ZÜRIGAY SZENE

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28.11.2016

BjoernSunshine

Game zieht an die Gutenbergstrasse

Nach einem Jahr und sieben Partys in der Bananenreiferei im Zürcher West-End zieht die GameParty ab Februar 2017 um in den Club GUTENBERGstrasse 1 beim Bahnhof Enge. Das Clublokal, dessen Name aus juristischen Gründen vorübergehend etwas holprig klingt, war früher als Club Gutenberg und noch davor als Club Station bekannt.

Die Game-Veranstalter Roger, Fabrizio und Marco freuen sich auf das neue Lokal, das mit einer kompletten Einrichtung aufwartet und "heimeliger" wirkt als die Bananenreiferei, deren Clubraum mit hellen Wänden und Decken primär als Tanzschule konzipiert ist. Den Rauchern bietet der Club an der Gutenbergstrasse 1 ein eigenes Fumoir und auch die Nackttänzer dürfen sich freuen: Die vieldiskutierte Dresscodefrage sei für die neuen Vermieter angeblich kein Problem mehr und der Slogan "Be as you are and be tolerant" darf endlich ohne Einschränkung gelebt werden. Schwanzwedel!

Am 3. Dezember findet die letzte GameParty in der Bananenreiferei statt. Am 18.2. geht es dann los im GUTENBERGstrasse 1. Die weiteren Daten im neuen Jahr sind der 29.4., 24.6., 28.10. und 9.12.

Wir freuen uns auf heisse Nächte und eine glückliche, tolerante Zürcher Partyzeit!

21.11.2016

BjoernSunshine

Blutt im Kauz - Geburt einer neuen Gayparty-Serie

Ich hätte es schon fast nicht mehr für möglich gehalten, dass im zwinglianischen Zürich eine schwule Party stattfinden könnte, an der ein nackter Penis kein Sicherheitsproblem auslöst. Umso mehr war ich erstaunt, als ich am 12. November im Kauz, einem Kellerclub beim Carparkplatz nur 100 Meter vom Hauptbahnhof entfernt, diese völlig relaxte Gayparty entdeckte. Als ich den Laden betrat, sah ich zuerst mal nur Leute in Jeans und T-Shirt. Blutt (=Schweizerdeutsch für nackt) war niemand. Also gab auch ich erst mal nur Jacke und T-Shirt an der Garderobe ab, um ganz unauffällig (in Star Wars-Leggins) die Lage zu sondieren. DJ Piet Møbler legte Elektro-Lounge auf: Schöne, innovative Klänge, aber etwas zu langsam zum Tanzen und eher geeignet zum Rauchen. Als Nichtraucher bestellte ich mir deshalb ein Bier und schaute mir erst mal den neuen Club an.

Das KAUZ ist ein schöner, kleiner Kellerclub mit einer gemütlich warmen Atmosphäre. An der Decke hängen unzählige Lampenschirme, die die Tanzfläche in schummriges, rotes Licht tauchen. Neben der Tanzfläche gibt es mehrere Ecken mit gemütlichen Sofas, eine Bar, ein Fumoir und sogar eine versteckte Nische, die man wohl als Darkroom bezeichnen könnte. Kurz nach Mitternacht war der Club bereits gut gefüllt. Ich schätze mal 200 Nasen. Höchste Zeit um herauszufinden, ob der Name "Blutt" nur wieder so ein leerer Werbespruch oder diesmal wirklich ernst gemeint "nackt" bedeutet. Die Frau an der Garderobe kannte mich schon von früher und war deshalb eher erstaunt, dass ich meine Hose die erste Stunde lang anbehielt, als dass ich sie jetzt abgab.

Blutt und schwanzwedelnd kam ich kurz darauf zurück auf die Tanzfläche und tatsächlich - nur fröhliche Gesichter und null Problemo mit Personal und Security. Welch eine Wohltat für einen chronisch gestressten Zürcher Nudisten! Inzwischen hatte auch die Musik an Geschwindigkeit zugelegt und machte richtig Lust auf Tanzen. DJ Luigi di Venere vom Berliner Label Cocktail d'Amore legte (fürs minimalistische Berlin) ungewohnt melodiösen Vocal-Electro auf. Für harte Berghainer und Labyraner wohl etwas zu soft, aber mir gefiel die Mischung echt gut. Nach wenigen Minuten schon war ich nicht mehr der einzige blutte Mann im Club und ich genoss den Anblick der knackigen Hintern im Discolicht - ein wunderbares Dekor, das doch eigentlich auf keiner schwulen Tanzfläche fehlen sollte!

100% schwul war Blutt dann doch nicht. Einige Ladys im Personal und die Freundin des DJs erstaunten mit ihrer Schwanzlosigkeit zumindest die Gäste, die den Spruch "No Dick - No Entry" auf der Einladung noch von der konsequenten Männerparty "SHAFT" aus dem alten Aera kannten. Aber heute sind wir ja alle tolerant, wenn Damen unsere schwule Atmosphäre teilen, ohne uns heterosexuelle Regeln aufzuzwingen. "Mich störts nicht, wenn ihr hier Sex haben wollt", sagte denn auch DJ Piet's sympathische Freundin zu mir, als ich das Thema "Schwänze" anschnitt, aber so sexuell wie der Flyer vermuten liess, entwickelte sich die Party dann doch nicht.

Zumindest von einem der Veranstalter, einem DJ und einigen Gästen weiss ich, dass sie wie wir schon das Burning Man Festival erlebt und die Grundsätze einer liberalen, kreativen Gesellschaft verinnerlicht haben. Diese Freiheit und Akzeptanz spürt man an einem solchen Event und fühlt sich sogleich zuhause.

Das Echo der Gäste war durchwegs positiv und wir sind uns einig, die Geburt einer neuen, vielversprechenden Partyserie erlebt zu haben. Blutt im Kauz soll weiter gehen. Die nächsten Daten werden in Kürze bekanntgegeben.

Blutt im Kauz - Zeigen uns die Heten wie schwule Partys gehen?

10.11.2016

BjoernSunshine

Unleashed Zürich - Fetish for Straights and Gays

Am 15. Oktober fand im Zürcher X-Tra die Unleashed-Fetisch-Party statt. Die Kooperation des Amsterdamer Labels Unleashed mit dem Zürcher Label Utopia versprach "eine Party voll hemmungsloser Ektase und grenzenloser Euphorie, die GAY & STRAIGHT Partypeople aus aller Welt vereint".

Zuerst mal waren wir skeptisch, denn bisher verunmöglichten die prüden Hausordnungen erotische Partys in Stadtzücher Eventlokalen (Utopia zelebriert seine Events bekanntlich ausserhalb der Stadtgrenze in Kloten) und bisher waren Fetischpartys von Heteroveranstaltern für Schwule auch weitgehend uninteressant. Die Werbung für Unleashed kam denn auch voll abgestimmt auf Heterogeschmack daher: Nackte Frauen soviel der Mann begehrt, aber nackte Jungs? - Höchstens im Background als Beilage.

Das super Line-Up und das Versprechen, nackte Tatsachen männlicher Natur nicht zu diskriminieren, was in Zürich ja bereits eine Sensation sondergleichen darstellt, bewegte mich dann doch, der Party einen Besuch abzustatten - und ich war voll begeistert! Vieles an der Fetisch-Szene ist nicht wirklich mein Ding. Die endlos langen High-Heels, in denen man unmöglich tanzen kann genauso wenig wie Masken, Korsette, Strapsen oder Peitschen, aber die Vielfalt ungewohnter Erscheinungen war auf jeden Fall viel interessanter als die immer gleichen Streetwear-Outfits, die man an normalen Partys sieht. Die meisten Partygäste waren Heteropaare, doch einige sehr heisse Gays waren auch dabei.

Das Line-Up hielt, was es versprach. Unleashed Soundsystem war nicht so mein Ding. Von mir aus braucht ein guter DJ kein Mikrofon. Aber Ben Manson und Human Element waren der Hammer! Als im grossen Saal die Fashion Show begann und die Models über den Laufsteg stolzierten, begannen zwei Hetenpärchen am Ende des Laufstegs genau das, was ich mitten vor einer Bühne schon immer einmal mit meinem Mann tun wollte: F***en! Logisch, dass mein Freund und ich den Heten kurz darauf demonstrieren mussten, wie dieses Spiel in der schwulen Variante aussieht. Die Details könnt ihr euch selbst ausmalen. Ich fand es einfach megageil und unsere Zuschauer genossen die Show. Den offiziellen S/M-Shows mit Peitschen und Schmerzen konnte ich weniger abgewinnen, aber Sex soll jeder so ausleben, wie es ihm gefällt. Schön an der Fetischszene ist für mich die Toleranz, die es unterschiedlichsten Geschmäckern erlaubt, miteinander Party zu feiern, auch wenn man nicht alles gutheisst, was andere tun.

Leider ging auch diese Party viel zu schnell zu Ende und als um Punkt 6 das Personal den DJs den Saft abdrehte, blieben nicht nur die Klänge des letzten Songs ziemlich verdutzt an den Wänden hängen.

Ich hoffe, dass diese Party Gays und Heten wieder ein Stückchen näher gebracht und vielleicht auch Zürich wieder etwas für erotische Partys geöffnet hat.

10.11.2016

BjoernSunshine

BLUTT im Kauz - Zeigen uns die Heten wie schwule Partys gehen?

Als mir ein Freund diesen Flyer zeigte, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da lamentieren wir seit Jahren über die Prüderie der schwulen Zürcher Partyszene und nun macht ein in der Gayszene völlig unbekannter Technoclub namens "KAUZ" so einen oberschrullig geilen Flyer mit diesem köstlichen Text:

Der Keller war gefüllt mit Fleisch, in der Luft die unverkennbare Mischung aus Leder und frischem Schweiss. Der kollektive Fieberzustand war bis in die letzte Ecke spürbar, die Wände tropften und die Gürtelschnallen klinkten. Sie waren immer schon ihre wortwörtliche Crème de la Crème einer guten Runde, einer enthemmten Nacht, eines ausgelassenen Raves gewesen. Höchste Zeit also unseren blutten Brüdern und harten Schwestern, unseren Transen, Bären, Twinks und Daddies eine Nacht zu widmen.

b - l - u - t - t
weird disco, gloomy techno and horny dancers

Sano (Cómeme, Barcelona)
Luigi di Venere (Cocktail d'Amore, Berlin)
Piet Møbler (Cosmic Sound Bubbles, Zürich)



Ich konnte es schlicht nicht glauben, und da schon häufig in der Zürcher Partywerbung das Blaue vom Himmel herab versprochen wurde, ohne die Ankündigungen zu halten, habe ich beim KAUZ nachgefragt:

"Liebe(r) KAUZ,
Nackt tanzen im prüden Zürich, wo in jedem "normalen" Laden die Security schon Amok läuft, wenn man nur sein T-Shirt auszieht? Bitte klärt mich auf. Meint ihr alles ernst was da steht? Wird das tatsächlich eine geile Nacht wie früher im Laby oder in Berlin? Oder ist es nur wieder so ein Werbegag wo dann doch nur alle im Pulli rumstehen und verschämt in ihre iPhones glotzen."


Kauz antwortet:
"Wir meinen es ernst, Ja. Natürlich können wir nicht voraus sagen, was in der Nacht alles passieren wird, denn der Abend findet zum ersten Mal statt und letztendlich liegt es auch an der Crowd, die sich da einfinden wird. So viel steht aber fest: Es wird niemand aus dem Club geworfen, weil er keine Kleider trägt oder sich amüsiert. Wir sind alle gespannt."

Wir auch. Jungs, unbedingt hingehen!


B-L-U-T-T
Samstag 12.11.2016 ab 21 Uhr

KAUZ
Ausstellungsstrasse 21, 8005 Zürich

14.09.2016

BjoernSunshine

Zürcher Nelson Pub schmeisst Schwule raus

Wegen einem Kuss wurden zwei Schwule unsanft von zwei Türstehern aus dem Nelson Pub geschmissen und auf der Strasse angebrüllt. So stand es im Blick und verursachte einen Shitstorm gegen die homophobe Zürcher Bar. Die Geschäftsleitung des Nelson Pub rechtfertigt sich in einer Stellungnahme, in der sie behauptet, es sei nicht nur ein Kuss gewesen, sondern ein "Näherkommen auf physische Weise", das bei Heteros auch nicht toleriert würde. Der Blick hingegen zitiert weiter eine Freundin der beiden: "Im Lokal lagen Hetero-Paare auf den Tischen und fummelten rum. Aber daran störte sich niemand".

Ob der Kuss nun doch etwas inniger oder die Security doch etwas schwulenfeindlicher war, werden wir wohl nie erfahren. Ich habe auch so meine Erfahrungen mit Rausschmeissern, in deren Gilde Homophobie leider keine Ausnahme ist.

Der Stellungnahme des Nelson Pubs ist nur zu entnehmen, dass Romantik und Sexualität in diesem Laden nicht willkommen sind. Für mich reicht das für ein No-Go!

Auch wenn selten Geschichten wie diese in der Zeitung landen, ist die antierotische Stimmung in Zürcher Bars und Clubs schon länger Realität. Vor 10 Jahren konnte man in Zürich noch mitten auf der Tanzfläche vögeln. Inzwischen darf man kaum noch wo sein T-Shirt ausziehen. Statt über die Geschäftspolitik einer Hetenaufrissbar zu jammern, sollten wir Gays lieber wieder einen eigenen Laden gründen, in dem wir ohne nervige Moralapostel feiern können. Aber dafür braucht es etwas mehr Inititative als für einen Shitstorm.

Quelle: Blick, Webseite Nelson Pub

03.09.2016

BjoernSunshine

La Messe: Basel ist das neue Zürich

Wir haben uns mal wieder in den Zug gesetzt und die Grossstadt hinter uns gelassen, um in einer "Kleinstadt" echt Grossstädtisches zu erleben. Und verdammt, war das geil! Eine Party mit richtigem Techno à la Berlin geht einfach entschieden anders ins Ohr als dieser kommerzielle Einheits-House-Brei, den alle Zürcher Gaypartys hoch und runterspielen.

Okay, im Borderline gabs diesmal technische Probleme mit dem Bass, doch wer Zürichs vom Lärmschutz kastrierte Soundanlagen gewohnt ist, dem fiel das erst auf, als die Bassbox wieder auflebte und an den Magenwänden rüttelte. Das erste DJ-Set war musikalisch innovativ, ging aber wegen dem schwachen Bass etwas zu wenig in die Beine. Live Act Florian Msk aus Kanada heizte dann aber die Tanzfläche mächtig ein.

Richtig geil wurde die Party nach der kinky Performance von Nikolaj Tange Lange, der das Schweizer Publikum so richtig nach Berliner Art schockte. Ich meine, in Zürich gelte ich schon als der Oberfreak (und Staatsfeind Nummer 1 der Security) wenn ich nur mal nackt quer über die Tanzfläche husche. Und hier im Basler Borderline Club steigt ein Typ nackt auf die Bühne, fasst sich in den Arsch, zieht da sicher gut 20 Meter Girlande raus und dekoriert damit den Club. Am Schluss fischt er sich dann noch sowas wie ein Kinderüberraschungsei aus dem Popo, hält es sich über den Kopf, grinst und plopp - regnet es goldenen Glimmer!

Fast noch köstlicher als diese schräge Performance, war es, die Gesichter der Leute zu beobachten, die sich zuerst pseudoschockiert verstohlen abwandten, aber dann doch total fasziniert hinschauten, weil tief im Innern eben doch fast alle noch eine animalische Ader haben.

Die Show war für viele, die schwule Partys nur unter der Fuchtel einer moralisierenden Hausordnung kennen, der Eisbrecher und es gab in der Folge so einige weitere heisse Szenen am Rand der Tanzfläche zu geniessen, die in Zürcher Clubs undenkbar sind.

Ja, liebes Zürich, das war ein Wink mit dem Zaunpfahl. La Messe schafft in einem Basler Hetero-Tanzclub eine homoerotische Atmosphäre, die in Zürich seit Jahren vergeblich seinesgleichen sucht. Dagegen ist die Alte Kaserne mit ihren spiessigen Regeln als Eventlokal vieler Gaypartys eine Lachnummer!

Punkto Erotik steckt die Zürcher Gaypartyszene in einer Sackgasse. Einige Veranstalter haben schon das Handtuch geworfen, andere suchen in Agglomerationsgemeinden und sogar schon 100km weit weg in Bern nach weltoffeneren Vermietern. Wenn nicht bald ein vermögender Gay seine Millionen von den Caymans holt und in eine Stadtliegenschaft mit grossem Keller investiert, kann Zürich als Gaypartystadt nur noch abdanken.

Vermutlich werden einige Leser meine Zeilen nicht verstehen. Wer nie erotische Tanzpartys wie La Messe, Laby oder Berghain erlebt hat und glaubt, die geilsten Events wären die, an denen man sich ins Koma trinkt, am Küchentisch die Handys zeigt und die Nase pudert, kann es sich genauso wenig vorstellen, wie Heteromänner Analsex. Man muss es zulassen und erleben oder unwissend sterben.

16.08.2016

BjoernSunshine

Meine Sicht der Street Parade

Nach 2 Jahren Streik war ich wieder dabei und ganz positiv überrascht.

Meine Freunde und ich trafen uns am Utoquai, dem Startpunkt der Parade, wo weniger Gedränge als am Bellevue zu erwarten war. Wie erwartet war der Sound der Lovemobiles auf ziemlich tiefem Niveau, um nicht zu sagen besch...en. Aber dafür waren die Leute viel besser drauf als befürchtet. Ich kam mit wenig Klamotten an, hatte noch weniger Erwartungen dabei und richtig viel Spass. Die Stimmung war total easy und als mir ein Typ ein Schild mit "more love and more tolerance, peace, happiness and freedom" vor die Nase hielt, dachte ich: Jetzt aber weg mit der blöden Badehose!

Mein Nacktivismus kam bei den Leuten super an. Unzählige Mädels waren begeistert und auch die Typen streckten mir die Hände für "high five" entgegen. Mit Phoenix Records kam auch endlich ein Truck mit gutem Sound angefahren und wir tanzten ein Stück mit. Doch leider leider fiel 200m weiter die Anlage aus. Stille.

Kurz nach 19 Uhr kamen wir bei der Barfussbar an, wo die schwule Splash & Spray-Party stattfinden sollte. Die Frauenbadi als Open-Air-Partylocation ist toll und die Altstadtkulisse, während man ein Bad in der Limmat nimmt, einmalig. Leider war der Sound an der Party nur House. Das mag zwar den meisten Tunten gefallen, aber eine Drag Queen, die ins Mikrofon krächtzt, brauche ich an der Street Parade so wenig wie einen DJ, der auf einem Lovemobile den Rapper macht. Ich wollte Techno hören und liess deshalb die Gays und ihre Party nach kurzer Zeit links liegen. Vor der Stage am Bürkliplatz lief richtig guter Sound: "Animal Trainer" war phänomenal und ich tanzte auch hier wieder nackt zwischen einer Gruppe Italiener und zwei Päärchen aus Stuttgart, ohne dass irgendein negatives Wort zu meinem Outfit gefallen wäre.

Erst nach Mitternacht, auf dem Weg zum Limmatplatz traf mein Freund auf die Kategorie Leute, denen man an der Street Parade lieber aus dem Weg geht: Besoffene Typen, die vermutlich den ganzen Tag erfolglos an Frauen gebaggert hatten und nun frustriert leere Flaschen vor sich her traten. Wie wir später in der Zeitung lasen, gab es in den späten Stunden mehrere Verletzte an einigen Messerstechereien. Doch diesmal hatten wir zumindest Glück gehabt.

Die Angelparty im X-Tra war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich hervorragend. Ich war happy, weil man mich auch hier unbehelligt so tanzen liess, wie es sich einfach am besten anfühlt, aber die Musik tönte mir für eine Street Parade Party wieder zu sehr nach House und zu wenig nach Techno.

Zum Abschluss gingen wir noch an die Flexx-Afterparty in die Alte Kaserne und irgendwie kam es mir bescheuert vor, dass ich den ganzen Tag problemlos nackt durch Zürich tanzen konnte, aber an einer "toleranten" Schwulenparty etwas anziehen muss. Die DJs spielten auch hier ziemlich housig und der Security spielte wie immer den Moralapostel - ja, ja, die Story kennen wir schon: Penisneid in Uniform.

Mein Fazit: Die Street Parade ist besser als ihr Ruf. Es gibt viele Wagen mit schlechtem Sound, viele besoffene und aggressive Typen, aber es gibt auch noch gute Bühnen und richtig coole Leute. Die Gays haben irgendwie den Anschluss verloren, bzw. hängen in ihrem immer gleichen House-Stil fest und bräuchten dringend mal neuen Wind in den Segeln, ein paar BPM mehr und ein paar heisse Jungs, die auf der Tanzfläche an fetten Schwänzen rumfummeln statt nur an ihren Handys.

12.08.2016

BjoernSunshine

Increased Security

The whole world is on a safety trip. I just hope they got the right focus.
Please remind that the naked guys are usually not the terrorists.

05.08.2016

BjoernSunshine

Street Parade und Angels Flasher

In einer Woche, am 13.8. ist mal wieder Street Parade in Zürich. Das ist der Tag, an dem sich eine Million Besoffener mit Rucksäcken voll Wodka zu brachialem Proleten-Techno über die Quaibrücke schubsen, überall in die Büsche pissen und die Stadt vollmüllen. Zugegeben, etwas böse ausgedrückt. Aber nachdem vor 3 Jahren ein Schwulenhasser meinen Freund mit einer Bierflasche spitalreif geschlagen hat (Freedom under Attack), kann ich die negative Seite dieses Events, den ich fast 20 Jahre lang liebte, kaum ignorieren.

Versuchen wir es dennoch positiv zu sehen: Hunderttausende friedliche und fröhliche Menschen feiern gemeinsam zum Sound der Zeit und zelebrieren eine riesige Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz (so der Pressetext). Am frühen Nachmittag ist der Alkohol- und Aggressionspegel der Machoheten ja auch noch erträglich und einige der Bühnen und Trucks haben sicher auch ganz guten Sound dabei. Man muss sie nur finden. Bei Events mit einer Million Besucher sind persönliche Erfahrungen und Begegnungen ohnehin Glücksache. Islamistische statistisch gesehen auch.


Ein schwules Lovemobile gibt es schon länger nicht mehr, aber immerhin eine Gayparty am Abend: Die Angels FLASHER Party im Club X-Tra. - Ach Pardon, freudscher Verschreiber. Natürlich stand im Pressetext nur FLASH, ohne ER. Obwohl Flash ja eigentlich tot ist, seit die meisten nur noch mit iPhones surfen. Also doch 'ne Party zum Flashen, zumindest für alle Nicht-Apple-User!

Der klassische Flasher trägt bekanntlich Trenchcoat mit nichts drunter und schockt so die holde Weiblichkeit, die eigentlich gar nicht geschockt ist, aber so tut, um juristisch im Vorteil zu sein. Die Angels FLASH(ER) Party steht unter dem Motto "Superheroes". Gemeint sind also vermutlich Trenchcoats gepaart mit XXL-Schwänzen. Wer noch etwas mehr Farbe ins Spiel bringen will, kann ja bei Superman, Batman und Robin oder dem Jungen mit der Spinne abkupfern. Hauptsache Cape und Showeffekt. Eine kreischende Huch-Tunte zum Erschrecken wird sich auf der Tanzfläche schon finden. Damit das Gekreische nicht Überhand nimmt, stehen die Superhero DJs Micky Friedmann, José Jones and Tyra Starlight bereit, um Flashern und Geflashten mächtig einzuheizen. Jungs, das wird ein Riesenspass!

Natürlich gibt's auch diesmal eine Afterparty im üblichen Club (Alte Kaserne), wo immer alle spitz sind, aber dank rigider Hausordnung keiner Freude an Schwänzen haben darf. Auflegen sollen dort DJ Andrei Stan und DJ Vasco. Start ist je nach Meldung um 5 oder 6 und Schluss ist leider immer früher als angesagt.

(Das Foto links gibts übrigens als T-Shirt bei Drty)

04.08.2016

BjoernSunshine

Ein grosser Darkroom mit Licht und Sound?

Die schwulen Burner und Berliner kennen das Problem nicht, aber im schwulen Zürich muss alles geregelt sein: Wo getanzt wird, ist Nacktsein verboten und wo man nackt sein darf, ist es dunkel und es wird nicht gelacht und nicht getanzt! Ein blickdichter Vorhang trennt heute an den meisten Partys gut und böse - dabei verkehren auf beiden Seiten dieselben Typen.

(Meine Idealvorstellung von einem Club wäre ein fliessender Übergang von hell zu dunkel. Jeder sollte tanzen oder vöglen dürfen, wo es ihm gefällt. Die Begegnungen bei mehr oder weniger Licht machen den Reiz der Party aus. Doch was in Berlin fast Standard ist, ist in Zürich leider Utopie)

Leider scheint gegen Doppelmoral und Trennungsmanie kein Kraut gewachsen und das Verdikt der meist heterosexuellen Clubbesitzer in Stein gemeisselt. Doch wer schreibt uns eigentlich vor, dass es in einem "Relax-Room" (wie die Fick-Ecke oft beschönigend genannt wird) immer akustisch dumpf, eng und dunkel sein muss? Dass ein DJ nicht auch mal hinter einen Vorhang darf? Und dass der grösste Raum der Party immer den Prüden gehören muss?


Deshalb mein Vorschlag für alle trennwandsüchtigen Bürokraten:
Warum stellen wir nicht einfach ein paar Boxen und Scheinwerfer in den etwas vergrösserten "Relax-Room" und feiern dort gemeinsam Party? Eine völlig relaxige Party für tolerante Leute, wo man gleichzeitig lustig und nackt sein darf, ganz wie man will, dazu ein bisschen tanzen und vögeln, sich gleichermassen an kunstvoller Deko und lustvoller Erotik erfreuen und dabei sogar noch sehen, mit wem man gerade flirtet. Wär ein solcher "Happy floor" nicht toll?

Natürlich gäbe es dem Vermieter zuliebe die geforderten Trennwände. Es soll ja kein Schwuler unverhofft einen Pimmel sehen und mit seinen natürlichen Emotionen konfrontiert werden! Also am Eingang wie immer zuerst eine kleine erotikfreie Zone für Klemmschwestern & Friends, nennen wir es mal den "Prude floor", dann der obligate Vorhang zum "Happy floor" und hinten nochmal eine stockdunkle Ecke für alle, die bei Discolicht das Loch nicht treffen.

So wäre doch allen gedient. Die Partys wären wieder sexy und eine echte Alternative zu Grindr, die Trennwandwirtschaft könnte ihre Trennwände liefern, die ewigen Lästerer könnten auf dem Prude floor am Handy fummeln und die hässlichen Typen, die nur an Partys kommen, um im Dunklen zu ficken, können genau das gleiche tun, was sie schon immer taten.

Na, was meint ihr, liebe Veranstalter? Wär das einen Versuch wert?

Zur Erinnerung: Tanzen und Sex gehörte in Zürcher Gayclubs bis 2006 untrennbar zusammen. Das Darkroom-Verbot der Stadtpolizei wurde 2009 wieder aufgehoben. Doch inzwischen hatte Grindr die Szene gekillt und alle Clubs wurden gentrifiziert und prüdifiziert.

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