheißen.

Christen:
Ein Teil der konservativen Christen, darunter auch römisch-katholische Christen, sehen praktizierte Homosexualität als Sünde und starke gleichgeschlechtliche Anziehung als negativ an. Die römisch-katholische Kirche unterscheidet klar zwischen homosexuellen Neigungen und homosexuellem Tun. Gemäß der römischen Glaubenskongregation ist die homosexuelle Neigung als solche noch nicht sündhaft, während bewusst und frei vollzogene homosexuelle Akte als schwere Sünde angesehen werden. Im Bereich der protestantischen Kirchen gibt es eine große Bandbreite von theologischen Lehrmeinungen und ethischen Positionen zu diesem Thema.

Hindus:
Die vedischen Sanskrit-Schriften akzeptieren das Vorhandensein von Nicht-Heterosexualität ausdrücklich und weisen diesem Teil der Bevölkerung besondere Aufgaben und Funktionen innerhalb der Gesellschaft zu. Erst moslemische und christliche Einflüsse, sowie eine generelle Degeneration des Schriften-Verständnisses, haben zu einer ähnlich homophoben Situation geführt wie in Ländern des Nahen Ostens.

Muslime:
Der Koran enthält keine explizite rechtliche Diskussion der Homosexualität. Trotzdem lehnten alle islamischen Rechtsschulen homosexuelle Handlungen in der Vergangenheit als sündhaft ab. In einer repräsentativen Umfrage der Info GmbH unter Türken in Deutschland im August 2012 äußerten 51 Prozent der Befragten die Überzeugung, dass Homosexualität eine Krankheit sei. In sieben islamischen Ländern kann homosexueller Geschlechtsverkehr bei Männern mit dem Tode bestraft werden: im Jemen, Iran, Sudan (nördliche Landesgebiete), in Saudi-Arabien, Nigeria (nördliche Landesgebiete), Mauretanien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In vielen anderen islamisch geprägten Staaten werden Haftstrafen verhängt, während nur in wenigen islamisch geprägten Staaten wie in Albanien, in der Türkei, in Indonesien und in Jordanien homosexuelle Akte nicht kriminalisiert werden.

Zusammenhang von Religiosität und Homophobie:
In einer empirischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Religiosität und verschiedenen Vorurteilen wurde im Jahr 2007 eine repräsentative Stichprobe von Deutschen nach ihrer selbsteingeschätzten Religiosität („sehr religiös“, „eher religiös“, „eher nicht religiös“, „überhaupt nicht religiös“) gefragt. Die überwiegende Zahl der Befragten gehörte der evangelischen oder katholischen Kirche an. Das Ergebnis der Untersuchung war, dass mit der Religiosität Homophobie deutlich zunahm.

Grafik und weitere Umfrageergebnisse von USA Today
Ecopop-Initiative und Ausländerfrage

Umfrage: Was ist deine Religion und wie religiös bist du?

04.11.2014

BjoernSunshine

Tim Cook - ein schwuler Apfel

Nun hat er sich also offiziell geoutet: Tim Cook, der Apple-CEO. Wir gratulieren ihm und freuen uns. Denn in Anbetracht dessen, dass Apple für viele User nahezu einen religiösen Status geniesst, ist der Fact, dass ihr Oberguru schwul ist, fast schon so schön, als hätte der Papst das gleiche gesagt.

(Wären die iPhones nicht so viel teurer als Bibeln, hätte Apple die katholische Kirche punkto Marktanteil sicher schon überholt)

Cooks Mitarbeiter wussten schon länger von seiner sexuellen Orientierung, aber er drückte sich um ein öffentliches Statement, bis die Gerüchteküche überkochte und ihn quasi dazu nötigte. Tja, wer sich gerne im Scheinwerferlicht sonnt, kann sein Privatleben nicht völlig abschirmen, denn die Menschheit hat ein Recht zu wissen, was für Leute ihre grossen Leader sind.

(Das Apple-Logo erstrahlte übrigens von 1976-1999 in Rainbow-Farben. Angeblich nicht als Hommage an einen schwulen Mitarbeiter sondern nur um zu illustrieren, dass der Apple II schon farbige Grafiken anzeigen konnte.)

Bemerkenswert an Tim Cook's Outing in der Bloomberg Business Week ist dieser Satz:
"I believe deeply in the words of Dr. Martin Luther King, who said: “Life’s most persistent and urgent question is, ‘What are you doing for others?’ ” I often challenge myself with that question, and I’ve come to realize that my desire for personal privacy has been holding me back from doing something more important. That’s what has led me today."

Ein schwules Outing hat für einen Silicon Valley CEO heute wohl kaum noch negative Auswirkungen. Vielleicht wird er nun von der Tea Party oder vom Kreml geschnitten und bekommt dafür Einladungen für schwule Charity Events. Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein Grosser für die homosexuelle Akzeptanz. Solange weltweit noch Gays unter Diskriminierung und Homophobie leiden, brauchen wir Prominente, die öffentlich zu ihrem Schwulsein stehen.

Aber Tim Cook's Zitat von Martin Luther King gilt nicht nur für Promis sondern für jeden (schwulen Applefan):
"Die dringendste Frage des Lebens ist, 'Was machst du für andere?'"

Zusammen mit Grindr und GayRomeo haben gerade die iPhones zu einem extremen Egoismus in der Gayszene geführt. Statt in der schwulen Community Gemeinschaft zu erleben, picken heute alle nur noch für sich selbst die Rosinen aus dem Kuchen und lassen die Szene verrotten. Auch hier bei gaYmeBoys posten trotz vieler Aufrufe zum Mitmachen 99% der User nur Inhalte, die ganz direkt ihrem eigenen Sexlife nützen - an öffentlichen Diskussionen beteiligen sich leider nur sehr wenige.

Tim Cook ist wohl der König der Konsumgesellschaft. Umso mehr möchte ich hier sein Zitat wiederholen: "Was machst du für andere?"

Generation Zombie: Interessieren sich die Jungen nur noch für sich selbst?
Burning Man Festival: Mitmachen statt nur konsumieren
GaYmeBoys sucht Jungs, die aktiv mitmachen wollen

30.09.2014

BjoernSunshine

Urban Nudism - Ein nackter Grieche in Berlin

Michalis Gymnisths ist ein junger Grieche aus Thessaloniki. Er sieht richtig gut aus und ist am liebsten nackt. Und das nicht nur am Strand sondern auch schon mal mitten in der Grossstadt. Warum auch nicht? Nacktsein ist schliesslich das Natürlichste auf der Welt.



Leider sind die meisten Menschen viel verklemmter als Michalis. Sie schämen sich für ihren Körper, weil ihnen Religion und Gesellschaft eingeredet haben, dass Nacktheit unanständig und Anzüge anständig seien. Dabei sind es die Anzugträger, die uns die grössten Lügen auftischen und uns in die Finanzkrise trieben. Die Nackten verbergen nichts unterm Mantel und sind mir schon deshalb viel sympathischer.

Kommt hinzu dass Michalis einen tollen Körper hat und von "öffentlichem Ärgernis" nun wirklich keine Rede sein kann. Und der Typ hat auch noch Mut, steht zu dem was er tut, zeigt sein Gesicht und lässt mit seiner natürlichen Art alle andern alt aussehen. Hut ab. Respekt!

Ein paar Bilder von ihm flatterten schon länger durchs Netz. Nun hat Michalis auch Videoclips auf YouTube gestellt, wie er nackt durch Berlin spaziert, quer über den Alexanderplatz, nackt einkauft, nackt mit der S-Bahn fährt,... Einfach so. Total normal. Die Bilder sind Teil seines Filmprojekts "Urban Nudism".



Einige Leute gucken etwas verwundert - die Aufnahmen entstanden schliesslich im März - aber niemand ist schockiert, niemand kreischt, keiner regt sich auf.

Ich finde Typen wie Michalis toll. Hoffentlich kommt sein Film bald in unsere Kinos. Ich werde auf jeden Fall nackt an die Premiere gehen!

Texas: Polizei führt nackten Festival-Gast ab
CSD Berlin: Nackt und Happy für Freiheit und schwule Rechte
Burning Man Festival: Kunst und Freiheit im Wüstenstaub
La Demence Cruise: Stimmungsvoll aber prüde

Umfrage: Warst du schon mal nackt in der Öffentlichkeit?

08.09.2014

BjoernSunshine

Burning Man 2014 - Staub und Liebe

Eine Woche in einer staubigen Wüste im Westen der USA. Ein absolut fantastisches Erlebnis!

68'000 bekiffte Punks und nackte Hippies, die 7 Tage Party feiern und am Ende eine Holzfigur abfackeln? Burning Man ist viel mehr als das. Burning Man ist vermutlich das grösste Kunstevent der Welt. Angesichts der Kreativität dieses Festivals kann jedes Kunsthaus einpacken. Da trifft man auf Dinge, die man sich in keinem Traum ausmalen kann. Man ist stock nüchtern und fühlt sich wie auf LSD. Wahnsinn!


Zuerst mal landeten wir in San Francisco. Ein Bisschen Sightseeing, den Campervan abholen und dann auf Shoppingtour. Ashbury Heights und Walmarts: Survival Equipment, 2 Fahrräder, 10 Gallonen Wasser und Gatorade, tonnenweise staubdichte Ziploc-Bags, Sonnencreme, Tortilla Chips und Beef Jerky. Dann auf nach Black Rock City, Nevada.

Der Zugang zur Wüstenstadt, die jedes Jahr für eine Woche aufgebaut wird und wieder spurlos verschwindet, zieht sich in die Länge. 6 Stunden verbringen wir auf der Zufahrsstrasse und vor dem Tickethäuschen bei 30 Grad Wüstensonne. Dann endlich gehts rein. Das Begrüssungsritual für Burner Virgins beinhaltet, sich einmal rundum im Staub zu wälzen. Yes, I am a Dust-Punk!

Die "Playa" ist ein ausgetrockneter See, der superfeine Sand fühlt sich an wie Babypuder, ist aber so stark alkalisch, dass hier kein Grashalm wächst. Länger barfuss laufen geht leider nicht. Mein Standardoutfit war nackt mit Socken, und dazu je nach Laune jede Menge verrückte Accessoires. Erstaunlich: obwohl Black Rock City in den prüden USA liegt, kann man am Burning Man Festival tatsächlich eine Woche lang nackt rumlaufen ohne dass irgendjemand ein Problem damit hätte.

Das Besondere an Burning Man ist, dass es keine zentrale Bühne gibt. Man bekommt keine Show geboten, die man als Besucher konsumiert, sondern jeder Besucher ist Teil der Show. Burning Man ist ein Festival der Selbstdarstellung. Jeder tut was er kann und das Resultat ist eine unendliche Vielfalt an Attraktionen, Events, Workshops, Partys und Verrücktheiten.

Wir waren zu Gast bei Comfort & Joy, in einem schwulen Camp , das von sympathischen Jungs aus San Francisco organisiert wird. Das Prinzip "Leave no Trace" von Burning Man tönt ziemlich öko. Im Ganzen betrachtet ist der Wüstenevent jedoch eine gigantische Materialschlacht und unser Camp allein brauchte drei grosse Lastwagen voll Material: Zelte, Mobiliar, Kunstinstallationen, Soundsystem, Beleuchtung, Küche, Solarpanels und Dusche inklusive Boiler und Wasseraufbereitung. Mit unseren 23kg Fluggepäck kamen wir uns schon ziemlich mickrig vor.


Schon tagsüber ist Black Rock City ein grandioses Erlebnis. Jede Menge Kuriositäten, verrückte Typen, Steampunks, nackte Jungs. Wenn der Wind den Staub aufwirbelt, sieht man plötzlich nur noch weiss. Irgendwoher hört man Sound. Dann taucht ein Art Car aus dem Nichts auf, irgend ein Gefährt im Mad-Max-Stil und verschwindet wieder im Nirgendwo.

Die beste Party am Nachmittag heisst DISTRIKT. Ein Sound fast wie im Berghain Berlin, fantastische Leute, und an der Bar gibt's alle Drinks gratis! In ganz Black Rock City gibt es kein Geld. Jedes Camp beschenkt seine Gäste. Es gibt weder Tauschhandel noch Sponsorenlogos. Nur das schöne Gefühl jemanden beschenkt zu haben.

Nachts wird Black Rock City zur Lichterstadt. Tausende Velos mit Millionen LEDs und El-Wires, leuchtende Kostüme und Kunstinstallationen in Neonfarben. Der eindrücklichste Art-Car war ein feuerspeiender, mechanischer Oktopus: El Pulpo Mecanico. Drachen, Fische, Piratenschiffe, grenzenlose Fantasie. Da fährt ein rotes Telefon klingelnd durch die Wüste, dahinter ein Gebiss mit weissen Zähnen, eine riesige Qualle, ein Hai, eine Amphore, die in allen Farben leuchtet, ein Totenkopf mit Zylinderhut. Überwältigend.

Unser Nachbarcamp hiess BAAAHS und hatte einen Bus, der als überdimensionales Schaf aufgebaut war: "Big-Ass-Amazingly-Awesome-Homosexual-Sheep". Der Eingang ins Schaf ging über eine Leiter hinauf in den Arsch des Schafs, von wo aus man über eine Rutschbahn hineinflutscht. Geil!

Natürlich hat jeder Art Car eine fette Soundanlage und es gibt weit draussen in der Deep Playa Openair Clubs mit riesigen Lautsprechertürmen für lange, durchtanzte Technonächte. Doch die Aussage, bei Burning Man bekomme man Drogen leichter als Süssigkeiten, stimmt zumindest heute nicht mehr. Gerüchten zufolge sind verdeckte Drogenfahnder mit Nachtsichtgeräten allgegenwärtig, und wenn dir ein Unbekannter einen Joint anbietet, musst du angeblich nur "Ja" sagen und landest sofort im Knast. Tja, wir hatten zumindest genug Vodka dabei - und leider dann auch den entsprechenden Kater.

Auch wenn die meisten der Wüstenpunks eine gewisse Sympathie zu Anarchie hegen, funktioniert eine Stadt mit über 50'000 Einwohnern nicht ohne Regeln. So müssen Art-Cars und Drohnen registriert, Wasser und Abwasser abgerechnet werden.

In einer Nacht fuhren wir mit dem Velo durch die Wüste und staunten über unendlich viele Lichter, Farben und Feuer. Plötzlich entdeckten wir drei kleine Lichtpunkte, die nicht ins Schema passten. Was war das? Wir fuhren näher dran und standen vor einem unscheinbar kleinen Kunstwerk. Eine alte Velofelge auf einem etwa 2.50m hohen Ständer. Am Rad hingen Konservengläser und darin lagen kleine leuchtende Pilze. Plötzlich kam uns das ganze Festival vor wie Disneyland. Während 60'000 Leute an dieser Installation vorbeirasten, hatten wir das winzige Detail entdeckt, das sonst niemand sieht. Wir standen unter den Konservenpilzchen und hatten Tränen in den Augen. Das ist die Magie von Burning Man.


Das Burning Man Festival findet seinen Höhepunkt im Abbrennen des "Man", einer gigantischen Holzstatue in der Mitte von Black Rock City. 2014 war der Man so gross und stabil gebaut, dass er auch nach Stunden im Vollbrand nicht zusammenbrechen wollte. Der Zürcher Böögg schafft selten mehr als 10 Minuten.


Burning Man ist nicht nur ein Festival sondern ein Lebensstil. Wer einmal dabei war und diese einzigartige Welt mit ihren offenherzigen, kreativen und toleranten Menschen kennenlernen durfte, kann unsere spiessbürgerlichen Kleinstadtprobleme nicht mehr nachvollziehen. Menschen, die Leute hassen, die sie sich anders anziehen, an andere Religionen glauben, anderen Sex haben - unter Burnern gibt es das nicht. Hier ist Vielfalt erwünscht, jeder ist willkommen, niemand muss sich zurückhalten sondern man lebt aus was man ist und tut alles, um andere zu erfreuen.


Der Trip in die Wüste ist kein Sonntagsausflug für verwöhnte Yuppies. Der alkalische Staub kann einem ziemlich heftig im Hals kratzen. Trotzdem würde ich für eine Woche Burning Man jedes Luxushotel links liegen lassen. Burning Man ist eine Klasse für sich. Ich bin richtig stolz darauf, nun endlich auch ein Burner zu sein und ich werde garantiert wieder kommen!

Das Fotoalbum von Burning Man 2014
(Da es unmöglich ist, bei Grossanlässen jeden im Hintergrund eines Fotos um Erlaubnis zu fragen, dies aber offenbar in den USA verlangt wird, ist die Galerie leider nicht merhr öffentlich sichtbar.)

03.08.2014

BjoernSunshine

La Demence Cruise 2014 - unser 4. Mal!

Die heisseste Gayparty-Kreuzfahrt wird jedes Jahr professioneller, aber leider auch kommerzieller. Wir waren von Anfang an und nun zum 4. Mal an Board dabei. Mit den besten DJs, der grossartigsten Stimmung und den heissesten Party-Gays Europas.

Das Soundsystem war top. Die DJs erstklassig. Das Licht mit vielen Moving-Heads fantastisch (nur an der Fluo-Party fehlten richtige UV-Strahler um unsere UV-Farben zum Leuten zu bringen). Auch das Essen im Restaurant war deutlich besser als zuvor.

Absolutes Highlight der vierten La Demence Cruise waren aber die schwulen Gäste, die an jeder Motto-Party unglaublich kreative Kostüme präsentierten. Super tolle Einfälle, sexy, trashig, lustig und selbstironisch. Ich schätze, über 90% der Partygäste machten bei den Mottopartys mit, von Military über Disco, Dress-like-a-Woman bis zu Fetisch. Und die Partys waren besonders lustig, weil sich in unserer grossen Partyfamilie niemand wirklich ernst nimmt, und sich sogar Bodybuilder und Pornstars mal ganz tuntig als Frau anziehen können, ohne um ihr Image zu bangen.

Nur ein kleiner Faktor schmälerte dann doch die traumhafte Stimmung: die penetrante und allgegenwärtige Überwachung der No-Sex-No-Nudity-Regeln. Wir erinnern uns: Die erste La Demence Cruise war noch sehr freiheitlich - ich tanzte nackt durch viele Partys und niemand hatte ein Problem damit. An der zweiten Cruise war dann Nacktheit streng verboten - wegen den Moslems in der Besatzung, die zwar ohne das geringste Schaudern zusehen können, wenn Israelis von einer Bombe zerfetzt werden, aber ein nackter Penis, da fallen sie dann in Ohnmacht. Sorry für mein Religionsverständnis. Auf der dritten und auch auf dieser vierten Cruise erlebten wir die Crew jedoch wieder äusserst tolerant und gay-friendly, und umso überflüssiger kam uns das Team von 15 Securityleuten vor (letztes Jahr waren es noch 4), die permanent wie Bademeister am Rand der Tanzfläche standen und immer sofort einschreiten mussten, wenn einem beim Tanzen der Schwanz aus dem Kostüm rutschte oder zwei Jungs etwas an sich rum fummelten: "Bitte sofort einpacken und in eine Kabine gehen. Oder in den Darkroom auf Deck 9" - beides fernab von Musik und Partystimmung.

Nun gibt es Partythemen wie Disco oder Dress-Like-A-Woman, die einfach nur lustig und überhaupt nicht sexuell sind. Und es gibt Themen wie Underwear, Sportswear oder Fetisch, die ihre ganze Energie aus der Sexualität erhalten. Wenn 1000 supergeile Jungs in Fetischklamotten herumtanzen, davor schon eine Pornshow lief und die ganze Deko "Porno" schreit, dann bekommt man als Gay verdammt nochmal einen Ständer! Wir sind schliesslich Männer und keine Eunuchen!

2013 tanzte ich noch nackt durch die Fetischparty und sah jede Menge Typen, die mit fetten Schwänzen spielten. 2014 jedoch inszenierte La Demence eine Totalüberwachung, die jede schwule Erotik im Keim erstickte. Die After-Partys - letztes Jahr noch ziemlich sexy - waren diesmal todlangweilig. Kaum noch 10-20 Leute auf der Tanzfläche, alle Lounge-Sofas mit grellem Licht ausgeleuchtet, dass sich niemand mehr hintraute und fast alle Jungs entweder im stockdunklen Darkroom oder an einer der unzähligen Sexpartys in einer Kabine.

Als an der letzten Afterparty eine halbe Stunde vor Schluss vom Darkroom-Vorhang eine kleine Ecke runter hing, so dass man vermutlich etwas vom Treiben hätte sehen können, wenn man in der hintersten Lounge auf den Tisch kletterte, dauerte es keine 5 Minuten bis 2 Mann Security da waren, um die Stoffecke so lange hoch zu halten, bis ein Dritter Klebeband und Tacker organisiert hatte, um in heroischer Selbstaufopferung die letzten Gays vor ihrer Sexualität zu beschützen. Ich fragte den jungen belgischen Studenten, ob er den Auftrag für diesen lächerlichen Job etwa vom Kapitän persönlich erhalten hätte. Er meinte nein, es sei die LD-Cruise-Leitung, die explizit eine Eindämmung der sexuellen Freiheiten wünsche, weil "the Cruise" wachsen und nächstes Jahr ein grösseres Schiff mit mehr Leuten füllen will. Mehr Leute, die nicht an Partys gehen und nicht gerne Gays mit grossen Schwänzen in der Disco sehen wollen.

Also doch! Man braucht keine 15 Mann schwule Security um 2-3 Moslems zu beschützen, die zwischen den Gays die leeren Gläser einsammeln - da könnte man genauso gut den Moslems frei geben und die schwulen Securityjungs Gläser sammeln schicken. Nein, man will die Cruise vordergründig vom Sex-Image befreien, um mehr Profit mit spiessigen Gästen zu machen.

Ich sage: Das geht schief!

Die erotische Atmosphäre, die sexy Stimmung an den Partys, die ungezogenen Jungs, die machmal nackt durch die Gänge schlichen oder sich am Rand der Party einen lutschten - genau das liebten wir an der La Demence Cruise. Ohne diese Freiheit, ohne das verruchte Quantum nackte Schwänze ist "the Cruise" nichts anderes als eine Atlantis-Kreuzfahrt auf einem billigeren Schiff. Denn wenn das Freiheitsniveau der europäischen Gay-Cruise das gleiche wie bei den Amis ist, die Leute nur noch an brave Partys gehen, um ihre Kostüme zu zeigen, ein paar Fotos zu machen und Jungs auf die Kabine abzuschleppen, dann punktet Atlantis mit den moderneren und grösseren Schiffen von Royal Caribbean oder Celebrity mit mehr Luxus und besserem Service als Croisière de France. Uns kam es nie auf den Luxus an, aber auf eine schwule Party-Stimmung die nur mit Freiheit leben kann!

Wohin auch immer La Demence the Cruise steuert. Mit uns oder ohne uns. Ich lasse meinen Traum nicht mehr los. Auf dem obersten Deck. Nackt mit meinem Freund vor der aufgehenden Sonne. Er tief in mir. Und dazu der Song von OceanLab (Lange Remix):

Stop trying to change me
I am what I am
No I don’t need you to save me
I am what I am

I don’t want you to show me
Because I stand where I stand
I just need you to know me
Just know who I am


(DJ John Dixon - White Party)

Die Bilder der 4. La Demence Cruise

23.05.2014

BjoernSunshine

Rise like a Penis

Die Conchita Wurst Parodie von Julian Fricker alias "Shiaz Legz"

19.05.2014

BjoernSunshine

World Naked Bike Ride

Demonstrieren für die Umwelt kann auch mal Spass machen. Den World Naked Bike Ride gibt es seit 2001 in vielen Städten der Welt. Erfunden wurde er in Saragossa, Spanien. Der grösste WNBR findet jedes Jahr in London statt.

Die nächsten schon bekannten Daten sind:
7. Juni: Bristol, Madrid, Barcelona, München, Leipzig
14. Juni: London, Chicago, Toronto, Vancouver, Mexico City,
21. Juni: Brüssel
28. Juni: Amsterdam

Leider sind die Organisatoren dieser Anlässe nicht besonders gut im Marketing und die meisten ihrer Webseiten total veraltet.

Erstaunlich, dass es dieser Event noch nie bis Zürich geschafft hat. So autofeindlich, wie sich das Rot-Grün regierte Zürich gern gibt, wäre es doch der ideale Austragungsort für einen solchen Velo-Event. 2009 gab es schon mal Bemühungen ausgehend von Naturistenvereinen, die jedoch am Mangel von Teilnehmern und an der Aussage des damaligen Polizeisprechers Michael Wirz «Nackt Velo fahren wird nicht bewilligt» scheiterte.

Ich zumindest hätte garantiert mitgemacht, wenn ich von der Planung gewusst hätte. Und "nicht bewilligbar" wage ich doch sehr zu bezweifeln. Es kann doch nicht sein, dass Prüderie juristisch höher wiegt als Demonstrationsrecht und freie Meinungsäusserung.

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