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03.12.2014

BjoernSunshine

Bergheimweh

Eigentlich halte ich ganz und gar nichts von Gewaltdarstellungen im Internet. Aber wenn ich 3 Tage nach dieser supergeilen Party nochmal den total abschreckenden Flyer poste, bei dem mir schon vom Anschauen die Eier weh tun, dann wird das wohl ganz im Sinn des Clubs sein, der ja schon im gesamten Werbekonzept erfolgreich Abschreckung praktiziert.

Die langen Schlangen vor der Tür, der Umstand, dass es nirgends Partyfotos gibt, der alte, abgefuckte DDR-Industriebunker, die legendär unerbittlichen Türsteher... Wer würde schon freiwillig in so einen Club gehen wollen?

Wir.

Tja, irgendwie sind wir Bergheimer (und ich schreibe das hier ganz absichtlich mit M) schon alle ein Bisschen irre Heiminsassen, die wohl eine ziemliche Ecke ab haben müssen, um dieses Loch so zu lieben. Und es wäre auch völlig zwecklos, dies einer Schicki-Micki- oder Grindr-Tunte zu erklären, die die Qualität einer Party an der Hochnäsigkeit der VIP-Area oder an der Handyempfangsqualität zu messen pflegt. Ihr würdet das Berghain nie begreifen - also geht lieber gar nicht erst hin!

Für uns ist das Berghain, das diesen Monat sein 10-jähriges Bestehen feiert, tatsächlich ein Heim geworden, denn hinter der abschreckenden Fassade stecken viele total liebe Berliner Jungs, die wieder zu sehen, wir uns jedesmal wahnsinnig freuen. Wohnzimmer Klobar - Home sweet home! Wenn das verschlissene Sofa Geschichten erzählen könnte...

Der harte Berliner Berghain-Techno Marke Ostgut-Ton ist garantiert nichts für Radio-Chart-Popper aber musikalisch zweifellos top, extrem innovativ und nach meinen Geschmack fast immer hammergeil. Wenn um halb 7 am Sonntagmorgen in Zürich das letzte Personal die Clubs verlässt, dreht Boris im Berghain das Funktion One-System erst richtig auf!

Ich kenne die schwulen Veranstalter von Berghain und Lab zwar nicht persönlich, aber ich find's toll, dass diese noch richtige Eier haben! Snax ist zweimal im Jahr ein Men-Only-Event. Aber auch wenn an normalen Wochenenden Frauen und Heteros Zutritt haben, steht das Berghain kompromisslos dazu, freiheitlich und schwul zu sein. Wenn sich Schwule Jungs mitten auf der Tanzfläche einen blasen oder nackt irgendwo auf einem Sofa ficken, ist das eben schwul. Und das ist in Berlin auch gut so!

In Zürich und vielen anderen Städten richten viele Gay-Veranstalter ihr Konzept mittlerweile an den prüdesten Gästen aus und lassen die Security als Sittenwächter patrouillien (manche behaupten sogar, dass nackte Schwänze schwule Partygäste abschrecken). Die jungen Gays sind in Zürich heute die Verklemmtesten. Im Berghain sind es gerade die attraktiven 30-Jährigen, die in einer Selbstverständlichkeit nackt durch den Club tanzen und überall Sex haben, wo es ihnen gerade einfällt. Schlampenimage? Rücksicht auf Heteros? WTF? Wir gucken doch alle gern Porno! Und Techno ist schliesslich wie für Sex komponiert. Den Berlinern ist das sonnenklar. Den Zürchern kann man nur sagen: Würden nackte Männer wirklich Gäste abschrecken, dann würden die Gäste vor dem Berghain sicher nicht 2 Stunden lang Schlange stehen, um diese geile Luft zu atmen.

Ein Artikel übers Berghain, ohne die Tür zu erwähnen, wäre unvollständig. Zwei Stunden Schlange stehen ohne zu wissen, ob man rein kommt, ist Scheisse. Punkt. Man hört immer wieder von Leuten, die sich willkürlich abgelehnt oder unfreundlich behandelt fühlen. Dass ein strenger Türsteher unverzichtbar ist, weiss jeder, der einen Club wie das Berghain schon von innen erlebt hat. Doch auch wenn die Versuchung gross ist, sich in diesem Job wie ein Gott aufzuführen, gebietet die Professionalität Freundlichkeit und keine klare, nachvollziehbare Linie. Wir können uns jedenfalls nicht beklagen. Bisher (in über 7 Jahren) kamen wir immer rein, wenn auch zuweilen ziemlich durchfroren. Die Organisation an Kasse und Garderobe war früher schon mal mühsam, klappte letztes Wochenende aber doch ganz gut. Ein zweiter Eingang wäre zumindest an Grossevents wie Snax oder CSD trotzdem keine schlechte Idee. Oder wenigstens ein Bisschen O-Ton-Musik mit Glühwein für die Wartenden. Dass Stammgäste die Schlange rechts überholen, mag zwar etwas aufs Gemüt drücken, aber ich finde es deutlich sozialer, Stammgäste zu bevorzugen als Pseudo-VIPs, die sich ihr Erstklassticket nur mit Geld erkaufen.

Auch wenn wir noch immer (ganz gern) in Zürich wohnen und uns einen Trip nach Berlin nur 3-4x im Jahr leisten können - im Herzen bin ich schon lange ein Berliner. Und ich leide an akutem Bergheimweh.

 

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