|
09.10.2007
Gibt es eine Partei, die man als Schwuler wählen kann? Die Frage ist wiedermal aktuell.
SP:
Erinnern wir uns an die Clubschliessungen und Darkroomverbote, die entwürdigenden Personenkontrollen, das Ausziehen15-jähriger Mädchen auf dem Polizeiposten, das Verbot von Lounge-Chairs in Boulevardcafés, die Hatz auf harmlose Kiffer und Partypeople während bei Gewaltverbrechen die Beamten erst nach einer halben Stunde eintrödeln,... es wäre wirklich an der Zeit, der SP für die Führungsqualitäten unserer Polizeivorsteherin die Quittung zu präsentieren. Andererseits hat sich die SP jahrelang für unsere Rechte stark gemacht. Viele SP-Politiker standen nicht hinter den Aktionen von Esther Maurers Leuten. Viel dagegen unternommen haben sie jedoch auch nicht. Wenn es um Sex und Drogen geht, will eben kein Politiker das Wort ergreifen, auch wenn das Unrecht zum Himmel stinkt. Unter dem Strich also eine Nullwertung für die SP. Es bleibt eine Partei, die sich zwar dem Wohl der sozial Schwachen verschrieben hat und heroisch gegen Steuererleichterungen für Superreiche kämpft, aber gleichzeitig leider auch verantworlich zeichnet für Geldverschwendung und fehlerhafte Sozialsysteme, die Faulheit höher belohnen als Arbeitseinsatz.
SVP:
Die ehemalige Bauern- und Gewerblerpartei hat es mit markigen Sprüchen auf Liste 1 geschafft. Platz 1 also in Punkto Wahlmarketing, Machtpolitik und Selbstbereicherung auf Kosten aller Randgruppen. Wenn es darum geht, Ängste der Bevölkerung in Wählerstimmen zu verwandeln, nimmt die SVP ähnlich wie die Bush-Administration auch schon mal Menschenrechtsverletzungen in Kauf. Wer ernsthaft daran denkt, Sippenhaft in unser Rechtssystem einzuführen, täte gut daran seine Parteifarbe der Gesinnung, oder zumindest etwas vom grün ins olive zu anzupassen. Neben dem Hass auf alles Unschweizerische profiliert sich die SVP damit, als einzige Partei wirklich konsequent zu sein und sparen zu wollen. Doch insgeheim macht man auch bei der SVP gerne Ausnahmen, wo es dem eigenen Filz zu Gute kommt. Christoph Blocher behauptet, Politik fürs Volk zu machen, wehrt sich aber gegen Parallelimporte. Er zieht gegen den Islam ins Feld und schleimt sich gleichzeitig bei den Türken ein. In der Kommunalpolitik investiert die SVP Bildungsgelder am liebsten in Beton, weshalb es wohl kaum einen Bauunternehmer gibt, der nicht dieser Partei angehört. Alles in allem sicherlich die Partei, die am lautesten meckern und am wenigsten lösungsorientiert regieren kann.
EDU:
Die religiöse Rechtsaussen-Partei ist für Schwule und eigenständig denkende Menschen praktisch unwählbar, weshalb ich mich weiterer Kommentare enthalte.
CVP und EVP:
Eine vernünftigere Lösung? Die CVP bemüht sich darum, das C zu relativieren und betont immer, zumindest so reformiert, wie katholisch zu sein. Im Gegensatz zu den polarisierenden Rechts- und Linksparteien bekundet die CVP Mühe, sich in der politischen Landschaft klar zu positionieren. In Sachfragen mag der Abstand von rechten und linken Dogmen zu vernünftigen Resultaten führen. Doris Leuthard ist eine gute Bundesrätin, die sogar schon am Rednerpult des CSD Zürich stand. Nur leider hat sich die CVP derart stark den Familieninteressen verschrieben, dass Singles (und Schwule) in ihrer Politik fast nur noch als steuerzahlende Milchkühe herhalten müssen.
Die EVP hat zwar einige vernünftige Leute, insgesamt als schwulenfreundlich kann man die EVP-Politik jedoch nicht bezeichnen.
FDP:
Sie nennt sich gross "wir Liberalen" und versucht, sich als Partei des Mittelstands zu profilieren. Gleichzeitig kriecht zumindest die Zürcher Sektion der FDP unter Leitung von Doris Fiala und Undercover-Agent Filippo L. der SVP bis zur Unkenntlichkeit des eigenen Parteiprogramms in den Allerwertesten und versteht Liberalismus nur noch im rein wirtschaftlichen Zusammenhang. Ein Grossteil der Wählerbasis kommt aus den sehr vermögenden Kreisen und ist auf der gesellschaftlichen Linie daher keineswegs liberal sondern erzkonservativ. Doris Fiala brachte vor 3 Jahren die Zürcher Stadtpolizei erst auf die Idee, die Probleme unserer Stadt mittels Razzien in der Partyszene lösen zu wollen. Statt liberaler Eigenverantwortung also doch mehr Überwachungsstaat? Die FDP-Politik "für den Mittelstand" besteht in erster Linie in Steuererleichterung und Besitzwahrung der Superreichen, während man in Wirklichkeit den leistungswilligen Newcomern den Aufstieg erschwert und gleichzeitig so tut, als wolle man der Wirtschaft als Ganzes neue Flügel verleihen.
Grüne und GLP:
Bleiben noch die Umweltparteien: Die Umwelt geht uns alle an. Während die meisten Politiker nur 4 Jahre in die Zukunft schauen, wollen wir auch noch in 30 Jahren leben. Allerdings betreiben viele Grüne den Umweltschutz fast als Religion: Das Auto und Atomkraft sind des Teufels während öffentlicher Verkehr auch dann noch göttlich ist, wenn ein 50-Tonnen-Tram nur 2 Personen befördert, und der Strom dafür aus deutschen Braunkohle-Dreckschleudern importiert werden muss. Besteht die Lösung unserer Umweltprobleme wirklich darin, mit Tram und Bus in die Ikea zu fahren, und sich dann seine Kommode per LKW liefern zu lassen? Bei nicht umweltpolitischen Themen stehen die Grünen noch fast links von der SP. Die Grünliberalen könnten Hoffnungsträger für eine recht vernünftige Politik sein, müssen aber noch beweisen, auf welcher Seite sie in diversen Sachfragen politisieren werden.
Fazit:
Meine Idealpartei existiert nicht. Eine liberale Wirtschaftspolitik, die Leistungswillige belohnt, würde Einkommenssteuern senken und nicht mit tiefen Vermögenssteuern und gar nicht besteuerten Erbschaften und Kapitalgewinnen diejenigen unterstützen, die schon immer viel hatten. Eine sinnvolle Sozialpolitik würde Bedürftige in einer Notlage auffangen, aber nicht mit dem Gieskannenprinzip Grundlagen schaffen, um langfristig auf Kosten der Allgemeinheit zu faulenzen. Eine vorausschauende Umweltpolitik würde sinnvolle Technologien fördern, ökologischen Unsinn wie z.B. subventionierte Transporte verhindern, die grossen Probleme der Welt angehen, aber nicht die Mobilität an sich verteufeln. Zürich hat noch nicht einmal eine halbe Million Einwohner und braucht noch lange kein Roadpricing wie London! Energie sparen ist gut - da liegt noch viel drin. Fangen wir mit all den neuen, überflüssigen Klimaanlagen an, die neuerdings im Sommer Trams, Busse und Schiffe auf 15 Grad kühlen. Dann besteuern wir endlich die Flugtreibstoffe! Aber bauen wir lieber ein sicheres Schweizer AKW, als den Strom einfach zu importieren.
In der Ausländer- und Sicherheitspolitik sollten die Linken endlich die Augen öffnen. Der Islam ist eine Kultur auf Expansionskurs, die keine Trennung von Kirche und Staat kennt. Solange in islamischen Ländern Frauen unterdrückt und Schwule gehängt werden, kann ich den Islam nicht unterstützen. Die Idee der SVP, Minarette zu verbieten, ist jedoch der falsche Weg, denn er verleugnet unsere eigenen rechtsstaatlichen Prinzipien. Die Religionsfreiheit, die Trennung von Kirche und Staat und die Gleichberechtigung aller Bürger ist der Kern unserer westlichen Kultur. Und den dürfen wir um nichts in der Welt aufgeben.
Wenn nach Bulldoggen, Vergewaltigungen, Autorasern und Messerstechereien die Bevölkerung nach mehr Sicherheit ruft, wünscht sie sich Schutz vor Gewaltverbrechen und keine Polizei, die wie in Zürich mit einem Fokus auf Bagatelldelikte hauptsächlich gegen nette Leute, Parksünder, Darkrooms, Lounge chairs oder Partykiffer vorgeht. Ein Partygast auf Ecstasy schädigt niemanden ausser sich selbst und kostet auch die Krankenkassen nicht mehr als jemand, der fettiges Essen liebt oder Fussball spielt. Trotzdem ist Pillen schlucken ein Offizialdelikt, das von der Polizei mit imensem Personaleinsatz verfolgt wird, während Gewaltverbrechen nur auf Anzeige hin untersucht werden. Welche Partei räumt endlich mit diesem juristischen Unsinn auf und erklärt unserer Polizei, wer die Guten und wer die Bösen sind?
Die Nationalratswahl ist eine schwierige Wahl und ich werde hier für keine Partei Propaganda machen. Eine der besten Möglichkeiten, gute Kandidaten zu finden, ist www.smartvote.ch. Informiert euch, schaut, was die Kandidaten zu Sachfragen denken und GEHT WÄHLEN!
Mach mit bei gaYmeBoys!Schreib deinen eigenen Blog und kommentiere die Postings deiner Freunde. gaYmeBoys ist eine neue Community für kreative Jungs, Szeneschwestern und ganz normale Gays aus aller Welt. Überzeuge unseren Türsteher und schon bist du dabei! |
 | Björn, mach weiter so, ich vermissenaktuell Deine Wahlempfehlungenvor 5 Monaten |
 | Verena Diener (GLP) hat das Rennen gegen Ueli Maurer (SVP) gewonnen. Herzlichen Glückwunsch und einen herzlichen Dank an alle, die eine liberale Politik und eine freiheitliche Welt unterstützen!vor 18 Jahren |
 | chantal ist erstmal soweit natürlich ENORM cool, das muss man(n) ihr echt anrechnen - wählen wir also alle erstmal freudigst (wenn es wirklich sein muss) vreeneli statt maurer (jederzeit!)... aber kjell-baby, chantal statt esthi - da könntest du dein blaues wunder erleben, *LOL*... ;)vor 18 Jahren |
 | Hut ab! So viel politische Grösse hatte ich ihr nicht zugetraut. Chantal Galladé (SP) verzichtet auf Ihre Ständeratskandidatur zu Gunsten von Verena Diener (GLP), die gegen Ueli Maurer (SVP) offensichtlich die besseren Karten hat.
Nun muss Ueli Maurer doch noch zittern, denn gegen eine geschlossene Mitte-Links-Front könnte der siegessichere Rechtspopulist tatsächlich scheitern. Jungs, ihr müsst noch mal wählen gehen!
Und, liebe SP - ich hätte da eine Idee, wo im Zürcher Stadtrat demnächst ein toller Posten für Chantal Galladé frei werden könnte...vor 18 Jahren |
 | ich wähle sowieso wieder niklaus scherr, *lach*... würde ich gerne, aber, wie gesagt, um maurer zu verhindern würde ich auch dem vreeneli meine stimme geben. da sich aber die zwei chicks offensichtlich nicht einig werden, hat ueli sowieso schon gewonnen... horror!vor 18 Jahren |
 | vielen Dank für den Link zur LSP > eine gute Idee und man kann wohl schon von einer Marktlücke sprechen - im Moment verspricht wohl einzig die GLP Neues und Interessantes... nur die GLP wiil ja vielleicht jetzt eine Fraktion mit der EVP bilden...was mir dann eben wieder überhaupt nicht passt - wir werden sehen. Zuerst geht's ja noch um den Ständerat und das wird - hoffentlich - auch noch zu einer lebendigen Geschichte.
und eines ist auch sicher: die Politlandschaft wird bunter und es bewegt sich wieder was.vor 18 Jahren |
 | Gemäss Smartvote (mit Kommentar):
- gibt sie differenzierte Antworten und überlegte Kommentare
Die Frau wäre tatsächlich hinterm Herd überqualifiziert.
- lehnt sie das Adoptionsrecht für Schwule eher ab
Keine volle Ablehnung, aber geheuer ist es ihr nicht.
- will Roadpricing einführen und Bauzonenfläche für 20 Jahre fixieren
Mobilität und Häuschen nur noch für die Reichen?
- will das Verbandsbeschwerderecht behalten
Zürich ist gebaut und zum Möbel kaufen gibts ein Tram
- lehnt neue AKWs strikt ab
Wenn der Strom aus der Steckdose nicht reicht, kaufen wir ihn eben in Frankreich
Die meisten Ihrer Ansichten finde ich gut und realistisch. Da ist es gar nicht so einfach, gemein zu sein. Aber die halbe Ablehnung der einzigen homesexuellen Frage hat ihr im Nationalrat meine Stimme gekostet.vor 18 Jahren |
 | Gemäss Smartvote (mit Kommentar):
- lehnt er alle Bemühungen zur Integration von Ausländern ab
Wenn man alle rausschmeisst, muss man wohl niemanden integrieren.
- lehnt er das Adoptionsrecht für Schwule ab
Soll die der Teufel holen
- lehnt er die Legalisierung von Cannabis ab
Ein rechter Mann muss saufen können!
- will er Minarette verbieten
Der Rechtsstaat den Rechten - nur Gleiche haben gleiche Rechte
- will er den Bundesrat vom Volk wählen und Einbürgerungen vom Volk entscheiden lassen
Polemik vor Professionalität - da ist die SVP Spitze!
- ist er gegen einen gesetzlichen Mindestlohn von 3500.- und für degressive Steuern
Wer nicht geerbt hat, ist selber schuld
- lehnt er Parallelimporte ab
Die Lobbyisten finanzieren wohl den Wahlkampf
- lehnt er eine Reduktion der Treibhausgase ab
Die andern zuerst, wie damals beim Frauenstimmrecht!
- will er die Armeewaffe zu Hause haben
Wie soll man sonst schwarze Schafe schiessen?
- lehnt er einen Zivildienst ab und will mehr fürs Militär ausgeben
Der Feind steht vor der Tür!
- will vorallem bei Entwicklungshilfe, öV, Kultur und Umweltschutz sparen.
All das braucht kein richtiger Schweizer.
Meine Kommentare sind vielleicht etwas gemein. Gut finde ich nur seine Ansicht bei den Krankenkassenprämien, die Individualbesteuerung für Ehepaare, die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, den Verkauf der Swisscom und die Einschränkung des Verbandsbeschwerderechts. Der Rest ist echt ne Katastrophe!vor 18 Jahren |
 | Gemäss Smartvote (mit Kommentar):
- leht sie Rentenalter 67 für alle ab.
Gleichberechtigung also nur, wo es Frauen nützt.
- befürwortet sie Krankenkassenprämien nach Einkommen und ist gegen eine Einschränkung der freien Arztwahl.
Arbeitslose könnten somit gleich im Spital wohnen, für 3000 Franken am Tag voll auf Staatskosten.
- will sie allen Sans-Papiers pauschal eine Aufenthaltsbewilligung geben.
Asylanten, schmeisst endlich eure Pässe weg!
- lehnt sie einen einheitlichen MwSt-Satz ab.
Es lebe die Bürokratie!
- will sie den Steuerwettbewerb der Kantone und Gemeinden aufheben
Mehr Zeit fürs Beamtenmikado!
- will Roadpricing einführen und Bauzonenfläche für 20 Jahre fixieren
Mobilität und Häuschen nur noch für die Reichen?
- will in 5 Jahren in die EU
In der EU gilt mindestens 15% MwSt., ziemlich unsozial, oder?
- will für Entwicklungshilfe, öV, Bildung, Kultur, AHV, IV und Umweltschutz mehr ausgeben
Wo druckt sie nur ihre Banknoten?
Meine Kommentare sind natürlich sehr gemein. Gut finde ich Ihre Ansichten in der Sicherheitspolitik (hart bei Gewalttaten und nachgiebig bei kleinen Delikten), die Integration von Ausländern, das Adoptionsrecht für Schwule, die Aufhebung von Kartellen und Importzöllen, die Ablehnung degressiver Steuern, die Mindestlöhne, die Reduktion der Treibhausgase, die aktive Aussenpolitik. Nur leider wirft sie eben SP-typisch mit Staatsausgaben nur so um sich.vor 18 Jahren |
 | Also nach deinem leicht emotionalen Beitrag  nehme ich an, dass du als Nicht-Kapitalist am liebsten Chantal hättest. Nun aber die strategische Frage. Was würdest du machen, wenn sich SP, GLP und CVP zusammentun und nur Verena aufstellen. Gibst du ihr deine Stimme oder bist du so sauer, dass du du gar nicht wählen gehst und einfach die SVP gewinnen lässt?
Hinweis: Wenn man die Smartspiderprofile der beiden Kandidatinnen vergleicht, sind sie in den Punkten Aussenpolitische Öffnung, Gesellschaftliche Liberalisierung und Umweltschutz praktisch gleich. Unterschiede gibts bei Wirtschaft, Finanzen, Ausländer und Sozialstaat. Chantal Galladé hält von Sparen und restriktiver Ausländerpolitik 10% rsp. 0%, weshalb ich annehmen muss, dass sie kaum eine Stimme von rechts der SP erhalten und deshalb ziemlich sicher gegen Ueli Maurer verlieren würde. vor 18 Jahren |
 | rein strategisch wäre vreeneli wohl besser, aber gesinnungsmässig darf keine noch so kapitalistische schwule wirtschaftsschlampe für ebengenannte sein, weil die und alle rechts davon uns eindeutig hassen und am liebsten therapieren möchten... ist das denn nicht jederMANN klar?! penner... luxus-schwuchteln... fuck you... und zwar so dass es wirklich schmerzt... ;)vor 18 Jahren |
 | Im Zweipartiensystem der USA geht es immer um den Median. Hillary macht auf so republikanisch wie möglich, damit sie möglichst viele unentschlossene auf Ihre Seite ziehen kann, denn nur so kann sie gewinnen und dann endlich demokratische Politik machen. Der Schwarze Kandidat wäre mir zwar sympatischer, nur ist er wohl zu gut um gewählt zu werden.
Wenn die Linken in Zürich sich nun zwischen Verena Diener (GLP) und Chantal Galladé (SP) für eine Ständeratskandidatin gegen SVP-Maurer entscheiden müssen, wäre die richtige Wahl klar Verena Diener. Die Rechten wählen sowieso SVP. Die Mitte könnte sich mit einer wirtschaftsnahen GLP-Ständerätin vielleicht noch abfinden, aber eine kompromisslose SP-Frau würden die FDPler wohl kaum wählen. Die Linken hätten zwar lieber ihre eigene Kandidatin. Dass sie aber gleich die Wahl boykottieren würden und damit Ueli Maurer zum Sieg verhelfen, kann ich mir auch nicht vorstellen.
Deshalb, liebe Linke, wenn ihr keinen zweiten Rechten im Ständerat haben wollt, müsst ihr wohl dem Durchschnitt entgegen kommen. Das ist nicht Politik sondern Mathematik.
Nachtrag: Soeben verkündete die SP, auf der Kandidatur von Chantal Galladé zu bestehen. Ich hoffe nur, dass ich unrecht habe...vor 18 Jahren |
 | Die GLP hat im Kanton Zürich 3 Sitze geholt. Und einen davon nur dank der Listenverbindung mit der EDU, der es nicht ganz gereicht hat. Na hoffentlich werden sie jetzt nicht zu dankbar...vor 18 Jahren |
 | Nicht nur dass die SVP mit ihren Schäfchenplakaten und dem Blocher-Personenkult triumphierte, sondern vor allem, dass ihre Angst- und Sicherheitspolitik besonders in den Regionen ankommt, die gar nicht unter den thematisierten Problemen leiden, macht mir Angst. Angst vor einer Demokratie, die fast wie in Amerika nur noch aus dem Bauch heraus wählt und auf jede Polemik hört.
Was wird passieren? Im Ausland wird man notieren, dass das Schweizer Parlament von einer fremdenfeindlichen Partei angeführt wird. Das Image der Schweiz als tolerante, humanistische, heile Welt und Vorzeigedemokratie wird grossen Schaden nehmen. Rechte Parteien wie die SVP gibt es in jedem Land Europas. Nur dominieren Sie nirgendwo so wie in der Schweiz.
Sicherheit und Ausländer sind keine wirklich brennenden Themen in unserem Land. Aber sie dominierten den Wahlkampf und das haben ausser der SVP alle anderen verschlafen. Hätten die Mitte-Links-Parteien die Ängste der Bevölkerung aufgegriffen und bessere Lösungen als die Scheinlösungen der SVP präsentiert, hätten Sie viele Stimmen erhalten können.
Das Volk will Sicherheit und Schutz vor Gewalt. Das könnte man bieten ohne Menschenrechte und persönliche Freiheit zu beschneiden. Mit einer Justiz, die schneller arbeitet und Gewalttaten hart bestraft. Es darf nicht vorkommen, dass jemand einen Menschen zu Tode prügelt, nach einem Monat wieder frei ist und gleich das nächste Opfer findet. Es darf aber auch nicht sein, dass jeder Kiffer ein Gerichtsfall wird, der die Justiz von wichtigen Fällen abhält. Für Sicherheit im Land brauchen wir eine effiziente Polizei und Justiz, die nicht die Hälfte ihrer Energie für Bagatellen verschwendet.
Das Volk will keinen Sozialmissbrauch. Wenn jemand vom Sozialamt fürs Faulenzen mehr erhält als ein Arbeiter, ist das System faul. Wir brauchen keine SVP, die alle Andersartigen verteufelt. Wir brauchen ein Sozialsystem, das Menschen in Notlagen auffängt, ihnen eine 2. Chance gibt, aber keinen Luxus. Wer die dritte Chance vergeigt, ist selber schuld.
Das Volk will keine Scharia, die Frauen diskriminiert und Schwule aufhängt. Dafür müssen wir keine Minarette verbieten und Moslems pauschal anfeinden. Aber wir müssen allen Einwanderern klar machen, dass in unserem Land Gleichberechtigung, Religionsfreiheit und eine klare Trennung von Kirche und Staat existieren. Bei uns sind Frauen keine Ware. Es gilt die Pressefreiheit und man darf lieben, wen man will. Wer das nicht akzeptiert, hat hier nichts verloren. Und das hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun.vor 18 Jahren |
 | Aktuelle Hochrechnungen:
SVP: 28.8% (+2.1)
SP: 19.1% (-4.2)
FDP: 15,9% (-1.4)
CVP: 14.6% (+0.2)
Grüne: 9.5% (+2.1)
...
GLP: 2.0% (neu)
Die SVP legt also nochmal gross zu und ist nun doppelt so stark wie die beiden Mitte-Parteien FDP und CVP. Besonders in ländlichen Regionen, wo es kaum Ausländer und Ausländerkriminalität gibt, dominiert die SVP besonders stark. Die Angstmacherei und die einfachen Parolen waren also beim Wahlvolk erfolgreich. Ueli Maurer wird wohl nun den 3. Sitz im Bundesrat fordern. Die SP ist der grosse Verlierer. Die vielen von der Presse aufgedeckten Einzelfälle des Sozialmissbrauchs brachten der Partei den Ruf, zu leichtgläubig zu sein und ihre Aufgaben nicht im Griff zu haben und Steuergelder zu verschwenden. Die FDP hat das Volk mit ihren teilweise guten Ideen nicht erreicht und leidet unter dem Abzocker-Image. Die Grünen haben die 10% knapp verfehlt. Die Grünliberalen liegen im Kanton Zürich mit den Grünen gleich auf und haben 3 Sitze erreicht, im Kanton St.Gallen reicht es jedoch nicht für einen Sitz. Die Stimmen aus der Stadt Zürich sind noch nicht ausgezählt.vor 18 Jahren |
 | Eigentlich bin ich ja gegen -ismen, weil hinter jedem -ismus eine grosse Sturheit steckt. Trotzdem würde ich das etwas differenzierter sehen:
Der Kapitalismus mit Vorreiter USA baut darauf, dass jeder Mensch ein Egoist ist und die grösste Energie aufbringen kann, wenn es darum geht, den eigenen Wohlstand zu maximieren. Das stimmt auch. Im Kommunismus der UdSSR hat sich gezeigt, dass, wenn Leute nur für einen anonymen Staat arbeiten, viel weniger Einsatz geleistet wird. Ich hatte Verwandte in der DDR, und da hatte zwar jeder einen Job, aber gearbeitet hat man kaum, weil der Lohn nicht von der Leisung abhing. Jemand hat mal gesagt: "Altruismus existiert nicht - sogar wenn wir etwas angeblich nur für andere tun, tun wir dies in Wirklichkeit nur aus Eigennutz, um unser Gewissen zu beruhigen".
Fazit: der marktwirtschaftliche Kapitalismus ist die effizienteste, heute bekannte Gesellschaftsform. Sein Problem ist aber das mangelnde Gewissen, denn Aktien sind anonym und Aktionäre müssen sich nicht für Ihren Einsatz moralisch rechtfertigen. Deshalb braucht die Marktwirtschaft eine Lenkung durch eine unabhängige Kontrollinstanz. Das ist einerseits der Konsument, der z.B. lieber Max-Havelaar-Kaffee ohne Kinderarbeit kauft - und andererseits der Staat, der z.B. Umwelt- und Sozialabgaben einfüht und den Service-Public übernimmt, der wirtschaftlich für kein Unternehmen interessant ist. Wichtig sind auch unabhängige Medien, die den Konsumenten die Entscheidungsgrundlagen liefern.
Unser System in der Schweiz ist da nicht schlecht. Nur in gewissen Bereichen spielt der Markt nicht: Das Verbot von Parallelimporten verteuert unsere Waren, und die subventionierte Landwirtschaft verweigert der dritten Welt ihre Exportchancen. Die direkte Demokratie gibt dem Volk viel Macht. Nur wenn das Schweizer Stimmvolk die Erbschaftssteuer abschafft, und damit nur den Reichen nützt, ist es einfach dämlich.
In der USA fehlt weitgehend die staatliche Regulierung. Die Sozialleistungen sind lausig. Und im Bereich der Krankenversicherung ist ein rein privates System einfach das falsche, weil man schliesslich nicht freiwillig krank wird. Das grösste Problem der USA ist ihr bescheuertes Wahlsystem, das nur 2 Parteien eine Chance gibt. Und deshalb politisieren beide immer um die gleichen Themen herum.
Der Mensch ist nun mal wie er ist. Und daran ist Karl Marx damals gescheitert. Und daran scheitert auch die gutgläubige Sozialpolitik der SP, die dauernd von faulen Eiern unterwandert wird, was wiederum nur der SVP neue Stimmen verschafft. Wir müssen akzeptieren, dass der Mensch egoistisch denkt und diesen Umstand nicht bekämpfen sondern ausnützen. Die Globalisierung ist eine natürliche Entwicklung, die sich nicht aufhalten lässt. Aber sie bringt auch grosse Chancen. Deshalb bin ich für eine freie Marktwirtschaft als Energiequelle in Kombination mit Lenkungsabgaben und einem staatlichem Sozialsystem, das jedem Menschen eine zweite Chance gibt.vor 18 Jahren |
 | Felix Gutzwiller (FDP) ist gewählt. Für den zweiten Sitz braucht der Kanton Zürich einen zweiten Wahlgang. Ueli Maurer (SVP) hat die Hürde nicht geschafft, ebenso Chantal Gallade (SP) und Verena Diener (GLP).
Nur wenn Mitte links mit einer gemeinsamen Kandidatin in den zweiten Wahlgang steigt, könnte Ueli Maurer verhindert werden. Aber können die Linken sich zusammenraufen?vor 18 Jahren |
 | Wirtschaftsliberalismus kennt nur Wachstum und Gewinnmaximierung. Rücksichtslose Ausbeutung des ganzen Planeten zugunsten von ein paar wenigen (global gesehen gehören wir selbst dazu), die sowieso schon nicht mehr wissen, was sie mit Ihrem Wohlstand anfangen sollen. Da kriegt man dann schnell "ernsthafte" Probleme wie böse Ausländer, böse Jugendliche, böse Sozialschmarotzer, böser Blocher, böse Minarette und so weiter... lächerlich! Und wohin ungebremster Wirtschaftsliberalismus führt, sieht man exemplarisch an den US of bloody A. Da ist man wirtschaftlich schon so "liberal", dass sogar Kriege aus wirtschaftlichen Gründen geführt werden. Leider machen sich in unserem Land die erstarkten "Rechten" nun endgültig daran, unsere soziale Marktwirtschaft (das beste Modell im Kosmos) in eine gänzlich freie umzuwandeln. Unverschämt, Dumm & egoman - *brechreiz*vor 18 Jahren |
 | Wirklich eine spanndende Wahlsendung auf diesem Kanal!
Tja, was ist in der Politik noch rechts und links. Die Rechts-Links-Skala hat irgendwie ausgedient. Ich bin wirtschaftlich liberal, weil ich glaube, dass nur die Marktwirtschaft die treibende Kraft hat, uns vorwärts zu bringen. Die Ineffizienz von Staatsbetrieben wurde oft genug bewiesen. Ich weiss aber auch, dass Aktionäre zu kurzfristig denken, weshalb man die Marktwirtschaft in gewissen Bereichen lenken muss um langfristig die Interessen der Menschheit zu wahren.
Wenn ich gesellschaftlich liberal bin, heisst das nicht, dass ich finde, jeder soll tun und lassen können, was er will. Ich befürworte klar harte Strafen für Gewalttäter und Leute, die unverantwortlich handeln. Aber ich bin eben auch gegen einen Schnüffelstaat wo alle einander hinterherspionieren.
Meine Fakten habe ich aus dem Budget der Stadt Zürich. Die Zahlen sprechen für sich. Gewiss betreffen die Attacken gegen Darkrooms und Partygäste nur eine kleine Randgruppe mit etwas anderer Lebensweise als dem gutbürgerlichen Schweizer Durchschnitt. Aber was hat diese Gruppe denn getan, dass sie es verdient hat, so unterdrückt zu werden?
Es ist nicht egoistisch, sich für eine unterdrückte Randgruppe einzusetzen. Aber es ist sehr egoistisch, nur aus einem gesellschaftsideologischen Background heraus die Verfolgung von Leuten zu fordern, die einem nichts getan haben.
Ich bleibe dabei: Die Stadtpolizei hat genug Mittel, setzt sie aber am falschen Ort ein. Die Jugendgewalt wird nicht abnehmen, wenn man Sex verbietet, friedliche Partydrogen wie Cannabis und E verfolgt und genau die Parties schliesst, an denen es niemals Prügeleien gab. Der Grund der Gewalt liegt in Macho-Allüren und Alkohol. Und wenn unsere liebe Esthi es nicht schaft, die Bevölkerung vor den wahren Gewalttätern zu schützen, weil ihre Truppe lieber Zeit damit vertrödelt, Kiffer zu besseren Alkis umzuerziehen, dann profitiert davon letztendlich nur die SVP.vor 18 Jahren |
 | ... und ich glaube, es ist auch der GLP klar geworden, dass sie mit dieser Listenverbindung viele Leute verärgert haben.vor 18 Jahren |
 | Die einzigen Listen, die wir im Kanton Zürich bei den Nationalratswahlen abgeben können, die insgesamt vorbehaltslos für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle Paare sind, und "uns" somit nicht nur passiv akzeptieren, sondern gesellschaftlich auch tatsächlich wertschätzen und weiterbringen wollen, sind die folgenden:
Liste 08 - Alternative Liste
Liste 13 - JUSO (JungsozialistInnen)
Liste 25 - Humanistische Partei
Jeder aufrechte Zürcher Schwule, der neben seiner eventuell vorhandenen Präferenz für Darkrooms & Betäubungsmittel auch gesellschaftlich Gleichberechtigung einfordern will, wählt eine der genannten Listen - ansonsten und vielleicht auch trotzdem viel Spass weiterhin beim heiteren Randgruppendasein! ;)vor 18 Jahren |
 | ...gerade im hirnrissigen Positionspapier der GLP-Wahlpartnerin EDU gesehen:
"JEGLICHE/R Konsum, Herstellung und Verkauf von Drogen MUSS verboten und..." (noch schöner!) ..."geächtet werden"
Diese Leute wollen Dich im Gegensatz zu funky Esthi also sogar bei Dir zu Hause festnehmen lassen, wenn Du Dir 'ne Tüte genehmigst...
Das Einlegen der GLP-Liste unterstützt politisch indirekt diese Gesinnung, voilà - eat THIS!vor 18 Jahren |
 | zu 2a)
Du bist bei diesem Thema wesentlich liberaler als ich eingestellt, wählst aber konservativer - irgendwas läuft hier falsch, *schmunzel*
zu 2b)
Ein weiterer Kjell-Buntmix aus Fakten & Unterstellungen. Darf man als Meinung aber sicherlich so stehen lassen.
zu 3)
Kindisch, echt jetzt. Ausserdem im Zusammenhang mit den National- und Ständeratswahlen (ich habe gemeint es geht hier um diese) schlichtweg irrelevant.
allgemein
Die nationale Legislativwahl wäre DIE Gelegenheit, Leute zu unterstützen, die eine gesellschaftlich besonders liberale Einstellung haben. Klein-Kjell aber schmollt, weil die Zürcher Stadtpolizei teilweise auch dort Recht durchsetzt, wo es ihm persönlich (und einer gesamtgesellschaftlich verschwindend kleinen Gruppe von schwulen Darkroom- und Partydrogenliebhabern) nicht eben perfekt in den Kram passt. Empfinde ich als sehr egoistisch (das ist natürlich "in", aber ob's auch gut ist?) und alles in allem sehr, SEHR schade.
;)vor 18 Jahren |
 | Hallo xtraordinarymachine
2a) Eine Bagatelle ist meiner Meinung nach, wie in meinem letzten Beitrag gesagt, ein Delikt ohne wesentliche Gefährdung oder Schädigung von Drittpersonen. Also z.B. Eigenkonsum. Drogenhandel finde ich moralisch verwerflich, wenn jemand z.B. Kinder in eine Abhängigkeit treibt (Handyklingeltöne sind auch Drogen), oder Dreck verkauft, der die Gesundheit schädigt (Koks mit Rattengift, Pillen mit Scopolamin oder auch nur Gammelfleisch). Dass die juristische Einteilung legaler und illegaler Drogen nichts mit der Gesundheitsschädlichkeit zu tun hat, ist ja allgemein bekannt. Bargäste von Alkohol abhängig zu machen und damit die Kassen zu füllen ist zwar legal, aber moralisch kein Bisschen besser.
2b) Mir ist nicht bekannt, wer oder was in der Stadtpolizei entscheidet, wohin ein Beamter geschickt wird. Öffentlich ist nur das Budget der Ordnungsbusseneinnahmen 2008: CHF 72 Millionen. Pro Kopf der 350'000 Einwohner Zürichs (inkl. Rentner und Kleinkinder) sind das 205.- ! Da ich nicht glaube, dass Zürcher viel krimineller sind als andere Europäer, kann es also nur sein, dass unsere Polizei besonders bussengeil ist.
Die Einsätze gegen Darkrooms, Lounge-Chairs oder das Nackt-Ausziehen von Kiffern wurden ja schon genügend in der Presse dokumentiert. All diese Aktionen dienten wohl kaum der Erhöhung der Bevölkerungssicherheit - es ging einzig um Schikanen, Machtspielchen, Erfolgsstatistiken und Busseneinnahmen.
Kleine Kiffer zu jagen, sie nackt auszuziehen und mit 250 Franken zu büssen, hält niemanden davor ab, ungesund zu leben. Aber die Personal- und Verfahrenskosten sind beachtlich. Die Stapo allein hat 2000 Leute und kostet 329 Millionen. Dazu kommt die Justiz, die sich mit jedem Kiffer beschäftigen muss. Aber gleichzeitig fehlen die Beamten, wenn jemand verprügelt wird ?!
3) Wenn die SP wirklich gesellschaftlich liberal sein will, dann muss sie Esther Maurer zurückpfeifen. Solange sie das nicht tut, ist sie für mich nicht mehr glaubhaft.
Ich bin kein Gegner der Polizei - es gibt viele gute Polizisten und wir brauchen gute Leute, die unsere Sicherheit garantieren. Aber das ist definitiv nicht das, was die Mehrheit dieser Einheit 2007 geleistet hat.
Cheers!vor 18 Jahren |
 | Lieber Kjell
1) Nix zu danken, Deine engagierte Art hier Beiträge zu verfassen, zeichnet Dich definitiv aus.
2a) Ist es Deiner Meinung nach eine Bagatelle, wenn in einem Club von der Leitung systematisch mit Drogen gehandelt wird (zumindest die Funde in einem Fall legen dies äusserst nahe), um das Klima einer rechtsfreien Zone zu schaffen, damit die dadurch zugedröhnten Schäfchen im Hedonismus-Sprudelbad regelmässig, treu und fleissig die Kassen füllen?
2b) Ich empfehle Dir einen Schnuppertag bei der Stadtpolizei. Zu unterstellen, dass da bewusst nur nach Bagatellen gesucht wird um Kasse zu machen, zeugt von totaler Unkenntniss (oder blumerantester Phantasie Mörgeli-scher' Prägung) über deren Arbeit. Es gibt genug schwule Polizisten, mach Dich mal schlau - und attraktiv sind sie auch noch in ihren schiquen Uniformen, *frechgrins*
3) Deine Wahlstrategie ist zwar gut gemeint, aber völlig ineffektiv. Wenn Du Esther Maurer so schlimm findest, dann wähle Sie bei den kommenden Stadtratswahlen einfach nicht wieder (falls Sie nochmals antritt - oder dies überhaupt kann?); das ist Deine persönliche Meinung und darum natürlich total okay. Wenn Du Dir allerdings wünschst - und jetzt bitte ganz aufmerksam lauschen - dass auf Bundesebende gesetzgeberisch in Zukunft in Deinem gesellschaftspolitisch liberalen Sinne gearbeitet wird, dann bist Du mit der GLP teilweise und mit der FDP (gerade bei dieser Wahl hilfst du damit auch der fantabulösen Ass-VP) absolut fehlvertreten...
Cheers!vor 18 Jahren |
 | Hallo xtraordinarymachine
Vielen Dank für den Titel "Schwulenaktivist". Ich fühl mich geehrt!
Polizeivorsteherin Esther Maurer redete sich in Ihrer Argumentation immer auf den Grundsatz heraus, dass Sie ja nur geltendes Recht durchsetze, was ja schliesslich ihr Job sei. Ich aber habe aber immer nur kritisiert, wie sie ihre Ressourcen einteilt.
In Zürich ist heute alles mögliche illegal. Darunter sind viele Delikte, die jeder normale Mensch für Bagatellen hält und kaum verfolgen würde, weil niemand dabei zu Schaden kommt: Vergehen wie z.B. 5 Minuten zu lange parken, Loungesessel oder Sonnenschirme aufs Trottoir stellen, bis halb 11 Musik hören, an einer Party vögeln oder mal am Wochenende eine Tüte rauchen oder eine Pille schlucken. In jeder normalen Stadt (und auch in Zürich bis 2004) rückte wegen solchen Kleinigkeiten kein Polizist aus. Toleranz gehörte zu den wesentlichen Schweizer Tugenden. Die Polizei beliess es bei einer mündlichen Verwarnung und schritt erst ein, wenn andere Leute gefährdet oder geschädigt wurden.
Da die Gesetze die gleichen sind wie früher, ist der Entscheid, den Fokus der Polizeiarbeit neuerdings auf Bagatelldelikte zu legen, ein rein politischer. Und die einzige Möglichkeit, politischen Druck auf die Stadtpolizei auszuüben, geht über die Partei ihrer Führungsperson. Nur wenn die SP Angst um Ihre Wählerstimmen hat, wird sie Frau Maurer dazu drängen, die Einsätze der Polizei dem Gefahrenpotential und nicht den Busseneinnahmen anzupassen.vor 18 Jahren |
 | Parteien die gesellschaftlich liberal ausgerichtet sind, sind die einzigen, die schwulenfreundliche Politik machen werden. Gemäss Informationen des genialen Tools smartvote.ch lässt sich hierzu festhalten, dass praktisch ausschliesslich linke Parteien in Frage kommen. Stark liberal sind im gesellschaftlichen Bereich die SP, die Grünen, die Linke Alternative (AL/PdA), die Humanistische Partei sowie die CSP (trotz dem "bösen" C liberaler als GLP und FDP)... Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass die Vorzeige-Liberalen dies vorwiegend (GLP) oder ausschliesslich (FDP) wirtschaftlich sind. Sogar die CVP ist gesellschaftlich liberaler als die FDP, man(n) muss sich das 'mal auf der Zunge zergehen lassen. Der Gipfel ist allerdings, dass einzelne bürgerliche, öffentlich als schwul bekannte Politiker (in Zürich zB bei der FDP prominent vertreten) politisch GEGEN (!) ein Adoptionsrecht für Homosexuelle Menschen sind... aber halloho! Zur lächerlichen SVP braucht man eigentlich nichts zu sagen - sie ist es schlicht und ergreifend nicht wert...
Dem geschätzten Schwulenaktivisten Kjell sei hiermeit einmal ausdrücklich (und ganz und gar ironiefrei) für sein Engagement gedankt. Begreifen sollte er allerdings endlich, dass die dickeierige Esthi ("ich kann das, ich bin schliesslich eine Frau" - herrlich!) zwar politisch für die Clubrazzien/-schliessungen verantwortlich ist, dies aber nicht in erster Linie als SP-Funktionärin tut, sondern in ihrer Funktion als Polizeivorsteheren - die nichts anderes macht, als geltendes Recht (ob subjektiv "richtig" oder nicht, da darf man bestimmt drüber streiten) nach bestem Wissen und Gewissen durchzusetzen. Dass eigentlich eine FDP-Frau den Stein in's Rollen gebracht hat, bei der zeitweise ein einschlägig bekannter schwuler Dealer und Politiker Unterschlupf genoss, ist inzwischen über die Zeitungen ja hoffentlich zu jederMann durchgedrungen...
Also, Vorsicht beim Wählen! ;)vor 18 Jahren |
 | Tatsächlich kommt es bei der Ständeratswahl nicht auf Listenverbindungen an. Vielleicht wähle ich ja auch Gutzwiller. Nur dass er dauernd mit Ueli Maurer auf den Plakaten posieren muss, ist mir schon sehr unsympatisch.
Bei der Nationalratswahl wählt man in erster Linie Parteien. Ob man nun eine leere Liste nimmt und 17 GLP-Leute plus 17 FDPler drauf schreibt oder die GLP-Liste nimmt und 17 Leute darauf durch FDP-ler ersetzt, kommt aufs gleiche raus: 17 Stimmen für die GLP und 17 für die FDP. Die Stimmenzahl bestimmt die Anzahl Sitze und erst dann entscheidet sich, welche Kandidaten innerhalb der Partei die meisten Stimmen bekommen haben und sich auf die ergatterten Stühle setzen dürfen.
Wenn du also Leute wählst, die innerhalb ihrer Partei kaum Chancen haben, verhilfst du damit in erster Linie der Partei zu einem Sitz, auf dem dann ev. der Spitzenkandidat platz nimmt, den du gar nicht haben wolltest. Am Effektivsten ist es erst mal die richtige Partei zu wählen und dann innerhalb dieser Partei mit Doppelstimmen (kummulieren) die guten Leute weiter nach vorn zu bringen.
Also wir haben jetzt tatsächlich GLP gewählt und die Proschwulen und gesellschaftlich Liberalen auf Kosten der Law-and-Order-Typen verdoppelt.vor 18 Jahren |
 | Halten wir fest der Gutzwiller pass dem Kjell ganz gut. Trotz seiner Kompetenzen wähler ihn nicht, da seine Partei - nicht er - zusammen geht mit der sch... SVP? Dann kann er auch den Schwulen Portmann nicht wählen.
Für mich steht immer die Person im Vordergrund und nicht die Partei. Ich finde es falsch nur wegen Listenvebindungen von den Parteien die Personen zu bestrafen. Wir wollen doch unsere Leute und gute Leute in Bern und nicht nur Parteien. Es besteht ja auch die Möglichkeit eine neutrale Liste zu verwenden, die Man(n) selber mit Namen füllt.vor 18 Jahren |
 | ...kann man sicher. Nur sollte man darauf achten, dass man nur Politiker wählt, die auch in der Partei sind, welche man vertreten haben möchte. Schreibt man einen Politiker, der selber liberal ist, aber einer konservativen Partei angehört, auf die Liste (Nationalrat), so geht die Stimme an die konservative Partei, und erst in 2. Linie an den entsprechenden Politiker...
Ständeräte kann man hingegen wählen, wen man will, aber das Zusammenspannen mit erzkonservativen Nationalisten belohne ich persönlich nicht...vor 18 Jahren |
 | Hallo Kjell
Du kannst doch den Felix Gutzwiller auf den Wahlzettel für den Ständerar setzten und den Maurer nicht. Dann bekommt Maurer und sie SVP auch keine Stimme.
Beim Nationalrat kannst du auch die Liste der GLP und den Portman von der FDP, oder noch Andere, dazu schreiben. Die Möglichkeiten des Panaschierens und Kumulierens sind ja gross.vor 18 Jahren |
 | Die einen behaupten ja, Listenverbindungen seien eine rein mathematische Geschichte, und wer da nicht mit macht, verliere wichtige Stimmen. Trotzdem profitiert nun auch die ultrakonservative EDU von überzähligen GLP-Stimmen. Wie sich eine grünliberale Partei sich mit einer gesellschaftlich absolut antiliberalen Religionspartei verbinden kann, ist mir in der Tat schleierhaft und mindestens so unsympathisch wie das Zusammenspannen von FDP (Gutzwiller) und SVP (Maurer) in der Ständeratswahl.
Da ich Ueli Maurer nicht im Ständerat haben will, werde ich auch Felix Gutzwiller nicht wählen, obwohl ich ihn für einen guten Mann halte. Die GLP hat eine Wählerbasis aus vielen Leuten, die mit den anderen Parteien nicht zufrieden sind. Aber sie hat als junge Partei noch keine Stammwähler. Da sollte man umsomehr aufpassen, mit wem man ins Bett steigt. Denn so schnell wie sie gekommen sind, können die GLP-Wähler auch wieder gehen. Wir haben von der Partei noch nicht viele Taten gesehen. Man kennt ein paar Aussagen von Martin Bäumle und Tiana Moser. Man kann spekulieren, dass die GLP in erster Linie Grüne sind, die glauben mit Annäherung an die Wirtschaft und etwas Opportunismus schneller an die Macht zu kommen als auf dem links-ökologischen Weg der Grünen Partei. Viele Umweltbewusste wählen GLP, weil ihnen die Grünen zu weit links stehen. Und viele Liberale wählen GLP, weil ihnen die FDP zu rechts-konservativ geworden ist. Die GLP selbst behauptet, grün und pro Wirtschaft zu sein. Wie es mit dem gesellschaftlichen Liberalismus steht, können wir nur mutmassen. Die Gesinnung offenbart sich meistens an Fragen zu Schwulenadoption oder Drogenpolitik. Letztere zeigt wunderschön, wer rational denken kann, und wer sich mangels Weitsichtigkeit hinter irrationalen Dogmen versteckt.
Da ich für eine liberale Politik bin und unsere Liberal-Soziale Partei (noch) nicht existiert, werde ich wohl doch die GLP-Liste nehmen und denjenigen doppelte Stimmen geben, die sich bei smartvote.ch auch als gesellschaftlich liberal zeigen. vor 18 Jahren |
 | Hoi Kjell
ich denke, du sprichst wohl vielen aus dem Herzen. Auch ich habe mein graues Couvert noch nicht geöffnet, werde das zwar wohl schon tun... aber welche Partei wählen?
GLP: ein Hoffnungsträger, ja. aber die Tatsache dieser Listenverbindung - man kann es kaum glauben - mit der EVP und insbesondere mit der EDU - lässt mir keine Wahl: ich kann die GLP nicht wählen!
also... weiter philosophieren und abwarten... oder doch eventuell eine neue Partei gründen, welche sozial, liberal und oekologisch ist: z.B. die "sozial-liberale Partei" SLP gründen?
LG - folifan
vor 18 Jahren |
Blog Home • Neuer: What this site was meant for... • Älter: Queer As Folk auf Pro7
|
Der Off-Topic-Blog für alles, das sonst nirgends rein passt. Hier darf jeder gaYmeBoy schreiben.
The open blog for all off-topic postings. All gaYmeBoys can post here.
Blogkalender: 2024:2022:2019:2018:2017:2016:2015:2014:2013:2012:2011:2010:2009:2008:2007:2006:2005:
Neuen Blog erstellen 
Alle Blogs
Du kannst nicht nur Blogs lesen - du bekommst dein eigenes Profil, eigene Blogs und Bildergalerien und triffst viele tausend heisse Jungs aus der ganzen Welt. gaYmeBoys.com ist eine neue schnell wachsende Gay-Community, gegründet in der Schweiz. gaYmeBoys ist mehr als eine weitere Dating-Plattform. Es ist ein Webspace von Gays für Gays, für Partyhuschen, Szeneschwestern, Alpen-Drag-Queens, Lederbären und Grossstadt-Tunten, Kreative und Fun People. Wir freuen uns auf interessante Gays aus der ganzen Welt, die mit uns eine spannende Community aufbauen und ihre Erlebnisse mit andern Schwulen teilen möchten. Mach mit - es kostet nix!
|