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30.09.2014

BjoernSunshine

Urban Nudism - Ein nackter Grieche in Berlin

Michalis Gymnisths ist ein junger Grieche aus Thessaloniki. Er sieht richtig gut aus und ist am liebsten nackt. Und das nicht nur am Strand sondern auch schon mal mitten in der Grossstadt. Warum auch nicht? Nacktsein ist schliesslich das Natürlichste auf der Welt.



Leider sind die meisten Menschen viel verklemmter als Michalis. Sie schämen sich für ihren Körper, weil ihnen Religion und Gesellschaft eingeredet haben, dass Nacktheit unanständig und Anzüge anständig seien. Dabei sind es die Anzugträger, die uns die grössten Lügen auftischen und uns in die Finanzkrise trieben. Die Nackten verbergen nichts unterm Mantel und sind mir schon deshalb viel sympathischer.

Kommt hinzu dass Michalis einen tollen Körper hat und von "öffentlichem Ärgernis" nun wirklich keine Rede sein kann. Und der Typ hat auch noch Mut, steht zu dem was er tut, zeigt sein Gesicht und lässt mit seiner natürlichen Art alle andern alt aussehen. Hut ab. Respekt!

Ein paar Bilder von ihm flatterten schon länger durchs Netz. Nun hat Michalis auch Videoclips auf YouTube gestellt, wie er nackt durch Berlin spaziert, quer über den Alexanderplatz, nackt einkauft, nackt mit der S-Bahn fährt,... Einfach so. Total normal. Die Bilder sind Teil seines Filmprojekts "Urban Nudism".



Einige Leute gucken etwas verwundert - die Aufnahmen entstanden schliesslich im März - aber niemand ist schockiert, niemand kreischt, keiner regt sich auf.

Ich finde Typen wie Michalis toll. Hoffentlich kommt sein Film bald in unsere Kinos. Ich werde auf jeden Fall nackt an die Premiere gehen!

Texas: Polizei führt nackten Festival-Gast ab
CSD Berlin: Nackt und Happy für Freiheit und schwule Rechte
Burning Man Festival: Kunst und Freiheit im Wüstenstaub
La Demence Cruise: Stimmungsvoll aber prüde

Poll: Have you ever been naked in public?

08.09.2014

BjoernSunshine

Burning Man 2014 - Staub und Liebe

Eine Woche in einer staubigen Wüste im Westen der USA. Ein absolut fantastisches Erlebnis!

68'000 bekiffte Punks und nackte Hippies, die 7 Tage Party feiern und am Ende eine Holzfigur abfackeln? Burning Man ist viel mehr als das. Burning Man ist vermutlich das grösste Kunstevent der Welt. Angesichts der Kreativität dieses Festivals kann jedes Kunsthaus einpacken. Da trifft man auf Dinge, die man sich in keinem Traum ausmalen kann. Man ist stock nüchtern und fühlt sich wie auf LSD. Wahnsinn!


Zuerst mal landeten wir in San Francisco. Ein Bisschen Sightseeing, den Campervan abholen und dann auf Shoppingtour. Ashbury Heights und Walmarts: Survival Equipment, 2 Fahrräder, 10 Gallonen Wasser und Gatorade, tonnenweise staubdichte Ziploc-Bags, Sonnencreme, Tortilla Chips und Beef Jerky. Dann auf nach Black Rock City, Nevada.

Der Zugang zur Wüstenstadt, die jedes Jahr für eine Woche aufgebaut wird und wieder spurlos verschwindet, zieht sich in die Länge. 6 Stunden verbringen wir auf der Zufahrsstrasse und vor dem Tickethäuschen bei 30 Grad Wüstensonne. Dann endlich gehts rein. Das Begrüssungsritual für Burner Virgins beinhaltet, sich einmal rundum im Staub zu wälzen. Yes, I am a Dust-Punk!

Die "Playa" ist ein ausgetrockneter See, der superfeine Sand fühlt sich an wie Babypuder, ist aber so stark alkalisch, dass hier kein Grashalm wächst. Länger barfuss laufen geht leider nicht. Mein Standardoutfit war nackt mit Socken, und dazu je nach Laune jede Menge verrückte Accessoires. Erstaunlich: obwohl Black Rock City in den prüden USA liegt, kann man am Burning Man Festival tatsächlich eine Woche lang nackt rumlaufen ohne dass irgendjemand ein Problem damit hätte.

Das Besondere an Burning Man ist, dass es keine zentrale Bühne gibt. Man bekommt keine Show geboten, die man als Besucher konsumiert, sondern jeder Besucher ist Teil der Show. Burning Man ist ein Festival der Selbstdarstellung. Jeder tut was er kann und das Resultat ist eine unendliche Vielfalt an Attraktionen, Events, Workshops, Partys und Verrücktheiten.

Wir waren zu Gast bei Comfort & Joy, in einem schwulen Camp , das von sympathischen Jungs aus San Francisco organisiert wird. Das Prinzip "Leave no Trace" von Burning Man tönt ziemlich öko. Im Ganzen betrachtet ist der Wüstenevent jedoch eine gigantische Materialschlacht und unser Camp allein brauchte drei grosse Lastwagen voll Material: Zelte, Mobiliar, Kunstinstallationen, Soundsystem, Beleuchtung, Küche, Solarpanels und Dusche inklusive Boiler und Wasseraufbereitung. Mit unseren 23kg Fluggepäck kamen wir uns schon ziemlich mickrig vor.


Schon tagsüber ist Black Rock City ein grandioses Erlebnis. Jede Menge Kuriositäten, verrückte Typen, Steampunks, nackte Jungs. Wenn der Wind den Staub aufwirbelt, sieht man plötzlich nur noch weiss. Irgendwoher hört man Sound. Dann taucht ein Art Car aus dem Nichts auf, irgend ein Gefährt im Mad-Max-Stil und verschwindet wieder im Nirgendwo.

Die beste Party am Nachmittag heisst DISTRIKT. Ein Sound fast wie im Berghain Berlin, fantastische Leute, und an der Bar gibt's alle Drinks gratis! In ganz Black Rock City gibt es kein Geld. Jedes Camp beschenkt seine Gäste. Es gibt weder Tauschhandel noch Sponsorenlogos. Nur das schöne Gefühl jemanden beschenkt zu haben.

Nachts wird Black Rock City zur Lichterstadt. Tausende Velos mit Millionen LEDs und El-Wires, leuchtende Kostüme und Kunstinstallationen in Neonfarben. Der eindrücklichste Art-Car war ein feuerspeiender, mechanischer Oktopus: El Pulpo Mecanico. Drachen, Fische, Piratenschiffe, grenzenlose Fantasie. Da fährt ein rotes Telefon klingelnd durch die Wüste, dahinter ein Gebiss mit weissen Zähnen, eine riesige Qualle, ein Hai, eine Amphore, die in allen Farben leuchtet, ein Totenkopf mit Zylinderhut. Überwältigend.

Unser Nachbarcamp hiess BAAAHS und hatte einen Bus, der als überdimensionales Schaf aufgebaut war: "Big-Ass-Amazingly-Awesome-Homosexual-Sheep". Der Eingang ins Schaf ging über eine Leiter hinauf in den Arsch des Schafs, von wo aus man über eine Rutschbahn hineinflutscht. Geil!

Natürlich hat jeder Art Car eine fette Soundanlage und es gibt weit draussen in der Deep Playa Openair Clubs mit riesigen Lautsprechertürmen für lange, durchtanzte Technonächte. Doch die Aussage, bei Burning Man bekomme man Drogen leichter als Süssigkeiten, stimmt zumindest heute nicht mehr. Gerüchten zufolge sind verdeckte Drogenfahnder mit Nachtsichtgeräten allgegenwärtig, und wenn dir ein Unbekannter einen Joint anbietet, musst du angeblich nur "Ja" sagen und landest sofort im Knast. Tja, wir hatten zumindest genug Vodka dabei - und leider dann auch den entsprechenden Kater.

Auch wenn die meisten der Wüstenpunks eine gewisse Sympathie zu Anarchie hegen, funktioniert eine Stadt mit über 50'000 Einwohnern nicht ohne Regeln. So müssen Art-Cars und Drohnen registriert, Wasser und Abwasser abgerechnet werden.

In einer Nacht fuhren wir mit dem Velo durch die Wüste und staunten über unendlich viele Lichter, Farben und Feuer. Plötzlich entdeckten wir drei kleine Lichtpunkte, die nicht ins Schema passten. Was war das? Wir fuhren näher dran und standen vor einem unscheinbar kleinen Kunstwerk. Eine alte Velofelge auf einem etwa 2.50m hohen Ständer. Am Rad hingen Konservengläser und darin lagen kleine leuchtende Pilze. Plötzlich kam uns das ganze Festival vor wie Disneyland. Während 60'000 Leute an dieser Installation vorbeirasten, hatten wir das winzige Detail entdeckt, das sonst niemand sieht. Wir standen unter den Konservenpilzchen und hatten Tränen in den Augen. Das ist die Magie von Burning Man.


Das Burning Man Festival findet seinen Höhepunkt im Abbrennen des "Man", einer gigantischen Holzstatue in der Mitte von Black Rock City. 2014 war der Man so gross und stabil gebaut, dass er auch nach Stunden im Vollbrand nicht zusammenbrechen wollte. Der Zürcher Böögg schafft selten mehr als 10 Minuten.


Burning Man ist nicht nur ein Festival sondern ein Lebensstil. Wer einmal dabei war und diese einzigartige Welt mit ihren offenherzigen, kreativen und toleranten Menschen kennenlernen durfte, kann unsere spiessbürgerlichen Kleinstadtprobleme nicht mehr nachvollziehen. Menschen, die Leute hassen, die sie sich anders anziehen, an andere Religionen glauben, anderen Sex haben - unter Burnern gibt es das nicht. Hier ist Vielfalt erwünscht, jeder ist willkommen, niemand muss sich zurückhalten sondern man lebt aus was man ist und tut alles, um andere zu erfreuen.


Der Trip in die Wüste ist kein Sonntagsausflug für verwöhnte Yuppies. Der alkalische Staub kann einem ziemlich heftig im Hals kratzen. Trotzdem würde ich für eine Woche Burning Man jedes Luxushotel links liegen lassen. Burning Man ist eine Klasse für sich. Ich bin richtig stolz darauf, nun endlich auch ein Burner zu sein und ich werde garantiert wieder kommen!

Das Fotoalbum von Burning Man 2014
(Da es unmöglich ist, bei Grossanlässen jeden im Hintergrund eines Fotos um Erlaubnis zu fragen, dies aber offenbar in den USA verlangt wird, ist die Galerie leider nicht merhr öffentlich sichtbar.)

 

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