ZÜRIGAY SZENE

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06.11.2018

pressetext

Angels Black Party Weekend

A splendid summer is almost over and the dark part of the year is approaching. But there is no reason for depression: The next Black Party Weekend will bring you comfort and a lot of pleasure. It stands under the motto of Anaconda. Anaconda is one of the biggest and most dangerous serpents of the world. Being used to strangling and devouring even bigger animals, she is master over life and dead, and, as a serpent, she is also symbol of seduction and sexual desire. So, don’t hesitate and join the savage realm of the BLACK PARTY WEEKEND ANACONDA! 9 DJs, representing the top of the world, a live show of star singer Meital de Razon, a spectacular decoration, Light shows and splendid visuals on a big LED screen, Dancers of Tarzan beauty and many more surprises are awaiting you!

24.09.2018

BjoernSunshine

Das schwule Zürcher Partyszene ist tot

Seit dem Konkurs des Club Q, dem letzten Lokal, in dem gelegentlich noch schwule Partys mit Proggi-DJs stattfanden, ist die schwule Partyszene praktisch tot. Die letzten Partylabels Game, Inside und Magiq finden kein Lokal mehr und ausser der Black Party der Angels und der Silvesterparty von Flexx (beide House-Music) steht für 2018 nichts mehr in der schwulen Agenda.

Wer heute Techno oder Proggy/Psy hören will, muss an unerotische Hetenpartys gehen, wo die rigide Hausordnung nicht mal das Tanzen ohne T-Shirt erlaubt, oder nach Basel, in den Aargau oder gleich ins Ausland fahren.

Beschämend, wenn man sich besinnt, wie hammergeil die Zürcher Gaypartys vor 10 Jahren noch waren. Damals, als es noch kein Online-Dating gab, waren die Zürcher Gayclubs von Samstagabend bis Sonntagnachmittag knallvoll und so heiss, dass es von der Decke tropfte. Nackte Oberkörper so weit man sehen konnte, fantastische Stimmung und jede Menge Sex in der Luft. Labels wie das Laby konnten ganze Hallen füllen und die Gayszene galt als Vorreiter der Partykultur.

Wie konnte so eine wunderbare Szene nur untergehen?

Gründe gibt es mehrere. Den Anfang machte 2006 die Zürcher Polizei, die mit ihrem Sexverbot und zermürbenden Personenkontrollen viele Clubber und Touristen verscheuchte. Bis Jahre später Erotik an Partys gesetzlich wieder möglich war, hatten sich bereits viele daran gewöhnt, zu Hause zu feiern.
Kurz darauf starteten Grindr und Romeo durch und saugten die Hälfte der Gays aus der Szene ab, die mehr Interesse am Sex als am Tanzen hatten.
Auch das Verhältnis der Gays zum Kommerz drehte sich um 180°. Zu Zeiten von Laby und Area war Kommerz noch ein Schimpfwort. Heute läuft kein Anlass mehr ohne Sponsor und muss wohl deshalb noch viel prüder sein, als die Polizei es je verlangte.
Und dann kamen noch die steigenden Mieten hinzu, die so manch einen halbvollen Gayclub in den Ruin trieben. Das T&M wurde verkauft und in Luxuswohnungen umgebaut, das Laby wurde abgerissen und auch an den Standorten von Aera und Stairs stehen heute neue, teure Wohnblocks.

Letztendlich sind die Gays aber selber schuld. Hetenclubs wie z.B. Hive oder Klaus demonstrieren, dass man mit einer loyalen Szene auch in Zürich rentabel Partys organisieren kann. Aber wenn die Gays heute lieber nur privat daten und am Küchentisch Koks ziehen, statt zu tanzen, dann will verständlicherweise kaum noch einer schwule Events organisieren.

Die meisten Gays unter 30 können sich wohl gar nicht vorstellen, was sie verloren haben. Für sie waren Tanzpartys schon immer asexuell, während Erotik schon immer nur im Internet begann und in privaten Schlafzimmern endete.

Ich kann euch nur raten: Fliegt einmal nach Berlin und erlebt eine Nacht z.B. an einer Revolverparty im Kitty. Dann wisst ihr, wie es in Zürich war, als es noch Schwule gab, die über den Rand ihrer Handys hinausblicken konnten.

Wir Gays könnten noch immer etwas bewegen... Wenn wir nur wollten und es auch täten.

13.08.2018

BjoernSunshine

Street Parade 2018: Viel Spass unter Heteros

Ja, ich hatte eine geile Street Parade und jede Menge Spass mit guten Leuten. Allerdings fast nur mit Heteros, während die Gays mich total enttäuschten.

Meine Party begann am Utoquai, wo ich mit 15 Freunden einen Treffpunkt ausgemacht hatte. Wir wollten mit Wagen 7 mitziehen, auf dem u.a. die Laby-Legende DJ Liquid Soul auflegte. Ich zog mit. Alle andern blieben stehen. Die Stimmung hinterm Synergy-Lovemobile war fantastisch. Der Sound sicher der beste seit 10 Jahren. Doch egal, wie oft ich der Gruppe Nachrichten und Bilder schickte, meine Freunde ignorierten mich völlig.

Ich weiss nicht woran es liegt? Bin ich alt und fett geworden? Liegt es daran, dass ich als letzter Gay keinen Hipster-Bart trage? Liegt es an meinem Outfit, dass 100 Heten ein Selfie mit mir wollen, aber meine Freunde mich wie Luft behandeln? Oder liegt es vielleicht doch nicht an mir sondern an den Egodrogen, die sich heute alle Schwulen reinpfeiffen und dann nichts mehr zustande bringen, ausser sich ziellos treiben zu lassen?

Warum gibt es keine schwulen Lovemobiles mehr? Und warum ist Zürichs Gaypartyszene heute fast ausgestorben? Könnte es sein, dass sich einfach kaum noch jemand für eine Idee engagieren kann, weil alle nur noch an sich selbst denken und im Rausch dahingleiten wollen, von Zufallsdate zu Zufallsdate, ohne Bindungen, ohne Verpflichtungen, aber eben auch ohne etwas Grösseres zustande zu bringen?

Wie gesagt, ich hatte Spass und freute mich, dass meine Zufallsbekanntschaften allesamt postiv waren und kein einziger aggressiv oder negativ reagierte. Aber wie viel mehr Freude hätten wir erleben können, wenn wir zusammen geblieben und miteinander gefeiert hätten? Vermutlich bin ich der einzige Schwule, der noch von sowas träumt.

Ich weiss, anonyme Dates und Unverbindlichkeit liegen im Trend. Beziehungen und Freundschaften sind out. Für Romantik gibts rosa Filter bei Instagram. Und wer wie ich noch von Gemeinschaft und Liebe träumt, sollte sich umpolen lassen und eine Frau heiraten. Nur Scheisse, dass Heilung vom Schwulsein nicht funktioniert.

07.08.2018

pressetext

Angels Flash Party at Street Parade Zurich

On the occasion of the famous Street Parade™, the biggest Techno Parade of the World, ANGELS will surprise the community with a ravishing new edition of the FLASH PARTY.

Main Party // FLASH PARTY // SUPERHERO// 11 AUGUST 2018// X-TRA

The Superheroes are back for a fiercely fun battle of super human dance! You all will be showing your super powers to create a party night out of this world! Don’t hesitate and come all out! The 2018 Zurich Street Parade is calling: DANCE LIKE THERE’S A SUPERHERO IN EACH ONE OF YOU!


The Party will take place on two floors:

FIRST FLOOR
In the Main Floor Angels Resident Star DJ Micky Friedman (Berlin) will spin as a Superhero and make you dance by his exciting tunes and rhythms. He will be supported by the unbeatable Star DJ Hector Fonseca (New York) and the young Angels resident Dj Allysson Luis (Zurich).

Of course you also will have the occasion to enjoy the exciting performance of the famous Gogo Dancers powered by Angels, who with their enthusiastic dances will inspire you to feel and act as super -Hero..


SECOND FLOOR
The extremely cool and snazzy Swiss duo DJ Glitzerhaus will be spinning a very special music cocktail to our guests at the Smoker's Lounge.


Of course


Be ready, the other Superheroes are waiting for you!

LINE UP:

- DJ Micky Friedmann (DE)

- DJ Hector Fonseca (USA)

- DJ Allysson Luis (CH)

- DJ Glitzerhaus (CH)
- Angels Dancers (EU)
Angels’ FLASH PARTY will be held at Club X-TRA, featuring different levels and rooms for an ultimate clubbing adventure in lights, visual, lasers and supersized evil…ehmm…robots! So make sure you beam in and vaunt yourself in the superhero you feel is deep in you! Thumbs up to the ones who come in witty costumes! Or just come as you are - but be ready to have some serious cosmic fun! The dance floor is all yours! We are the heroes of our time ;)
Tickets

Pre-sale locations in Zurich: Cranberry Bar,, Les Garcons, Moustache & Männerzone. Online ticket sale (print@home): www.angels.ch or Ticketino (www.ticketino.com) with numerous box offices.

18.05.2018

BjoernSunshine

Was man über GHB/GBL wissen sollte

Die Presse nennt sie K.O.-Tropfen, einige nennen es Liquid Ecstasy, an Partys nennt man es schlicht "G". Die einen trägt es in wunderbare Höhen, die andern mit der Ambulanz ins Spital. Was ist dran an dem Zeug, das Partyboys lieben und die Kontrolleure am Eingang des Berghains hassen wie die Pest?

Auf Wikipedia findet man viele interessante Fakten, die jeder Konsument und Veranstalter kennen sollte. Hier eine kurze Zusammenfassung:

GHB, GBL oder BDO wirken in geringer bis mittlerer Dosis (GHB: etwa 1,0 ml bis 5,0 ml; GBL: etwa 0,5 ml bis 2,5 ml) stimulierend, aber in höherer Dosis narkotisierend.

Für Partyveranstalter ist GHB/GBL ein Horror. Die Fälle, in denen fremde Leute anderen K.O.-Tropfen ins Glas schütten, um sie zu vergewaltigen, sind zwar oft nur aufgebauschte Presseenten, aber wenn überdosierte Partygäste ins Koma fallen und keiner mit Sicherheit weiss, was sie alles geschluckt haben, bleibt dem Veranstalter nur, die Ambulanz zu rufen, wenn er im seltenen Fall einer ernsten Komplikation nicht wegen unterlassener Hilfeleistung drankommen will.

Das Gefahrenpotential bei Monokonsum und richtiger Dosierung wird zwar als relativ gering eingeschätzt, aber richtig dosieren, wenn man high ist, ist gar nicht so einfach. Das Hauptproblem: GHB beeinträchtigt das Kurzzeitgedächtnis, man vergisst, dass man soeben etwas genommen hat und nimmt gleich noch eine Pipette mehr. Die zweitwichtigste Safer-Use-Regel bei GHB nach "Finger weg vom Mischkonsum" ist deshalb gegenseitige Kontrolle. Wenn ihr G nehmt, dann nehmt es gemeinsam und schaut gemeinsam auf die Uhr, um nicht zu früh nachzuschütten. Auch wenn du keine ernsten Schäden davon trägst - sabbernd zwei Stunden in einer Ecke zu liegen, während deine Freunde feiern, ist doch eigentlich ziemlich doof.

FINGER WEG VOM MISCHKONSUM!

GHB + Alkohol kann zu Atemlähmung und Erstickungstod führen. GHB + Milch oder Milchprodukte führt zu Erbrechen. GHB + Heroin oder Ketamin ist sehr gefährlich, aber auch Antidepressiva oder einige antiretrovirale (Proteasehemmer, z. B. Crixivan, Invirase, Kaletra, Norvir, Reyataz) oder potenzsteigernde (z. B. Viagra, Poppers) Medikamente können zusammen mit G zu einem Kreislaufkollaps führen.

Koffein gilt als natürlicher Blocker, was allerdings nur in begrenztem Rahmen funktioniert und eine fette Überdosis auch nicht mehr retten kann. Koffein, Speed oder Kokain sind im Mischkonsum mit G ebenfalls problematisch, denn sie verzögern die Wirkung, weshalb Konsumenten oft zu früh nachlegen und kurz darauf umkippen.

Ich habe selbst schon viele Partys organisiert, viele "G-Leichen" versorgen und zwei Beerdigungen von Drogentoten (beide Male Mischkonsum mit G) beiwohnen müssen. Ich will nicht den Moralapostel spielen und euch zur totalen Abstinenz ermahnen. Alk saufen ist nicht besser als Drogen nehmen und die heutige Einteilung in legale und illegale Drogen hat wenig mit deren Gefährlichkeit zu tun.

Aber was immer ihr mit eurem Körper und eurer Gesundheit tut. Schaut gelegentlich in den Spiegel, fragt euch ehrlich, ob ihr das, was ihr tut, noch im Griff habt oder ob ihr mühsam Argumente konstruiert, um zu verschleiern, dass eigentlich schon lange die Drogen euch im Griff haben. Drogen lösen keine Probleme. Sie sind eine Risikosportart wie Fallschirmspringen. High sein ist geil, aber Abstürzen ist Scheisse.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/4-Hydroxybutansäure
http://saferparty.ch/ghb-gbl.html

23.04.2018

BjoernSunshine

Nackt auf dem Snowboard

Scheiss auf die Schneequalität - nackt snowboarden ist geil!

Es wollte zwar wiedermal kein Schwuler mitkommen, weil meine schwulen Freunde leider zu 99% Höhlenmenschen sind, die nur dunkle Keller mögen, aber mein Schatz und ich hatten unglaublich viel Spass am Sonntag bei 26°C und noch heisserer Frühlingssonne auf 2000m.

Morgens um 10 standen an der Talstation Engelberg/Titlis alle noch im dicken Wintermantel wie im Januar, obwohl es schon fast 20°C und wolkenloser Himmel war. Nach kurzem Zögern (wie verrückt bin ich eigentlich?) liess ich dann doch sämtliche Kleider im Auto und machte mich nur mit Aussiebum's und 50+Sonnencreme auf ins Skigebiet. Die asiatischen Touristen vor dem Ticketschalter waren begeistert und wollten alle den sonderbaren Eingeborenen betatschen und natürlich Selfies knipsen.

Auf dem ersten Sessellift war es im Schatten noch etwas kühl, dann aber nur noch Sonnenschein den ganzen Tag. Das Gefühl, wenn einem beim Snöben der kühle Wind um die Nippel streicht und gleichzeitig die Sonne mit weiss Gott wie vielen Megawatt auf die Haut brennt, ist einfach unbeschreiblich geil. Keine Ahnung, warum ausser mir niemand solche Dinge tut.

Ich muss wohl verrückt sein. Total verrückt! Aber ich bereue nichts!

19.04.2018

BjoernSunshine

Gays im öffentlichen Raum

Endlich kommt der Frühling und macht gleich mit 25°C voll auf Sommer. Das wär doch die Gelegenheit, mal wieder das Strassenbild mit leckeren Männern zu verschönern!

Was gibt es Schöneres, als den Anblick einer Stadt am Pride-Umzug mit bunten Farben und heissen Bodies ohne T-Shirt? Das sollte doch wirklich nicht nur einmal im Jahr möglich sein!

Früher kämpften die Gays noch um den öffentlichen Raum, um das Recht, sich auf öffentlicher Strasse tuntig kleiden und sich öffentlich küssen zu dürfen. Für diese Rechte demonstrierten wir jahrelang an jedem CSD. Doch heute sieht es fast so aus, als ob sich kein Schwuler mehr für den öffentlichen Raum interessiert. Oder wann hast DU zum letzten Mal, ausser an einem CSD, eine Drag Queen im Fummel oder einen schwulen Mann oben ohne auf der Strasse gesehen?

Heute gilt: Was immer du (schwules) willst - es beginnt auf deinem Smartphone und endet in einem Schlafzimmer. Deshalb laufen heute fast alle Gays mit gesenktem Kopf und Handy vor dem Gesicht umher und kaum noch einer nimmt andere Leute oder den blauen Himmel wahr.

Leute, ihr verpasst das Leben und auch die Chance, unsere Umwelt mitzugestalten!

Werber, Wutbürger und Kinderwagenlobby kämpfen nämlich hart um jeden Quadratmeter des öffentlichen Raums und ehe man sich versieht, werden Verbotsschilder montiert, Zäune errichtet, Kameras aufgestellt und alles kommerzialisiert, klimatisiert und sterilisiert. Sollten wir da nicht ein bisschen Gegendruck machen, um einen kleinen Rest Leben, Farbe und Erotik zu erhalten?

Erotik in der Öffentlichkeit? Wenn man das heute schreibt, tönt das schon fast so böse wie "Pädophilie". Dabei meinte ich doch gar nicht den Gang-Bang auf der Bahnhofsbrücke (sowas würde mir doch im Traum nicht einfallen!) sondern schlicht die kleinen Freuden eines hübschen, unverhüllten Anblicks, der einem unverhofft begegnen könnte, wenn man mal durch die Strassen schlendern würde, ohne den Blick auf sein Handy zu senken.

Wer würde sich denn nicht freuen, an einem normalen Sommertag einen heissen Mann oben ohne zu sehen? Und wozu rennt ihr denn alle mehrmals pro Woche ins Gym? Nur um euer Sixpack auf Grindr im im Handyformat zu präsentieren?

Leute, gönnt eurer Umwelt einen Blick auf euren Körper! Dann wird eure Umwelt vielleicht auch euch mal was gönnen. Und hey, man muss kein stahlhartes Sixpack haben, um mal das Hemd auszuziehen. Ein kleines Bäuchlein mit einem Lächeln* darüber ist nämlich immer noch viel schöner, als Hemd und Krawatte mit Montagmorgen-Gesicht. (*Ohne Bart könnte man das Lächeln sogar sehen)

Ich schreibe jetzt bewusst nicht "jeder Körper ist schön", denn wenn das so wäre, hätte niemand mehr den Ansporn, Sport zu treiben. Ich merke es ja selbst. Ohne ein gelegentliches Kompliment zu meinem Körper verliere ich die Hemmungen, das Doppelte zu essen. Oder anders gesagt, weil die Komplimente und Gelegenheiten über Ostern ausblieben, habe ich voller Frust alle Schoggihasen vernascht und jetzt ein schlechtes Gewissen und den dringenden Bedarf an neuer Motivation, um diesen Sommer nicht auch noch in den Chor einzustimmen: "ich trau mich nicht, mein Hemd auszuziehen!" und weil ich es eh nie ausziehe, nur noch mehr in mich rein zu fressen.

Der öffentliche Raum braucht schöne Männer und Männer brauchen Motivation und Sonnenstrahlen auf der Haut. Also macht mit: Runter mit den Klamotten, rauf aufs Bike, ran an die Hanteln und rein ins Stadtbild! Damit wir alle was Leckeres zu sehen kriegen. Denn man isst auch mit den Augen und nicht nur auf dem Handy!

09.04.2018

BjoernSunshine

Warum diese Angst vor Erotik?

Früher gehörte Erotik zum Nachtleben. Das alte Labyrinth hiess "der erotische Tanzpalast". Im Aera gab's nackte Tänzer, im legendären Studio 54 wurde auf der Galerie gevögelt, in der Spider-Galaxy schlüpfte man durch eine Riesenmöse in den Darkroom. In London und Berlin gibt's tolle Gaypartys, wo alle Gäste nackt sind und sogar die DJs nackt hinterm Plattenteller stehen. An der Blutt-Party im Kauz kann man nackig tanzen, an der MagiQ im Q ebenfalls, an der Game und sogar in Basel, an der LaMesse im Borderline. Aber wenn ich einmal im Jahr an der aera-Nacht der Blumen nackt über die Tanzfläche des Hive hüpfe, kommt noch immer die Security angerannt und behandelt mich wie einen Terroristen.

Warum nur klammert sich dieser ansonsten sehr innovative Zürcher Club so fest an seine prüde Hausordnung, dass er es nicht wenigstens einmal im Jahr schafft, seine bissigen Kampfhunde an die Leine zu legen und einfach mal Freude Freude sein zu lassen? Warum muss eine Security, die eigentlich angestellt wäre, um Aggression zu verhindern, als einziges Element Aggression in eine friedliche Szene bringen? Und warum haben einige Clubbesitzer so panische Angst vor Schwänzen?

Einige Leute sagen mir: "Du verlangst zu viel. An normalen Samstagen darf man im Hive nicht mal sein T-Shirt ausziehen."

Schon klar. Und wenn frau im Iran nur schon den Schleier vom Gesicht nimmt, wandert sie 2 Jahre in den Knast. Aber ist das ein Argument für Prüderie an einer Zürcher Gayparty? Vom Gesetz her darf man legal nackt quer durch die Schweiz wandern (nur nicht durch Appenzell). Warum müssen dann ausgerechnet Partylokale, die sich als Vorreiter neuer Gesellschaftsordnungen verstehen (und beispielsweise kaum etwas gegen Drogen haben), sich in Bezug auf Nudismus und Erotik weit prüder geben, als das Gesetz verlangt?

Andere Leute sagen mir: "Reg dich nicht auf und zieh 'ne Linie. Dann bist du auch ohne Erotik gut drauf."

Ich finde Koksen doof. Wenn ich zu geilem Sound nackte Haut spüren und nackte Ärsche sehen darf, ist das viel schöner als jede Droge und erst noch viel gesünder und nach Schweizer Gesetzen sogar noch legal. Warum hindert uns die Security an gesundem Nacktsein und spielt sich dauernd als Moralapostel auf? Ist es Neid auf unsere Freiheit, Neid auf meine Schwanzlänge oder das gleiche Unvermögen, Freiheit zuzulassen, das religiös Beschränkte zum IS treibt?

Als ich meine ersten Technopartys erlebte, gab es da noch kein Egopulver. Dafür gab es Pillen, die kuschlig machten und Männlein und Weiblein genossen es, wenn sich auf der Tanzfläche nackte Körper berührten und im Chillout quer übereinander lagen. Heute verteufelt man die Erotik oder man verkommerzialisiert sie und verbannt sie aus dem Alltag. Wer sich gratis auszieht, ist eine Schlampe und wer's für Geld tut, redet nicht darüber. Im Club wird gekokst und das Machoimage gepflegt, damit man seine Eroberung nach Hause schleppen und dort hinter geschlossenen Rolläden für sich allein konsumieren kann. Wie egoistisch!

Wenn wir selbst eine Party machen, dann darf man dort nackt sein, man darf kuscheln und wixen und alle möglichen Dinge tun, die das Gemüt erfreuen und ebenso die, die dabei zusehen. Erotik ist ein Geschenk Gottes und nicht des Teufels! Amen.

16.03.2018

BjoernSunshine

MagiQ im Club Q: So geil kann Zürich sein!

"Ich weiss, dass du nicht immer an jeder Party deinen Fetisch ausleben kannst, aber bei mir kannst du es!", schrieb mir Burim Mitte Januar als Einladung zur MagiQ-Party. Tatsächlich, letzten Samstag durfte ich endlich mal unbehelligt von Moralaposteln nackt mit Latte quer durch einen Zürcher Club tanzen, ohne mich vor irgendwem dafür rechtfertigen zu müssen, eine geile schwule Sau zu sein. Und hey, ich war auch nicht der einzige!

Wirklich erstaunlich, wenn man bedenkt, wie lange andere Veranstalter sich schon am Thema Erotik die Zähne ausbeissen. Game in der Bananenreiferei zum Beispiel: Nach langen Diskussionen ist zwar endlich nackt tanzen erlaubt, aber wenn jemand einem an den Pimmel fasst, riskiert Game noch immer den Rausschmiss des Vermieters.

Hinter MagiQ stehen ausser Burim noch Beat Herren (Future Waves) und das hauptsächlich heterosexuelle Fetischparty-Label Erotopia. Viele Hetero-Fetischpaare sah man zwar nicht an der Party, aber ich denke mal, dass die heterosexuelle Beteiligung zumindest half, die Hausordnung des Club-Q zu knacken. Schon an der Unleashed im X-tra vögelten Hetenpaare quer über die Tanzfläche, während an Schwulenpartys im gleichen Club alles Sexuelle immer brav hinterm schwarzen Vorhang bleibt.

Richtig viel Sex lief bei MagiQ trotz Berliner DJ-Power auf der Tanzfläche allerdings nicht. So viel Freiheit sind Zürcher Schwule halt einfach nicht mehr gewohnt und können sich trotz Show-Animation kaum vorstellen, was man alles mit Schwänzen ausserhalb kleiner schwarzer Kabinen anfangen könnte. Trotzdem war DJ Chris Becker mindestens so erstaunt wie ich, wie ausgelassen die Zürcher Partyszene feiern konnte. So viel Stimmung und nackte Oberkörper auf einer Tanzfläche hatte man in der Limmatstadt wirklich lange nicht mehr gesehen. Und man muss auch sagen: So guten Sound vom ersten bis zum letzten DJ hat man auch selten gehört!

Dass der zweite Dancefloor ins Fumoir verlegt wurde, freute vielleicht die Raucher, aber es war doch ein Abstrich für alle, die sich zwei unterschiedliche Welten Himmel und Hölle mit tollem Dekor erhofft hatten. Ich fand es gut, dass auf kleinerer Fläche mehr Stimmung entstand, aber einige Gäste waren ziemlich enttäuscht.

Wirklich genervt hat mich das frühe Ende der Party. Angekündigt waren "14 Stunden Non-Stop-Party inklusive Afterhours", weshalb am Eingang auch stolze 35 Franken verlangt wurden. Kurz nach 9 ging dann aber schon 3 Stunden zu früh das Putzlicht an und um 10 war nach langem Rätselraten der Gäste, ob sich ein letztes Bier noch lohnt, definitiv Schluss.

Leute, so geht das einfach nicht. Was man in der Werbung und an der Kasse verspricht, das muss man auch halten, sonst macht man sich das eigene Geschäft kaputt. Schon an diversen Angel-Afterpartys haben die Veranstalter Stunden vor dem offiziellen Ende die Kohle eingepackt und das Publikum stehen gelassen. Wer bestellt denn da noch zu später Stunde einen Drink an der Bar, wenn er nicht mal weiss, ob die Musik noch läuft, so lange das Glas halbvoll ist?

Je häufiger Veranstalter vorzeitig mit der Kasse abhauen, umso mehr wandern Gäste an private Partys ab. Der Exodus nach Halbzeit an Zürcher Events fällt ja bereits jedem Touristen auf. Wer sein Label aufbauen will, muss Vertrauen schaffen! Nur so kann die Clubszene neben der Konkurrenz von Grindr und Romeo überleben.

Wir freuen uns auf die nächste MagiQ im Q. Hoffentlich mit vielen hemmungslosen Jungs und hammergeilem Sound bis zur letzten Minute!

(Foto: Facebook)

11.08.2017

BjoernSunshine

Wohin an der Street Parade Zürich 2017?

Ein Gay-Love Mobile gibt es an der Street Parade schon lange nicht mehr, aber die Parade ist auch nicht so schlecht wie ihr Ruf. Zu späteren Abendstunden torkeln zwar die meisten sturzbetrunken und einige leider auch aggressiv durch die Strassen, aber am Nachmittag und vor einigen Bühnen auch am Abend kann man durchaus noch gute Musik und gute Leute finden, auch wenn die Schwulen so verzettelt sind, dass kaum noch irgendwo ein nennenswerter Gayfaktor zustande kommt.

Einige Gays treffen sich jeweils zu Beginn der Parade am Utoquai, um die ersten Wagen vorbeifahren zu lassen und irgendwann mitzulaufen, wenn es nach gutem Techno tönt, ohne dass der DJ meint, ins Mikrophon grölen zu müssen. Andere schwören auf die Bühnen am Bellevue, Bürkliplatz oder gegen Ende der Paraderoute vor der Rentenanstalt, weil das Gedränge der Menschen mit Rucksäcken hinter den Wagen manchmal mühsam werden kann und man dabei fast immer die Hälfte seiner Freunde verliert.

Ab 18:30 bis Mitternacht steigt in der Barfussbar (Frauenbadi) vor traumhafter Altstadtkulisse die Splash & Spray - Pool Party. Allerdings ist der Musikstil mit Drag Queens und House (DJs Tanja La Croix und Martin Rapp) nur etwas für Tunten (sorry, ich meinte LGBTIQHXY), die mit Street Parade-Techno gar nichts anfangen können. Und das sind ja inzwischen die meisten, denn die Vorverkaufstickets sind bereits alle weg.

Ab 22:00 laden die Power Angels zur grossen Gayparty ins X-tra ein. Man darf dort heisse Tänzer und Tec-House der DJs DJ Eddie Martinez (New York), Allan Natal (Sao Paulo), Karl Kay (Paris) und Angelo O (Zurich) erwarten. Tickets im VVK ab 32.-. Die Hauptparty dauert bis 7 Uhr. Danach gibt es eine offizielle Afterhour im Club Q. Falls ihr dort hin geht, dann geht nicht zu spät, denn letztes Mal haben die Angels schon nach halber offizieller Partydauer Schluss gemacht.

Wer zu Techno, Progi oder Goa tanzen will, muss zwangsläufig an eine Hetenparty gehen (z.B. die Lethargy in der Roten Fabrik oder das Phoenix Festival weit draussen in Trüllikon) oder er macht es wie wir und wartet ab, bis morgens um 06:00 die Game-Afterhour in der Bananenreiferei beginnt. Game war bis jetzt immer ein sicherer Wert mit gutem Sound von Progi bis Goa, guten Leuten und einer Dachterrasse, auf der man die Sonne geniessen kann, falls sie sich am Sonntag doch noch einmal zeigt. Im Line-Up stehen Ghost Rider (Blue Tunes Rec.) ISRAEL, Beat Herren (Blue Tunes Rec.) CH, Class A (Blue Tunes Rec.) ISRAEL und Effim (Tessaracstudio) CH, Angy Dee (Rave Réunion,Streetparade) CH, Mad Fusion (Fusion Elements)CH, Upspace (GoaSpirit) CH, DJ Galax (Labyrinth, GameParty) CH, MadDirigent (GameParty) CH. Dauern soll die Party bis Abends um ca. 20 Uhr.

Also Leute, seid lieb, werft nicht zu viele Teile ein (auch Kuscheln hält im Regen warm), trinkt genug Alkoholfreies und freut euch trotzdem auf den sicher ganz fetten Kater am Montagmorgen :-P

www.streetparade.com

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