GAY SCHWEIZ

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28.01.2015

BjoernSunshine

Zurich Pride im Trauerkleid

Auf der Suche nach den diesjährigen Gay-Pride-Daten fiel mein Mauscursor auf der Webseite des Zurich Pride Festivals in tiefste Trauer. Als ob die Alltagskleidung der Zürcher Paradeteilnehmer nicht schon trostlos genug wäre - nun legt sich auch noch ein Grauschleier über die ganze Homepage. Jedenfalls ist mir jetzt klar, warum das Wörtchen "Gay" (=lebensfroh) nicht mehr im Namen des Events vorkommen darf.

Die Zürcher Homo-Trauerwoche findet dieses Jahr übrigens vom 14. - 21.6. statt. Der Trauermarsch ist am 20.6.

Das Motto lautet "Gleichstellung ohne Grenzen!" - oder bildlich gesprochen "grenzenlos gleiches Mittelgrau"?

Wem in Zürich an der Pride die Antidepressiva ausgehen, kann zum Glück am Sonntag noch schnell nach Barcelona fliegen. In Sitges heisst die Gay-Pride noch immer Gay-Pride und verspricht viel Sonnenschein und leckere Männer am blauen Meer. Allerdings war auch die Homepage der Gay Sitges Pride vor 3 Jahren noch lebensfroher als heute, wo leider auch schon ein langweiliges Wordpress-Standardlayout die Kreativität eines guten Webdesigners ersetzt.

Ein früherer Vergleich internationaler Gay Pride Webseiten

22.12.2014

BjoernSunshine

Wie schwulenfreundlich sind Schweizer Parteien

Pink Cross hat einen interessanten Parteienvergleich und Interviews gemacht. Dabei kommt heraus, welche Schweizer Partei wirklich schwule Interessen vertritt, und welche nur vordergründig behauptet, pro-schwul zu sein.

Klar schwulenfreundlich sind SP, GLP und Grüne.
Überraschend schwulenfreundlich ist die bürgerliche BDP.
Dass die CVP einen dominanten homophoben Flügel hat, ist den meisten seit der Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe mit der Zusatzdefinition der Ehe nur für Mann und Frau klar.
Auch die SVP hält sich nicht für homophob. Sie ignoriert schlicht, dass es schwule politische Themen gibt und sagt wohl einfach grundsätzlich zu allem NEIN, was der Bauer nicht versteht.

Pink Cross: Parteien im LGBT-Check

17.11.2014

BjoernSunshine

Flüchtlinge aufnehmen?

Die beiden User-Umfragen enthalten nur mögliche Antworten von 0 bis 200'000, was gemessen an der Gesamtbevölkerung der Schweiz (8 Mio) zwar relativ viel ist, aber eine willkürliche Grenze. Die Genfer Flüchtlingskonvention sieht keine Grenze vor. Wer verfolgt wird, MUSS aufgenommen und darf nicht wieder abgeschoben werden, solange sein Leben oder seine Freiheit bedroht wird.

Ich finde, das ist auch richtig so. Es steht uns nicht zu, die Flüchtlingszahl zu limitieren und Menschen einkerkern, foltern und sterben zu lassen, nur weil uns ein paar Asylanten mehr etwas unbequem werden.

Da aber offensichtlich ein kleines, dicht besiedeltes Land nicht sämtliche Bürger von immer mehr Schurkenstaaten der ganzen Welt aufnehmen kann, ist das Flüchtlingsproblem ungelöst. Problematisch finde ich insbesondere die Praxis des Familiennachzugs und des Bleiberechts. Während der Jugoslawienkriege kamen in den 90ern viele Balkanflüchtlinge in die Schweiz, die heute noch, obwohl im Heimatland wieder Frieden herrscht, einen erheblichen Anteil der Schweizer Bevölkerung stellen (mehr als 1/3 der Schweizer Bevölkerung sind Einwanderer)

Beispiel Einwanderer aus Ex-Jugoslawien und Albanien:
im Jahr 1980: 41'000
im Jahr 2000: 345'000
im Jahr 2013: 311'000
Nur 10% sind also nach Kriegsende zurückgekehrt, obwohl Serbien, Kosovo, Montenegro, Mazedonien und Albanien nicht zur EU gehören und nicht unter die Personenfreizügigkeit fallen.

Wir haben einen sehr internationalen Freundeskreis und sind grundsätzlich nicht fremdenfeindlich. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass die Schweiz in Fragen von Freiheit und Diskriminierungsschutz den meisten Ländern der Welt weit voraus war, und dass Einwanderer aus solchen Ländern heute unsere Freiheitsrechte immer stärker unter Druck setzen, weil sie im Heimatland keine Religionsfreiheit und keine Akzeptanz von Homosexualität gelernt haben. Man hört einfach zu oft antischwule Parolen mit jugoslawischem Akzent. Wie werden sich die Syrer und Ukrainer gegenüber Schwulen verhalten, wenn sie erst mal in der Schweiz sind?

Quellen: Bundesamt für Statistik, Wikipedia

Poll: If Ukraine would be overrun and occupied by Russia, should Switzerland take Ukrainian refugees?

22.06.2014

jadenscottzh

BearCity

Wann ist der Bär ein Bär ?


Und ich schreibe hier nicht über Meister Petz, sondern über Männer. Geballtes Testosteron. Aber genügt es, wenn man(n) einen Bart trägt? Oder steckt mehr dahinter?

Heutzutage gibt es unzählige Labels für Schwule. Ob Twink, Otter, Bears, Students oder Hunk. So definieren wir uns gerne. Die bequeme Schublade für ebensolches Denken. Ziemlich oberflächlich. Vor einiger Zeit habe ich jemanden kennengelernt, der zwar einen Bart trägt, aber nicht dem typischen „Bär“ entspricht. Er ist einfach ein normaler Mann – mit Bart. Aber was ist heutzutage schon normal. Die Frage, die sich mir aufdrängt: Gibt es den typischen „Bär“ überhaupt? Oder noch? Oder nicht mehr?

Die Definition eines typischen Bären: Sie sind eine Spezies, die im Gegensatz zu den Bären in freier Natur, (noch) nicht vom Aussterben bedroht sind. Das ist gut so. Denn schwule Bären sind zum Vernaschen! Meist tragen sie Bart, kurze Haare und würden niemals ihr Brusthaar entfernen! Sie sehen nicht wie geklonte Botoxmodels aus, sondern eher wie der Holzhacker von nebenan.

In der Regel sind sie gutmütig, undramatisch, stehen mit beiden Füssen auf dem Boden und selten in Läden wie Prada, Gucci oder anderen Luxus Läden. Sie dürfen dick sein, durchaus auch älter, und sind von einer Männlichkeit umgeben, die nach Landluft statt Gautier riecht. Bären pfeifen auf Dresscodes und stehen auf zünftige Kneipen. Ganz ohne Plüsch oder Justin Bieber-Gedröhn. Sie kleiden sich in Jeans und T-Shirts, vorzugsweise mit Karo-Hemd, sind gesellig, lustig und meist lebensfroh.

Einige Bären fahren Motorrad, gehen gerne wandern, lieben die Natur und deftiges Essen. Echte Kerle eben! Wenn es unter schwulen Männern eine Gruppe gibt, die dem weitverbreitete Klischee eines „echten Mannes“ entspricht, dann diese Bären. Sorry liebe Twinks, ist ja nur ein Klischee ...

Artenvielfalt


Bären dürfen männlich sein und dies auch zeigen. So ziemlich anders als der urbane Gay von heute. Aber muss ein Bär zwingend von Kopf bis Fuss behaart sein? Quatsch, denn schliesslich gibt es auch die andere "Bären-Art", die ich hier vorstellen möchte. Mich zum Beispiel. Ja, auch ich bin ein Bär! OK, eher würde ich mich als „Admirer“ bezeichnen. Ein glühender Verehrer. Und ich bin nicht allein. Wir sind zahlreich! Gründen Facebook-Gruppen und leben unseren Fetisch. Kurz: Wir fühlen uns zu bärtigen Männern hingezogen.

++ Definieren und zelebrieren wir daher die Artenvielfalt:


Wie etwa den „Otter“. Kerle, die eher schlank gebaut und behaart sind.

+ Der „Daddy Bear“ ist hingegen ein etwas älterer Kerl, der manchmal eine Papa-/Sohnbeziehung zu einem jüngeren Bären, Cub, Otter, Wolf oder Chaser wünscht.

+ Die junge Variante nennt sich „Cub“. Meist mit zierlicherem Wuchs (ist jedoch nicht zwingend). Er kann haarig oder auch unbehaart sein (!).

+ Der „Wolf“ ist weiter ein magerer, maskuliner Schwuler, der auf Bären steht. Ebenso bekannt sind..

+ Die „Leather Bears“; sie haben einen Lederfetisch.

Last but not least die „Muscle Bears“; eine muskulöse Version des gemeinen Bären.
Ein „Muscle Cub“ dagegen ist ein junger oder kleiner, aber muskulöser Bär, kann haarig sein ...

Ach, ihr wisst schon!

Den typischen Bären gib es also nicht. Wir haben zahlreichen Bären und egal ob mit oder ohne Bart, für jeden Geschmack gibt’s den passenden Bären. Sollte das zutreffen, dann wird gebellt.

Ein oft verwendeter Gruß, wenn ein Bär einen anderen Bären in der Öffentlichkeit entdeckt und seiner körperliche Anziehung Luft macht. Es kann ein knurrendes Geräusch („Grrr!“) sein oder eben „Woof!“ sagen. Sowas passiert bei mir ziemlich häufig!

Also liebe Bären, lasst uns Spass haben, lasst uns heulen, lasst uns wild sein – hier und jetzt!

...ach ja, und Cub's dürfen sich gerne bei mir melden.... grins ;)

xx ©Jaden Scott

18.06.2014

BjoernSunshine

Darf die Pride nicht mehr bunt sein?

Wer die Bilder des Zurich Pride Umzugs 2014 anschaut, sieht fast nur noch Teilnehmer in Alltagskleidung. Hie und da ein Rainbow-Fähnchen und höchstens 10 Paradiesvögel unter 10'000 Leuten. Man wolle zeigen, dass wir ganz normale Menschen sind, ist oftmals die Antwort. Ist das wirklich nötig?

Oben seht ihr ein Bild von 2 Schweizer Fussballfans aus dem Internet. Vermutlich ganz normale Heteros, denen man problemlos ein Kind zur Adoption freigeben würde, obwohl sie sich für ein Spiel ihrer Nationalmannschaft absolut Bürountauglich kleiden und sogar noch die Gesichter anmalen. Warum bekennen wir Gays an der Pride keine Farbe mehr?

Für uns war die Gay Pride viele Jahre lang nicht nur eine Demonstration mit politischen Forderungen sondern auch ein Freudenfest, an dem wir für unseren "Verein", die Gayszene auf die Strasse gingen, und in gleicher Selbstverständlichkeit, wie jemand für den FCZ blauweisse Fahnen schwenkt, eben Federboas und Rainbow-Flags mit trugen. Das heisst doch nicht, dass wir mit Federboas ins Büro gehen.

Im Juni 2005 stimmte das Schweizervolk dem Partnerschaftsgesetz mit 58% zu
, obwohl wir damals noch in aller Farbenpracht und viel nackter Haut am CSD demonstrierten.

Von Barcelona über Madrid, Amsterdam, London bis Berlin ist die Gay Pride-Parade noch immer ein sexy, farbenfroher Freudentanz, die jedes Jahr tausende Anwohner und Touristen begeistert und uns Gays viel Sympathie und Publicity einbringt. In Spanien, Franreich, Niederlanden, England und praktisch auch in Deutschland ist die vollständige Gleichberechtigung realisiert. In der Schweiz werde angeblich viel verhandelt, aber Resultate sieht man kaum.

In Zürich ist von der stimmungsvollen Pride-Parade nur noch der Sound geblieben. Die Musikanlagen von CS und UBS hörte man bis zum Zürisee, für die Kameras der Fotografen gab es jedoch kaum mehr als an jedem normalen Shopping-Samstag zu sehen. Die Zeitungen brachten Bilder von Conchita Wurst oder behalfen sich mit Archivfotos früherer Jahre. Welche Message soll das beinhalten? Wenn wir Kinder adoptieren könnten, würden wir ihnen die Ohren voll dröhnen aber kein farbiges Spielzeug geben?

Poll: Going to a Pride parade colorful and sexy or casual?

05.06.2014

pressetext

Zurich Pride Festival 2014 – Jetzt erst Recht!

Das Zurich Pride Festival steckt mitten in den Vorbereitungen für den grössten LGBT- (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) Anlass der Schweiz. Das mehrtägige Programm bietet ab dem 08. Juni 2014 wieder zahlreiche kulturelle, gesellschaftliche und sportliche Events für alle an. Den Höhepunkt bildet das Festival auf dem Kasernenareal und Zeughaushof welches am Freitag, 13. Juni 2014, eröffnet wird und die Schweiz zu einem besonderen Anlass einlädt. Mit Spannung wird auch auf die diesjährige Demonstration erwartet, zu der sich zahlreiche Vereine und Organisationen bereits angemeldet haben, um am Samstag, 14. Juni 2014 friedliche und farbenfroh durch Zürichs Innenstadt zu ziehen.

Zurich Pride Week vom 08. bis 15. Juni 2014


Die Zurich Pride Week bietet für die LGBT-Community und ihre Freunde ein buntes Programm - zusammengestellt von vielen Vereinen und Organisationen. Neben zahlreichen Sportveranstaltungen und Kulturanlässen findet die Fachtagung „Diversity in der Arbeitswelt“ und die Podiumsdiskussion „Nächstenliebe andersrum – sexuelle Vielfalt in den Kirchen“ statt und es wird ausgelassen gefeiert am Strassenfest auf dem Kasernenareal und im Zeughaushof. Zudem gibt es am Samstag, 14. Juni den traditionellen Umzug durch die Zürcher Innenstadt sowie ein vielfältiges Partyprogramm. Den Abschluss bilden am Sonntagmorgen der Brunch im Restaurant Zeughaushof sowie der ökumenische Sonntagsgottesdienst um 14 h in der Kirche St. Peter und Paul.

Donnerstag, 12. Juni 2014 Podium „Nächstenliebe andersrum – sexuelle Vielfalt in den Kirchen“

Sie sind Frauen, die Frauen lieben; Männer, die Männer lieben; Frauen und Männer, die bisexuell lieben, Männer und Frauen, die anders lieben, als ihr Körper das vorzugeben scheint. - Sexualität und soziale Rollen sind vielfältig und kunterbunt. Können sich die christlichen Kirchen und Gemeinschaften so einfach vor dieser Realität von Lesben, Gays, Bisexuellen und Transmenschen drücken?
An diesem Podium stellen sich Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen diesem Thema. Menschen mit persönlichen Erfahrungen und Fragen werden sie herausfordern.
Es diskutieren:
Bischof Dr.Harald Rein (Christkath. Kirche Schweiz)
Pfr. Michel Müller (Kirchenratspräs. Ref. Kirche Knt. ZH)
Dr. Wilfried Gasser (Präs.Schweizerische Evangelische Allianz)
Dr.Benno Schnüriger (Präs. des Synodalrates der Kath. Kirche im Knt. ZH)

Freitag, 13. Juni 2014 Podiumsdiskussion „Ehe für alle?“

Politikerinnen und Politiker diskutieren im Zentrum Karl der Grosse in Zürich kontrovers um die Frage, ob die Ehe für homosexuelle Paare geöffnet werden soll. Gegenstand der Diskussion wird sein, ob die Ehe geöffnet oder ganz abgeschafft werden soll. Nach dem Inputreferat von Rechtsanwältin lic. iur. HSG Karin Hochl werden zwei Diskussionsteilnehmende die Haltung vertreten, dass die Ehe geöffnet werden soll, während zwei andere Teilnehmende der Ansicht sind, die Ehe müsse ganz abgeschafft werden.

Freitag, 13. Juni und Samstag, 14. Juni 2014 auf dem Zeughaushof / Kasernenareal

Das Festivalgelände zum Zurich Pride Festival öffnet seine Tore am Freitag, 13. Juni 2014 um 16.00 Uhr auf dem Zeughaushof / Kasernenareal in der Nähe vom Hauptbahnhof Zürich. Neben einer grossen Bühne, auf der nationale wie internationale Künstlerinnen und Künstler auftreten werden, sind unterschiedliche Informations- und Versorgungsstände vorhanden, die viele Möglichkeiten offen lassen auf dem Festivalgelände zu verweilen und ein grossartiges Wochenende zu erleben.
Am Freitag und Samstag steht das Kasernenareal im Zentrum von Zürich im Glanze von Entertainment und Emotionen und präsentiert ein grosses Strassenfest und Acts.

Demonstrationsumzug Samstag 14. Juni 2014, ab 14.00 Uhr

Der alljährliche Höhepunkt des grössten LGBT-Events der Schweiz ist der traditionelle Demonstrationsumzug. Dieser wird am Samstag, 14. Juni 2014 stattfinden.
Der Umzug wird sich mit seinen zahlreichen, LGBT-Organisationen und ihren Familien, Kindern, Freundinnen und Freunden, Fussgruppen, Tänzern und Zuschauern durch die Zürcher Innenstadt bewegen. Eingeläutet wird unser politischer Umzug durch politische Reden um 14.00 Uhr von Mario Fehr, Regierungsrat Kanton Zürich und Laurent Seydoux, Vizepräsident GLP Schweiz als Vertreter der Romandie sowie den vier nationalen LGBT-Dachverbänden Regenbogenfamilien, TGNS, Pink Cross und LOS.
Politgrössen zu Gast: Auf dem anschliessenden Fest auf dem Kasernenareal wird die frisch in eigetragener Partnerschaft lebende Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch, der Appenzell Ausserrhodner Nationalrat Andrea Caroni und der Genfer Ständerat Robert Cramer ab 17.00 Uhr Reden zum Thema „Jetzt erst recht“ halten und das Publikum begeistern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.zurichpridefestival.ch.

04.06.2014

BjoernSunshine

CSD - Credit Suisse Day Zürich

(Ein kleiner Auszug aus meinem Zürigay-Newsletter)

Am 14.6. ist in Zürich CSD. Das bedeutet "Credit Suisse Day", oder etwas neudeutscher "Credit Suisse Zurich Pride Festival". An diesem Tag feiern wir mit Stolz, dass wir uns weder an Ethik noch an Gesetze halten, für Geld alle Ideale verleugnen und auch nach über 2 Milliarden Busse noch immer fest am Sessel kleben. Und wir feiern den Endsieg des Kommerz über die Schwule Kultur: "Jetzt erst recht!".

Ob ich da etwas falsch verstanden hätte? - Keinesfalls. Sucht mal auf der Seite des www.zurichpridefestival.ch nach dem Wort "GAY". Oops - nicht gefunden! Nicht im Titel, nicht im Text, nicht unter dem Banner des Hauptsponsors, nicht mal ein verstecktes Keyword im Sourcecode.

Wir feiern also, dass wir uns komplett wegkommerzialisiert haben. Die erfolgreichen Kommerzialisierer findet man mit Bild unter Verein > Vorstand + OK. Sympathische Bankster mit Hemd und Kragen. So schwul wie jeder Kegelclubvorstand. Kein einziges schwules Accessoire. Nicht mal ein Piercing im rechten Ohrläppchen lässt da auf die sexuelle Orientierung schliessen. Nichts.

Falls ihr also am Samstag mit den CS-Bankern vom Bankomat Helvetiaplatz zum Bankomat Werdmühleplatz schleicht, um den verlorenen Steuer-Milliarden nachzutrauern, dann geht um Gottes Willen nicht nackt oder mit irgendwelchen Regenbogenfahnen sondern, wie es sich gehört, mit Poloshirt und Bundfaltenhose, und haltet bitte nicht zu lange den Verkehr auf, denn schlechte Presse hatte die arme CS wirklich schon genug.

Natürlich gibt es rund um die Bank noch ein Rahmenprogramm mit Partys. Ein Flyer zeigt sogar einen Balkan-Boy mit nacktem Oberkörper. Doch lasst euch nicht täuschen. Nackte Dödel und Sex sind an allen offiziellen Partys verboten. Ausser vielleicht am Donnerstag bei der Podiumsdiskussion in der Wasserkirche. Da steht zumindest der Ausdruck "Sexuelle Vielfalt" im Beschrieb.

(mehr über Putins Rache gegen Conchita, liberale schwule Satanisten, Vögel(n) und tolle, tolle Partys im Newsletter, den ihr im Profil aktivieren könnt oder sonst verpasst habt)

und falls doch noch jemand lieber farbenfroh als alltagsgrau zur Gaypride gehen will, hier ein paar Ideen

30.04.2014

BjoernSunshine

Hört auf mit der Sex(ting)panik!

Fast täglich liest man heute in der Zeitung das Wort "SEXTING" und oft wird darüber berichtet, als ob dieses Ting die Grösste Bedrohung seit Fukushima wäre. Sexting bezeichnet das Versenden anzüglicher erotischer SMS. Die Schulen sind deswegen derart in Panik, dass ProJuventute extra eine Plakatkampagne gestartet hat, um Schüler vor den Gefahren des Sexting zu warnen: "Sexting kann dich berühmt machen. Auch wenn du es gar nicht willst."

Die Message: Schick niemals jemandem ein Nacktfoto, sonst ruinierst du dein Leben. Sogar eine Notrufnummer wurde eingerichtet, wo Teenies Hilfe holen sollen, wenn sie ein sexy SMS erhalten.

Die Skandalpresse greift das Thema dankend auf (Sex sells) und bauscht es noch mehr auf.

Das Resultat: Jugendliche erpressen einander gegenseitig mit Nacktfotos, und Kids, von denen Bildchen in Unterhosen die Runde machten, versuchten bereits sich umzubringen, weil sie glauben, ihre ganze Karriere sei nun für immer ruiniert.

Bitte stoppt endlich diese unglaubliche Sexpanik!

Es gibt fast 2 Milliarden Pimmel und 4 Milliarden Titten auf dieser Welt. Wenn dein Teil auf einem der Exadrilliarden Fotos im Internet drauf ist, kratzt das kein Schwein! Kein vernünftiger Personalchef wird je einen fähigen Bewerber ablehnen, nur weil er als Jugendlicher mal nackt an einer Party war. (Ausser du bewirbst dich als Papst oder republikanischer Präsident)

Zu meiner Schulzeit gab es noch keine SMS und Fotohandys. Aber hätten wir solche Gadgets gehabt, wir hätten gesextingst was das Zeug hält. In dem Alter waren wir schliesslich alle dauergeil, haben Dökterlis gespielt, unter der Dusche Schwänze verglichen, Sexheftli vom grossen Bruder geklaut noch lange bevor wir 16 waren, im Klassenlager um die Wette gewichst, usw.

Damals war das total normal. Heute macht ein Junge per SMS ein Mädchen an. Dieses ruft panisch den Lehrer oder die Notrufnummer. Die dann wohl die Eltern. Die Eltern rufen die Polizei. Dann muss das Mädchen zum Psychiater, und der arme Schüler hat eine Vorstrafe wegen Sexting am Hals, womit seine Karriere nun tatsächlich ruiniert ist. Im Kanton Bern wurden bereits dutzende Teenager verurteilt, weil sie Sex-Bilder versendet hatten (Quelle: 20min).

Man kann sich von einer Mücke stechen lassen oder aus ihr einen Elefanten machen und sich dann von diesem tottrampeln lassen.

Liebe Presse, liebe ProJuventute, liebe Eltern. Sex ist nichts Böses! Dass Jugendliche ein Sexualleben haben, ist völlig normal. Dass Jungs dumme Sprüche machen auch. Kein Teenie lässt jedes Wort und jedes SMS von einem Pressesprecher auf politische Korrektheit prüfen. Derbe Sprüche auf dem Schulhof haben noch keine(n) umgebracht. Die Panik jedoch, die ihr daraus macht, ist 100 mal gefährlicher und ruiniert Karrieren und Leben.

Man kann noch so sehr auf alle Privatsphäre-Einstellungen achten, 100-prozentige Datensicherheit gibt es nicht. Die NSA und Heartbleed lasssen grüssen. Wenn du ein Sexualleben hast, wird es irgendwann rauskommen.

Drum sage ich: "Sexting. Na Und?"

Blöde Anmache? - Schwamm drüber.
Nacktfoto? - Ich gebe offen zu, einen Pimmel zu haben. So what?

Warum erklären wir nicht einfach den 1. Juli zum nationalen Nacktfeiertag. Dann rennen wir einmal alle nackt durch die Innenstadt, lassen uns von allen Seiten fotografieren, und niemand muss je wieder fürchten, wegen Nacktfotos erpressbar zu sein.

29.04.2014

BjoernSunshine

Ist der Pornografie-Artikel 197 noch sinnvoll?

Jeder Teenie hat heute ein Smartphone und im Web gibts Millionen unzensierter Pornoseiten. Es gibt wohl kaum noch einen Schweizer, der bis zu seinem 16. Geburtstag keinen Porno gesehen hat. Macht es da noch Sinn, Leute zu bestrafen, die Jugendlichen Dinge zeigen, die sie eh schon kennen?


Der Artikel 197 im Schweizer Strafgesetzbuch lautet:

1. Wer pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände solcher Art oder pornografische Vorführungen einer Person unter 16 Jahren anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht oder durch Radio oder Fernsehen verbreitet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

2. Wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Ziffer 1 öffentlich ausstellt oder zeigt oder sie sonst jemandem unaufgefordert anbietet, wird mit Busse bestraft.
Wer die Besucher von Ausstellungen oder Vorführungen in geschlossenen Räumen im Voraus auf deren pornografischen Charakter hinweist, bleibt straflos.


Absatz 3 dient dem wichtigen Schutz vor Kinderpornografie und muss unbedingt bleiben! Kinder müssen vor Übergriffen Erwachsener geschützt werden. Keine Frage!

Als Schweizer Webseite betreibt gaYmeBoys einen enormen Aufwand, um alle Bilduploads zu sichten und sicher zu stellen, dass niemand unter 16 einen erigierten Penis sieht. Bei Webseiten, deren Server im Ausland steht, reicht ein Hinweis auf sexuelle Inhalte und ein Klick auf einen Button "Ja, ich will Porno sehen".

Besonders mühsam ist das Gesetz für Webseiten mit gemischtem Inhalt. Ein Fotoalbum aus den Ferien: 200 Landschaftsbilder, ein romantischer Sonnenuntergang und weil's am einsamen Strand so schön war, entstand noch ein erotisches Nacktfoto. Kontrollieren muss man deshalb alle Bilder, aber kaum ein Betrachter sieht ein, dass er für diesen Service zahlen soll. Der Mehraufwand für Kontrolle zwingt Seitenbetreiber zur unnatürlich scharfen Trennung von kostenlosen Prüderieseiten und teuer bezahlten Pornografieseiten. Alle romantischen Zwichentöne bleiben auf der Strecke.


In den USA dürfen Kids mit Gewehren schiessen, ab 16 schon Ferrari fahren, aber einen Penis sehen dürfen sie erst ab 18. So erhalten sie den Eindruck, Sex sei nicht Liebe sondern die Schlimmste aller Gräueltaten. Immerhin erlaubt ihnen das Gesetz, selbst zu entscheiden, wann sie im Web einen Warnhinweis wegklicken. Holländische Webseiten brauchen nicht mal eine Warnung. Schweizer Jugendliche hingegen müssen sogar gegen ihren Willen vor Pornografie geschützt werden. Sind Schweizer wirklich so viel sensibler und unreifer als andere Menschen?

Überhaupt, was soll die ganze Sexpanik? Kein anderes Säugetier versteckt sich zur Kopulation im Schlafzimmer und kein Affenbaby musste jemals zum Psychiater weil es seine Artgenossen beim Kopulieren sah. Nur der (religiöse) Mensch hat ein Problem mit Sex im Kopf.

Wir sind der Meinung, Art. 197 Absatz 1+2 sind ersatzlos zu streichen.

Den Satz mit den menschlichen Ausscheidungen sollte man ebenfalls kippen - was geht es den Staat an, wenn sich einer gerne beim anpinkeln fotografieren lässt?

Was meint ihr dazu?

Poll: Antiquate pornography paragraph 197, 1/2?

23.01.2014

pressetext

Zurich Pride 2014: "Jetzt erst recht!"

Das 20 jährige Jubiläum des Zurich Pride Festivals wird unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ vom 8. – 15. Juni 2014 stattfinden.

Alljährliche Demonstration für Gleichstellung seit 1994
Seit 1994 findet in der Stadt Zürich jährlich die Zurich Pride (auch bekannt unter dem Namen „Christopher Street Day“) statt. An diesem Umzug demonstrieren Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transmenschen und aufgeschlossene Heterosexuelle für gleiche Rechte und gegen Diskriminierungen. Der Verein Zurich Pride Festival freut sich denn auch im Jubiläumsjahr 2014 wieder in der Zürcher Innenstadt zu demonstrieren und anschliessend mit der Bevölkerung zu feiern. Der Demonstrationsumzug findet am 14. Juni 2014 statt. Das anschliessende Festival wird auf dem Zeughausareal bei der Kaserne stattfinden.

In der vorangehenden Zurich Pride Festival Woche vom 8. – 13. Juni 2014 wird eine breite Palette an kulturellen Veranstaltungen, politischen Diskussionen und Parties angeboten.

Motto: Jetzt erst recht!
Mit dem Motto „Jetzt erst recht!“ soll anlässlich des 20 Jahre Jubiläums gezeigt werden, dass im Kampf um unsere Rechte zwar viel erreicht wurde, es aber noch ein weiter Weg bis zur vollständigen Gleichstellung und Akzeptanz von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transmenschen in unserer Gesellschaft ist. So ist es gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz noch immer verboten Kinder zu adoptieren. Die CVP fordert mittels einer Initiative, dass in der Verfassung eine rückständige Definition der Ehe verankert wird. Weiter ist die Selbstmordrate von homosexuellen Jugendlichen immer noch um ein Vielfaches höher als bei heterosexuellen Jugendlichen. Und auch in der vermeintlich toleranten Schweiz sind Diskriminierungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen noch trauriger Alltag. Aus all diesen Gründen erachtet der Verein Zurich Pride Festival die Behauptungen, die Zurich Pride brauche es nicht mehr, als komplett verfehlt.
Der Verein Zurich Pride Festival freut sich am 20 jährigen Jubiläum eine schlagkräftige Demonstration für unsere Rechte und ein buntes Fest mit der ganzen Bevölkerung zu feiern.

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Gay Schweiz

News und Pressemeldungen zur Schweizer Gaypolitik. Schwule Rechte in der Schweiz.

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