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15.01.2012

BjoernSunshine

Zurich Pride Festival: 15.6.2012: Welcome to Reality

Der Verein Zurich Pride Festival hat das Datum und das Motto für das diesjährige Zurich Pride Festival festgelegt. Die Vorbereitungen für 2012 sind bereits angelaufen – wieder mit viel Engagement und einem teilweise neuen Vorstand.

Zürich, 12. Januar 2012 – Das Zurich Pride Festival hat sein Motto für die Session 2012 bestimmt und auch zeitgleich das neue Datum der Veranstaltung festgelegt. Im letzten Jahr wurde erstmalig die Zurich Pride Week eingeführt. Der Mediensprecher des Festivals Chriss Kling erklärt das Dank der grossartigen Unterstützung der verschiedenen Vereine und Institutionen viele sportliche und kulturelle Events in der Woche vor dem Zurich Pride Festival durchgeführt werden konnten. Die Zurich Pride Week findet vom 08. Juni bis 17. Juni 2012 statt. Ein genauer Eventplan wird ab Mai 2012 auf der Webseite des Festivals ersichtlich sein.
Das Open Air Zurich Pride Festival wird dann vom 15. Juni bis 17. Juni 2012 stattfinden. Die Parade wird traditionell wieder am Samstag (16. Juni 2012) durchgeführt.

Neues Motto für 2012. Das Motto „Welcome to Reality“ (zu Deutsch: Willkommen in der Realität) der Zurich Pride 2012 soll Aufwecken, Aufzeigen und den Blick auf die heutigen Probleme lenken.
Vieles wurde bereits erreicht, wie das Partnerschaftsgesetz in der Schweiz oder ein Adoptionsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare in einigen europäischen Ländern.
Trotzdem müssen wir weiterkämpfen – aber das ist nicht allen bewusst!

Die heutigen Probleme in einer oberflächlichen Scheinwelt gehen schnell vergessen oder werden einfach verdrängt. So haben junge Homosexuelle, deren Outing nicht akzeptiert wird von Familie und Freunden oft mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen, da der Rückhalt fehlt. Homosexualität gilt im privatwirtschaftlichen Umfeld noch immer als Karrierebremse. Es fehlt in der Schweiz an einem Diskriminierungsgesetz, weswegen mediale Beleidigungen der Homosexuellen durch die Walliser SVP ungestraft bleiben.

Nicht nur in unserem Land gilt es noch Missstände zu bekämpfen. Wie geht es Homosexuellen in anderen Regionen dieser Erde. In Afrika und im mittleren Osten werden Menschen aufgrund ihrer Homosexualität getötet oder jahrelang ins Gefängnis gebracht. Menschen die aus ihren Ländern fliehen müssen und Asyl beantragen wollen, müssen ein unmenschliches und schwieriges Verfahren antreten.

All dessen sollten wir uns bewusst sein, wenn wir unser eigenes Leben offen und frei gestalten können. Und uns nur ein kleines bisschen einsetzen, nur etwas Zivilcourage zeigen, damit das allen Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern ermöglicht wird.
Mit dem Fokus auf die Menschenrechte setzen sich dieses Jahr das Zurich Pride Festival zusammen mit den nationalen Dachorganisationen Pink Cross und LOS dafür ein, dass alle zu ihren Rechten kommen.

Welcome to Reality – es gibt noch viel zu tun ausserhalb deiner eigenen Welt!

Ein erneuerter Vorstand. An der Generalversammlung im November 2011 wurde der Vorstand des Vereines neu gewählt. Das Ressort Marketing bleibt leider weiterhin unbesetzt und wird, bis zur Findung eines Interessierten, ad interim vom Ressort Kommunikation mitbetreut. Wie folgt, ergibt sich eine neue Zusammensetzung des Vorstandes:
Präsidentin bleibt Nathalie Schaltegger, für das Ressort Festival Patrique Maget, der zugleich Vize-Präsident ist. Für das Ressort Finanzen wurde neu Karin Steiner gewählt. Das Ressort Parade & Politik übernimmt neu David Reichlin. Im Ressort Mitglieder & Administration bleibt Werner Neth, genauso wie auch im Ressort Kommunikation Chriss Kling im Amt bleibt.

Neues Team bereit für 2012. Mit diesem neuen Team und einem grossen Organisationskomitee startet der Verein Zurich Pride Festival in die kommende Pride-Saison 2012. In den nächsten Wochen warten zahlreiche Aufgaben und neue Ideen auf ihre Umsetzung. Die Details zum Veranstaltungsort, zum Programm und zur Paradestrecke gibt der Verein in den nächsten Monaten bekannt, sobald der Entscheid der Behörden über die eingereichten Gesuche eingegangen ist. Eines der grossen Vereinsziele bleibt auch im neuen Vereinsjahr die Kooperation mit anderen Schweizer Vereinen, Institutionen und Organisationen, die gleiche und ähnliche Ziele verfolgen. Und: Jede und Jeder soll das Zurich Pride Festival mitgestalten können.

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BjoernSunshine
 Ein Gay-Pride-Motto, das den Nagel auf den Kopf trifft - in zweierlei Hinsicht.

Einerseits die Realität, dass in der weiten schwulen Welt noch lange nicht alle Gays gleiche Rechte haben, und auch hierzulande viele Arten der Diskriminierung noch immer Tatsache sind. Andererseits die Realität, dass die schwulen Schweizer heute keine homogene Gruppe mehr sind, die zusammen für gleiche Ziele einstehen, sondern höchstens noch eine Marketingzielgruppe mit ähnlichen Interessen, die sich nur dann an einem CSD oder Pride Festival einfindet, wenn das Unterhaltungsangebot stimmt.

Ok, das war jetzt sehr böse formuliert, aber seid mal ehrlich. Wann habt ihr zum lezten Mal etwas für eure (Schweizer) Gay Community getan ohne dabei primär an euch selbst zu denken?

Vor 10 Jahren handelte man als Gay noch viel bewusster. Man ging in Gayclubs und Gaybars aus, wo ein Rainbowflag am Eingang zeigte, dass der Clubbesitzer die Szene unterstützte. Man kaufte schwule Bücher im lokalen Gayshop und nicht bei Amazon. Und wenn Veranstalter eine Party machten, flossen die Werbegelder an lokale Gaymedien, die damit wieder gute Reportagen finanzierten, und nicht an Facebook und andere multinationale Konzerne. Damals war die Szene stark und konnte etwas bewirken.

Heute sieht die Realität (zumindest in der Schweiz) anders aus: den Gays ist die Loyalität zur lokalen Szene abhanden gekommen. Sie haben sich vom Allerweltsmarketing einreden lassen, dass sie so normal sind wie alle Normalos. Ich arbeite im Marketing und weiss wie gut wir sind. Wir verkaufen euch nicht die Produkte, die ihr braucht, sondern wir wecken in euch die Bedürfnisse nach Produkten, die wir verkaufen wollen. Und weil Werbemassnahmen in Markenprodukten der grösste Kostenfaktor sind und erst bei grosser Masse rentabel werden, wird heute nur noch erfolgreich produziert und verkauft, was dem Massengeschmack entspricht. Glaubst du wirklich, dass du dich selbst für dein iPhone entschieden hast, weil es das beste Handy ist? Die Marketingleute von Apple sind die Besten der Welt und wenn Steve Jobs es gewollt hätte, würdest du heute glauben, dass sich die Sonne um die Erde dreht und Gott eine App ist. - Ungefilterte Information, eigene Gedanken, eigener Wille, Individualität wird zwar nicht verboten, aber je länger je unbezahlbarer.

Das Geld bestimmt den Gang der Welt. Und deshalb werden die Schwulen auch irgendwann zu gleichen Rechten kommen, weil es nicht im kommerziellen Interesse liegt, eine konsumfreudige Gruppe aus der Konsumwelt auszuschliessen. Aber gleichzeitig werden die Schwulen (weltweit genau wie in der Schweiz) ihre Identität verlieren, weil grundsätzlich Abweichungen von der Norm Dinge verteuern und deshalb nicht im kommerziellen Interesse liegen. Schwul sein wird bald jeder dürfen, wenn sein Konsumverhalten mehrheitsfähig ist, aber schwul leben können bald nur noch wenige, die sich eine solche Abweichung vom Mainstream leisten können.15 years ago

 

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