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13.06.2016

BjoernSunshine

Zurich Pride - Teamplay mit Ausschluss

Das Motto gefiel mir gut: "Team for Love". Und nach dem Terroranschlag auf einen Schwulenclub in Orlando wäre Zusammenhalt in der freien Welt noch viel wichtiger. Umso mehr stösst mir sauer auf, wie sehr das Team, das auf einem Foto von Raymond dieses schöne Banner trägt, den Ausschluss eines Teils der Zürcher Szene praktizierte.

Wer den Zürcher CSD vor 10 Jahren noch kannte, erinnert sich an einen farbenfrohen Umzug mit schrillen Drag Queens, leckeren Gogo-Boys mit jeder Menge Sexappeal und hammermässigem Sound wie an der Street Parade. Der Umzug war damals für Zürich keine nervige Demo sondern eine tolle Parade, die alle begeisterte und uns grosse Sympathien und das Volks-Ja zum Partnerschaftsgesetz einbrachte. Dass am Samstag das Wetter nicht mitspielte, kann man dem Pride-Vorstand nicht anlasten. Dass der Umzug trotz angeblicher Rekordteilnehmerzahlen seit Jahren immer langweiliger wird und kaum noch ein Wagen guten Sound und Stimmung auf die Strasse bringt*, aber schon.

Ich kenne die Konditionen nicht, die die Veranstalter hätten zahlen müssen, um ins offizielle Programm aufgenommen zu werden, und kann nicht beurteilen, ob der Preis für Werbung auf dem Festplatz angemessen oder überrissen war. Aber der Umstand, dass es nicht gelingt, die ganze schwule Partyszene in die Pride miteinzubinden, wirft sicher keinen Glanz auf Zürich und lässt das Motto "Team for Love" ziemlich hohl aussehen.


*Leider konnte ich selbst am Umzug nicht dabei sein (und kann nur wiedergeben, was unsere Freunde sagten). Dank einer Magenverstimmung lag ich den ganzen Samstag krank im Bett und bei 15 Grad und Regengüssen traute sich auch kein anderer, mit nackter Haut auf dem Festplatz für die Freiheit der Liebe zu demonstrieren. Die Shows vom Samstag haben wir deshalb nicht gesehen. Freunde erzählten uns, die offizielle Pride-Party im Kaufleuten sei sehr gut gewesen. Es gab dort angeblich (entgegen meiner Prognose) auch viele heisse Jungs mit nacktem Oberkörper. Nur einen Freund von uns hätte die Security fast rausgeschmissen, weil er sich (welch Skandal!) zu einer homosexuellen Tat an einer homosexuellen Pride-Party hinreissen liess**. Nach der Erklärung, er heisse Steve und sei hier als DJ, liess man ihn dann mit einer Verwarnung laufen. Woher sollte auch ein internationaler Stargast die Prüderie von Zürich kennen?
** ich hätte das gleiche getan und nein, es war nicht Steven Redant.

Wir entschieden uns am Abend für die Wonderworld-Party, einen der Szene-Events, die von offizieller Seite totgeschwiegen wurden. Als wir kurz nach 11 in den Saal im Zeughausareal kamen, waren wir sprachlos. "Dive into a colorful party world. Expect a spectacular decoration", stand auf der Homepage von Wonderworld, (s. Screenshot) aber alle Wände waren weiss, komplett weiss mit keinem einzigen Milligramm an Farbe oder Dekoration. Der absolute Höhepunkt der Verarschung - ein Künstler hätte es nicht schöner inszenieren können - waren zwei Klappstühle, die einsam in einer Ecke des Raumes vor den weissen Wänden standen und vermutlich die in der Werbung angekündigte Chill-out Area symbolisieren sollten.

Nein, liebe Veranstalter, nicht nur ich hatte eine Magenverstimmung und sah euren Event durch eine schwarze Brille sondern jeder, der in diesen leeren Raum trat, fühlte sich total verarscht. Das Label "Wonderworld", das einst für fantastisch dekorierte und mit viel Fantasie inszenierte Partys stand, habt ihr mit diesem Anlass selbst beerdigt. Die Partynacht rettete letztendlich der grossartige DJ Chris Bekker, der einzig mit seiner Musik die gesamte Stimmung in den Saal zaubern musste, die die leeren Versprechen in der Werbung vergeigt hatten.

Als kurz nach 5 die meisten Gäste fluchtartig die Party verliessen (genau wie damals, 2006, als das Labyrinth sein neues Lokal mit klinisch weissen Wänden präsentierte und kurz darauf in Konkurs ging), machten auch wir uns auf an die Wonderworld-Afterhour, wo uns der Veranstalter freundlicherweise die 10 Franken Eintritt schenkte und mir vorrechnete, wie teuer es ist, in der Stadt Zürich eine Party zu organisieren. Fact ist aber: Keiner reklamierte über den Preis. 25 Franken Eintritt für eine CSD-Party sind billig. In jeder anderen Stadt von Madrid bis London zahlt man gern das Doppelte ohne zu meckern, wenn eine richtig gute Pride-Party hält, was sie verspricht.


Die Wonderworld-Afterparty in der Alten Kaserne war zum Glück wieder besser, da dieser Raum zumindest schwarze Wände und eine gute Lightshow hat. Der Sound war geil und mit den von der offiziellen Pride-Party begeisterten Leuten kam sogar ganz gute Stimmung auf. Natürlich liess es sich auch diesmal die Security nicht nehmen, ein frischverliebtes schwules Päärchen sexuell zu bevormunden und einen dummen Kommentar zu meinem sexy Outfit zu machen. Ob der Typ wohl jedes Mal einen Ständer hat, wenn er uns Schwule, die schliesslich seinen Lohn finanzieren, von oben herab behandeln kann? Aber vielleicht haben wir Gays ja auch nichts besseres verdient, wenn wir uns immer nur anbiedern und keiner aus der Szene genug Eier hat, um einen eigenen Club mit unseren eigenen Regeln zu eröffnen.


Ach ja, einen Skandal hätte ich fast vergessen: Auf Facebook geistert irgendwo ein lustiges Foto von mir und meinen Freunden rum, das irgend so ein spiessiger Moralapostel als unpassend melden und eine Riesendiskussion lostreten musste. Ich sage nur: Zürich hat mal wieder bewiesen, die Hauptstadt aller Spiessigkeit zu sein und ich werde mein nächstes Züri Gschnetzlets nur noch verschämt hinter einem dunklen Vorhang essen.

06.06.2016

BjoernSunshine

Zurich Pride 2016 - offiziell und inoffiziell

Die Zurich Pride steht nächsten Samstag vor der Tür. Und nach 3x Nachfragen und persönlichem Betteln bei einem Vorstandsmitglied hat die Pride endlich auch meine Medien-Akreditierung geschluckt ("Nein, nein, ich glaube nicht, dass du geschnitten wirst, weil du eine eigene Meinung vertrittst und nicht nur brav die Pressetexte kopierst").

Wer meint, wir hätten nun den Freipass für alle VIP-Zonen und Partys geangelt, hat jedoch weit gefehlt. Alles was Medienleute nebst einem kleinen Apéro heute noch kriegen, ist ein Bändel zur kostenlosen Benutzung der WC-Anlagen. Eine nette Geste, um "Verpisst euch!" zu sagen?

Zugegeben, nach 5 grossen Bier finde ich Piss-Spiele ziemlich geil und VIP-Zonen fand ich schon immer Scheisse (letzteres war nicht ironisch gemeint, denn KV ist mir echt zu krass). Und ich will dem Pride-OK auch gar keine Bosheit unterstellen. Dass es den Party-Badge nicht mehr gibt, ist trotzdem schade. So werden wir uns wohl eine Begutachtung des grossen Kommerzanlasses schenken und den Bericht darüber derjenigen Gaypresse überlassen, die nie einen Werbekunden kritisiert und immer nur brav die Pressetexte druckt.

Was läuft am Zürcher CSD?
Im Laufe der Woche gibt's ein paar Schnuppertrainings von GaySport Zürich. Das Gayringen ist leider nicht die Variante nackt in Öl sondern nur die brav mit Klamotten. Anmeldung für alle Events erforderlich.

Mittwochabend gibts eine Pre-Pride-Party mit Deep House in der Heldenbar.

Donnerstagabend eine Lesung im HAZ-Centro und ein Znacht von z&h auf der Werdinsel (dem einzigen Ort an der Pride, an dem es nackte Schwänze gibt).

Das Festivalgelände auf der Kasernenwiese öffnet seine Tore am Freitag um 17 Uhr. Hoffen wir mal, dass es diesmal nicht regnet und weder ein Gewitter noch ein Wutbürger aus der Nachbarschaft die Musik verbietet. Man kann sich an Fressständen versorgen, sich über Geschlechtskrankheiten informieren und Dr Gay fragen, wie man am besten 2 Dildos gleichzeitig in den Arsch bekommt (aktuelles Thema auf der Webseite).

Auf der grossen Bühne spielt ab 16 Uhr (vermutlich allein, da dann die Wiese gemäss Wochenprogramm noch gar nicht geöffnet ist) DJ Countessa Reggaeton, Oriental, Hip-Hop, Latin House oder Balkan. Ab 18:30 spielt die "perverse" Charlet Crackhouse aus Berlin (Keine Angabe zum Musikstil). Um 19:30 bringen die Drag-Queens Petra & Lilly eine halbe Schlagerstunde, bevor um 8 Rykka vom ESC auftritt. Ab 20:40 mischt DJ Nico Pop und Deep House mit Elektro und ab 21:30 bringen uns die Vengaboys mit "Boom, Boom, Boom, Boom" zurück in die 90er. Nici Faerber, Resident-DJ bei Behave und Friedas Büxe macht den Abschluss ab 22:10.

Ab 23 Uhr, wenn auf dem Festplatz wieder behördlich verordnete Nachtruhe herrscht, können Tanzwütige im Heaven an der Official Opening Party (mit Charts und Drag-House) oder in Friedas Büxe (Rumlaut, Juen und Riccardo) weiterfeiern.

Nicht offiziell und bisher kaum beworben ist die Inside-CSD-Party im Stairs Club am Freitag ab 23 Uhr. Der Eintritt ist gratis und die DJs Angy Dee und 5th Element legen sicher geilen Progressive auf. Noch ein Argument spricht für die Inside-Party: Es ist die einzige Pride-Party, an der man fi**en darf. An allen anderen Events sorgen Hausordnung und Security leider dafür, dass Homosexualität keine sexuelle Komponente haben darf und Zürich seinen Ruf als prüdes Pflaster bewahren kann.

Am Samstag startet um 14 Uhr am Helvetiaplatz "der friedliche Demonstrationsumzug". Ich glaube kaum, dass von den verklemmten Zürchern irgendjemand meinen Newsletteraufruf zur Nacktheit befolgen wird. In den letzten Jahren trauten sich jeweils nur sehr wenige, mitten in der Stadt ihr T-Shirt auszuziehen, und die Vortänzer auf den Paradewagen der Grossbanken trugen jeweils weisse Poloshirts und vermieden allzu rhythmische Bewegungen, um ihr Geschäftsimage trotz Sponsoring und gutem Sound nicht in (homo)sexuellen Verruf zu bringen. Umso mehr überrascht es mich, dass die Pride-Organisatoren dieses Jahr Tim Kruger, einen deutschen Pornostar eingeladen haben, um am Umzug mitzulaufen und sich dabei von allen befummeln zu lassen ("Ein Pornostar zum Anfassen" steht im Programm). Sollte die Zurich Pride 2016 also wirklich wieder eine erotische Komponente erhalten? Wir dürfen gespannt sein.

Ich habe mir zumindest vorgenommen, Farbe zu bekennen und eine grosse Rainbow-Fahne mit Smiley drauf gekauft. Klar, so ein Statement ist heute völlig out, aber ich bin nun mal eine sture, unverbesserliche Regenbogenschwurelle.

Auf der Kasernenwiese
soll mit DJane Kimbro direkt nach dem Umzug endlich Tech- und Deep House laufen, bevor ab 18:30 Drag Queen Vicky Goldfinger wieder zu Kommerzpop wechselt. Eine Stunde danach kommt Kery Fay aus Hamburg (gefühlvoll akustisch bis Elektropop). Um 8 legt Marco de Rosa von der Heldenbar auf, gefolgt um 21:30 von Alex Lo aus Mexiko (Deep und Tech House). Um 22:30 ist wieder Drag-Queen-Zeit mit Alaksa Thunderfuck. DJ Steven Redant aus Barcelona steht ab 23 Uhr auf dem Programm. Berühmt ist er für seine Produktionen zusammen mit Rihanna, Katy Perry und Lady Gaga. Sein härteres, geiles Club-Repertoire wird er - wenn überhaupt - wohl erst an der After-Party bringen.

Die offizielle Pride-Afterparty findet im Kaufleuten statt, startet um 23 Uhr, bietet für 29.- im VVK viele Stars wie z.B. den Israeli DJ Aron, endet aber schon morgens um 5. Der edle Club ist bekannt für VIP-Tischchen und Schicki-Micki-Sehen-und-Gesehenwerden. Für gewöhnlich feiert dort eher die junge Generation und niemand zieht sein T-Shirt aus. DJ Alex Lo posiert zwar oben ohne auf dem Flyer, aber ich befürchte, dass dies kaum etwas an der Verklemmtheit des Publikums ändern wird.

Auch nicht offiziell im Programm steht die Wonderworld-Party (VVK 25.-) im Kunstraum Walcheturm direkt am Festareal. Die DJs Chris Bekker, Vasco und Bobby Bella sind für heissen House, Tribal und Progressive bekannt. Einen zweiten Dancefloor für Pop-Liebhaber soll es auch noch geben. Spätestens um 6 ist dort ebenfalls Schluss und man muss knapp 100 Meter rüber zur Alten Kaserne wechseln und an der Afterhour nochmal seine Geldbörse zücken. Immerhin kostet die After für Gäste der Wonderworld-Hauptparty nur 10 Franken, was für zusätzliche 5 Stunden Spass (diesmal bitte kein Putzlicht vor 11!), doch ganz anständige Preise sind. Etwas nervig an der Partyzweiteilung ist nur die Garderobe, deren Langsamkeit in der Alten Kaserne berühmt und berüchtigt ist. Liebe Veranstalter: Könnte man nicht einfach schon im Walcheturm seine Klamotten durchchecken, so dass um 6 einfach jemand die ganze Kleiderstange rüberschiebt und die hübschen Jungs in Unterhosen über den Platz flitzen dürfen?

Abseits der Pride wird noch im Niederdorf schwul gefeiert. Die Party im Club Heaven heisst Molke 7 und bietet elektronische Musik der DJs Nico und Sentiment und eine Alien Drag Show.

Für alle, die eine Pride am liebsten mit schwulem Sex zelebrieren und auf Musik verzichten können (Sex auf dem Dancefloor ist im prüden Zürich ja leider, leider nirgends mehr möglich), steht das übliche Angebot von Sexclubs (z.B. Rage) oder Saunas zur Verfügung.

Am Sonntagmorgen ab 10 serviert die HAZ im Restaurant Zeughaushof einen Sonntagsbrunch, wo ausgeschlafene Frühaufsteher übernächtigte Partyhuschen bewundern können. Den Abschluss bilden dann Lesbenspaziergänge ab Tessinerplatz, ein Spielenachmittag und ein Gottesdienst nach dem Motto: "Es lebt alles durch Liebe".

LOVE
B.S.

www.zurichpridefestival.ch

 

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