ZÜRIGAY SZENE

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10.11.2016

BjoernSunshine

BLUTT im Kauz - Zeigen uns die Heten wie schwule Partys gehen?

Als mir ein Freund diesen Flyer zeigte, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da lamentieren wir seit Jahren über die Prüderie der schwulen Zürcher Partyszene und nun macht ein in der Gayszene völlig unbekannter Technoclub namens "KAUZ" so einen oberschrullig geilen Flyer mit diesem köstlichen Text:

Der Keller war gefüllt mit Fleisch, in der Luft die unverkennbare Mischung aus Leder und frischem Schweiss. Der kollektive Fieberzustand war bis in die letzte Ecke spürbar, die Wände tropften und die Gürtelschnallen klinkten. Sie waren immer schon ihre wortwörtliche Crème de la Crème einer guten Runde, einer enthemmten Nacht, eines ausgelassenen Raves gewesen. Höchste Zeit also unseren blutten Brüdern und harten Schwestern, unseren Transen, Bären, Twinks und Daddies eine Nacht zu widmen.

b - l - u - t - t
weird disco, gloomy techno and horny dancers

Sano (Cómeme, Barcelona)
Luigi di Venere (Cocktail d'Amore, Berlin)
Piet Møbler (Cosmic Sound Bubbles, Zürich)



Ich konnte es schlicht nicht glauben, und da schon häufig in der Zürcher Partywerbung das Blaue vom Himmel herab versprochen wurde, ohne die Ankündigungen zu halten, habe ich beim KAUZ nachgefragt:

"Liebe(r) KAUZ,
Nackt tanzen im prüden Zürich, wo in jedem "normalen" Laden die Security schon Amok läuft, wenn man nur sein T-Shirt auszieht? Bitte klärt mich auf. Meint ihr alles ernst was da steht? Wird das tatsächlich eine geile Nacht wie früher im Laby oder in Berlin? Oder ist es nur wieder so ein Werbegag wo dann doch nur alle im Pulli rumstehen und verschämt in ihre iPhones glotzen."


Kauz antwortet:
"Wir meinen es ernst, Ja. Natürlich können wir nicht voraus sagen, was in der Nacht alles passieren wird, denn der Abend findet zum ersten Mal statt und letztendlich liegt es auch an der Crowd, die sich da einfinden wird. So viel steht aber fest: Es wird niemand aus dem Club geworfen, weil er keine Kleider trägt oder sich amüsiert. Wir sind alle gespannt."

Wir auch. Jungs, unbedingt hingehen!


B-L-U-T-T
Samstag 12.11.2016 ab 21 Uhr

KAUZ
Ausstellungsstrasse 21, 8005 Zürich

14.09.2016

BjoernSunshine

Zürcher Nelson Pub schmeisst Schwule raus

Wegen einem Kuss wurden zwei Schwule unsanft von zwei Türstehern aus dem Nelson Pub geschmissen und auf der Strasse angebrüllt. So stand es im Blick und verursachte einen Shitstorm gegen die homophobe Zürcher Bar. Die Geschäftsleitung des Nelson Pub rechtfertigt sich in einer Stellungnahme, in der sie behauptet, es sei nicht nur ein Kuss gewesen, sondern ein "Näherkommen auf physische Weise", das bei Heteros auch nicht toleriert würde. Der Blick hingegen zitiert weiter eine Freundin der beiden: "Im Lokal lagen Hetero-Paare auf den Tischen und fummelten rum. Aber daran störte sich niemand".

Ob der Kuss nun doch etwas inniger oder die Security doch etwas schwulenfeindlicher war, werden wir wohl nie erfahren. Ich habe auch so meine Erfahrungen mit Rausschmeissern, in deren Gilde Homophobie leider keine Ausnahme ist.

Der Stellungnahme des Nelson Pubs ist nur zu entnehmen, dass Romantik und Sexualität in diesem Laden nicht willkommen sind. Für mich reicht das für ein No-Go!

Auch wenn selten Geschichten wie diese in der Zeitung landen, ist die antierotische Stimmung in Zürcher Bars und Clubs schon länger Realität. Vor 10 Jahren konnte man in Zürich noch mitten auf der Tanzfläche vögeln. Inzwischen darf man kaum noch wo sein T-Shirt ausziehen. Statt über die Geschäftspolitik einer Hetenaufrissbar zu jammern, sollten wir Gays lieber wieder einen eigenen Laden gründen, in dem wir ohne nervige Moralapostel feiern können. Aber dafür braucht es etwas mehr Inititative als für einen Shitstorm.

Quelle: Blick, Webseite Nelson Pub

03.09.2016

BjoernSunshine

La Messe: Basel ist das neue Zürich

Wir haben uns mal wieder in den Zug gesetzt und die Grossstadt hinter uns gelassen, um in einer "Kleinstadt" echt Grossstädtisches zu erleben. Und verdammt, war das geil! Eine Party mit richtigem Techno à la Berlin geht einfach entschieden anders ins Ohr als dieser kommerzielle Einheits-House-Brei, den alle Zürcher Gaypartys hoch und runterspielen.

Okay, im Borderline gabs diesmal technische Probleme mit dem Bass, doch wer Zürichs vom Lärmschutz kastrierte Soundanlagen gewohnt ist, dem fiel das erst auf, als die Bassbox wieder auflebte und an den Magenwänden rüttelte. Das erste DJ-Set war musikalisch innovativ, ging aber wegen dem schwachen Bass etwas zu wenig in die Beine. Live Act Florian Msk aus Kanada heizte dann aber die Tanzfläche mächtig ein.

Richtig geil wurde die Party nach der kinky Performance von Nikolaj Tange Lange, der das Schweizer Publikum so richtig nach Berliner Art schockte. Ich meine, in Zürich gelte ich schon als der Oberfreak (und Staatsfeind Nummer 1 der Security) wenn ich nur mal nackt quer über die Tanzfläche husche. Und hier im Basler Borderline Club steigt ein Typ nackt auf die Bühne, fasst sich in den Arsch, zieht da sicher gut 20 Meter Girlande raus und dekoriert damit den Club. Am Schluss fischt er sich dann noch sowas wie ein Kinderüberraschungsei aus dem Popo, hält es sich über den Kopf, grinst und plopp - regnet es goldenen Glimmer!

Fast noch köstlicher als diese schräge Performance, war es, die Gesichter der Leute zu beobachten, die sich zuerst pseudoschockiert verstohlen abwandten, aber dann doch total fasziniert hinschauten, weil tief im Innern eben doch fast alle noch eine animalische Ader haben.

Die Show war für viele, die schwule Partys nur unter der Fuchtel einer moralisierenden Hausordnung kennen, der Eisbrecher und es gab in der Folge so einige weitere heisse Szenen am Rand der Tanzfläche zu geniessen, die in Zürcher Clubs undenkbar sind.

Ja, liebes Zürich, das war ein Wink mit dem Zaunpfahl. La Messe schafft in einem Basler Hetero-Tanzclub eine homoerotische Atmosphäre, die in Zürich seit Jahren vergeblich seinesgleichen sucht. Dagegen ist die Alte Kaserne mit ihren spiessigen Regeln als Eventlokal vieler Gaypartys eine Lachnummer!

Punkto Erotik steckt die Zürcher Gaypartyszene in einer Sackgasse. Einige Veranstalter haben schon das Handtuch geworfen, andere suchen in Agglomerationsgemeinden und sogar schon 100km weit weg in Bern nach weltoffeneren Vermietern. Wenn nicht bald ein vermögender Gay seine Millionen von den Caymans holt und in eine Stadtliegenschaft mit grossem Keller investiert, kann Zürich als Gaypartystadt nur noch abdanken.

Vermutlich werden einige Leser meine Zeilen nicht verstehen. Wer nie erotische Tanzpartys wie La Messe, Laby oder Berghain erlebt hat und glaubt, die geilsten Events wären die, an denen man sich ins Koma trinkt, am Küchentisch die Handys zeigt und die Nase pudert, kann es sich genauso wenig vorstellen, wie Heteromänner Analsex. Man muss es zulassen und erleben oder unwissend sterben.

16.08.2016

BjoernSunshine

Meine Sicht der Street Parade

Nach 2 Jahren Streik war ich wieder dabei und ganz positiv überrascht.

Meine Freunde und ich trafen uns am Utoquai, dem Startpunkt der Parade, wo weniger Gedränge als am Bellevue zu erwarten war. Wie erwartet war der Sound der Lovemobiles auf ziemlich tiefem Niveau, um nicht zu sagen besch...en. Aber dafür waren die Leute viel besser drauf als befürchtet. Ich kam mit wenig Klamotten an, hatte noch weniger Erwartungen dabei und richtig viel Spass. Die Stimmung war total easy und als mir ein Typ ein Schild mit "more love and more tolerance, peace, happiness and freedom" vor die Nase hielt, dachte ich: Jetzt aber weg mit der blöden Badehose!

Mein Nacktivismus kam bei den Leuten super an. Unzählige Mädels waren begeistert und auch die Typen streckten mir die Hände für "high five" entgegen. Mit Phoenix Records kam auch endlich ein Truck mit gutem Sound angefahren und wir tanzten ein Stück mit. Doch leider leider fiel 200m weiter die Anlage aus. Stille.

Kurz nach 19 Uhr kamen wir bei der Barfussbar an, wo die schwule Splash & Spray-Party stattfinden sollte. Die Frauenbadi als Open-Air-Partylocation ist toll und die Altstadtkulisse, während man ein Bad in der Limmat nimmt, einmalig. Leider war der Sound an der Party nur House. Das mag zwar den meisten Tunten gefallen, aber eine Drag Queen, die ins Mikrofon krächtzt, brauche ich an der Street Parade so wenig wie einen DJ, der auf einem Lovemobile den Rapper macht. Ich wollte Techno hören und liess deshalb die Gays und ihre Party nach kurzer Zeit links liegen. Vor der Stage am Bürkliplatz lief richtig guter Sound: "Animal Trainer" war phänomenal und ich tanzte auch hier wieder nackt zwischen einer Gruppe Italiener und zwei Päärchen aus Stuttgart, ohne dass irgendein negatives Wort zu meinem Outfit gefallen wäre.

Erst nach Mitternacht, auf dem Weg zum Limmatplatz traf mein Freund auf die Kategorie Leute, denen man an der Street Parade lieber aus dem Weg geht: Besoffene Typen, die vermutlich den ganzen Tag erfolglos an Frauen gebaggert hatten und nun frustriert leere Flaschen vor sich her traten. Wie wir später in der Zeitung lasen, gab es in den späten Stunden mehrere Verletzte an einigen Messerstechereien. Doch diesmal hatten wir zumindest Glück gehabt.

Die Angelparty im X-Tra war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich hervorragend. Ich war happy, weil man mich auch hier unbehelligt so tanzen liess, wie es sich einfach am besten anfühlt, aber die Musik tönte mir für eine Street Parade Party wieder zu sehr nach House und zu wenig nach Techno.

Zum Abschluss gingen wir noch an die Flexx-Afterparty in die Alte Kaserne und irgendwie kam es mir bescheuert vor, dass ich den ganzen Tag problemlos nackt durch Zürich tanzen konnte, aber an einer "toleranten" Schwulenparty etwas anziehen muss. Die DJs spielten auch hier ziemlich housig und der Security spielte wie immer den Moralapostel - ja, ja, die Story kennen wir schon: Penisneid in Uniform.

Mein Fazit: Die Street Parade ist besser als ihr Ruf. Es gibt viele Wagen mit schlechtem Sound, viele besoffene und aggressive Typen, aber es gibt auch noch gute Bühnen und richtig coole Leute. Die Gays haben irgendwie den Anschluss verloren, bzw. hängen in ihrem immer gleichen House-Stil fest und bräuchten dringend mal neuen Wind in den Segeln, ein paar BPM mehr und ein paar heisse Jungs, die auf der Tanzfläche an fetten Schwänzen rumfummeln statt nur an ihren Handys.

12.08.2016

BjoernSunshine

Increased Security

The whole world is on a safety trip. I just hope they got the right focus.
Please remind that the naked guys are usually not the terrorists.

05.08.2016

BjoernSunshine

Street Parade und Angels Flasher

In einer Woche, am 13.8. ist mal wieder Street Parade in Zürich. Das ist der Tag, an dem sich eine Million Besoffener mit Rucksäcken voll Wodka zu brachialem Proleten-Techno über die Quaibrücke schubsen, überall in die Büsche pissen und die Stadt vollmüllen. Zugegeben, etwas böse ausgedrückt. Aber nachdem vor 3 Jahren ein Schwulenhasser meinen Freund mit einer Bierflasche spitalreif geschlagen hat (Freedom under Attack), kann ich die negative Seite dieses Events, den ich fast 20 Jahre lang liebte, kaum ignorieren.

Versuchen wir es dennoch positiv zu sehen: Hunderttausende friedliche und fröhliche Menschen feiern gemeinsam zum Sound der Zeit und zelebrieren eine riesige Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz (so der Pressetext). Am frühen Nachmittag ist der Alkohol- und Aggressionspegel der Machoheten ja auch noch erträglich und einige der Bühnen und Trucks haben sicher auch ganz guten Sound dabei. Man muss sie nur finden. Bei Events mit einer Million Besucher sind persönliche Erfahrungen und Begegnungen ohnehin Glücksache. Islamistische statistisch gesehen auch.


Ein schwules Lovemobile gibt es schon länger nicht mehr, aber immerhin eine Gayparty am Abend: Die Angels FLASHER Party im Club X-Tra. - Ach Pardon, freudscher Verschreiber. Natürlich stand im Pressetext nur FLASH, ohne ER. Obwohl Flash ja eigentlich tot ist, seit die meisten nur noch mit iPhones surfen. Also doch 'ne Party zum Flashen, zumindest für alle Nicht-Apple-User!

Der klassische Flasher trägt bekanntlich Trenchcoat mit nichts drunter und schockt so die holde Weiblichkeit, die eigentlich gar nicht geschockt ist, aber so tut, um juristisch im Vorteil zu sein. Die Angels FLASH(ER) Party steht unter dem Motto "Superheroes". Gemeint sind also vermutlich Trenchcoats gepaart mit XXL-Schwänzen. Wer noch etwas mehr Farbe ins Spiel bringen will, kann ja bei Superman, Batman und Robin oder dem Jungen mit der Spinne abkupfern. Hauptsache Cape und Showeffekt. Eine kreischende Huch-Tunte zum Erschrecken wird sich auf der Tanzfläche schon finden. Damit das Gekreische nicht Überhand nimmt, stehen die Superhero DJs Micky Friedmann, José Jones and Tyra Starlight bereit, um Flashern und Geflashten mächtig einzuheizen. Jungs, das wird ein Riesenspass!

Natürlich gibt's auch diesmal eine Afterparty im üblichen Club (Alte Kaserne), wo immer alle spitz sind, aber dank rigider Hausordnung keiner Freude an Schwänzen haben darf. Auflegen sollen dort DJ Andrei Stan und DJ Vasco. Start ist je nach Meldung um 5 oder 6 und Schluss ist leider immer früher als angesagt.

(Das Foto links gibts übrigens als T-Shirt bei Drty)

04.08.2016

BjoernSunshine

Ein grosser Darkroom mit Licht und Sound?

Die schwulen Burner und Berliner kennen das Problem nicht, aber im schwulen Zürich muss alles geregelt sein: Wo getanzt wird, ist Nacktsein verboten und wo man nackt sein darf, ist es dunkel und es wird nicht gelacht und nicht getanzt! Ein blickdichter Vorhang trennt heute an den meisten Partys gut und böse - dabei verkehren auf beiden Seiten dieselben Typen.

(Meine Idealvorstellung von einem Club wäre ein fliessender Übergang von hell zu dunkel. Jeder sollte tanzen oder vöglen dürfen, wo es ihm gefällt. Die Begegnungen bei mehr oder weniger Licht machen den Reiz der Party aus. Doch was in Berlin fast Standard ist, ist in Zürich leider Utopie)

Leider scheint gegen Doppelmoral und Trennungsmanie kein Kraut gewachsen und das Verdikt der meist heterosexuellen Clubbesitzer in Stein gemeisselt. Doch wer schreibt uns eigentlich vor, dass es in einem "Relax-Room" (wie die Fick-Ecke oft beschönigend genannt wird) immer akustisch dumpf, eng und dunkel sein muss? Dass ein DJ nicht auch mal hinter einen Vorhang darf? Und dass der grösste Raum der Party immer den Prüden gehören muss?


Deshalb mein Vorschlag für alle trennwandsüchtigen Bürokraten:
Warum stellen wir nicht einfach ein paar Boxen und Scheinwerfer in den etwas vergrösserten "Relax-Room" und feiern dort gemeinsam Party? Eine völlig relaxige Party für tolerante Leute, wo man gleichzeitig lustig und nackt sein darf, ganz wie man will, dazu ein bisschen tanzen und vögeln, sich gleichermassen an kunstvoller Deko und lustvoller Erotik erfreuen und dabei sogar noch sehen, mit wem man gerade flirtet. Wär ein solcher "Happy floor" nicht toll?

Natürlich gäbe es dem Vermieter zuliebe die geforderten Trennwände. Es soll ja kein Schwuler unverhofft einen Pimmel sehen und mit seinen natürlichen Emotionen konfrontiert werden! Also am Eingang wie immer zuerst eine kleine erotikfreie Zone für Klemmschwestern & Friends, nennen wir es mal den "Prude floor", dann der obligate Vorhang zum "Happy floor" und hinten nochmal eine stockdunkle Ecke für alle, die bei Discolicht das Loch nicht treffen.

So wäre doch allen gedient. Die Partys wären wieder sexy und eine echte Alternative zu Grindr, die Trennwandwirtschaft könnte ihre Trennwände liefern, die ewigen Lästerer könnten auf dem Prude floor am Handy fummeln und die hässlichen Typen, die nur an Partys kommen, um im Dunklen zu ficken, können genau das gleiche tun, was sie schon immer taten.

Na, was meint ihr, liebe Veranstalter? Wär das einen Versuch wert?

Zur Erinnerung: Tanzen und Sex gehörte in Zürcher Gayclubs bis 2006 untrennbar zusammen. Das Darkroom-Verbot der Stadtpolizei wurde 2009 wieder aufgehoben. Doch inzwischen hatte Grindr die Szene gekillt und alle Clubs wurden gentrifiziert und prüdifiziert.

04.05.2016

BjoernSunshine

Viel Spass an der Crystal White Party

Gleich zum Fazit: Ich fand die White Party der Angels richtig gut. Guter Sound, gutes Dekor, professionell gemacht. Da gab es wirklich nichts zu meckern!

Als wir im X-Tra ankamen regnete es bereits, aber Eingänge und Garderoben waren so grosszügig bemessen, dass die Wartezeit praktisch null war. Ein Welcome-Shot wärmte die Kehle auf und dann ging es über den langen weissen Teppich durchs Foyer. Weniger ein Laufsteg als ein Ort, um sich zu verstecken. In meinen weissen langen Tights fühlte ich mich fast schon unsichtbar.

Im grossen Saal wurde klar, warum die White Party 2016 Crystal hiess. Gemeint war nicht etwa Crystal Meth sondern Kristallglas. Sicherheitshalber hatte man aber die Kronleuchter so hoch gehängt, dass die Meth-Junkies nicht raufklettern und dran lutschen konnten.

Die Musik begann mit housigen Tönen von DJ Ricardo Ruhga und reichte über typisch heissen Circuit Party Style von DJ Micky Friedmann bis zu hartem aber melodiösen Progressive Trance von unserem Lieblings-DJ Ben Manson. Der Raucher-Floor und der Pop-Floor waren etwas weniger mein Ding aber dicke Luft und Hip-Hop sind nun mal Geschmacksache.

Überraschend ertönte plötzlich ein Happy Birthday, das DJs und Veranstalter zusammen auf der Bühne feierten. Einige Leute applaudierten, aber da die meisten gar nicht wussten, wer da Geburtstag und das niedere Volk auch keinen Zugang zur Bühne zum Gratulieren hatte, mutete dieser Moment etwas merkwürdig an.

Wenn Leute von der Bühne herunter uns Partygästen zuprosten und wir dank hohen Gittern nicht zurückprosten können, denke ich immer etwas wehmütig an die früheren Angel-Partys, an denen die Bühne zwischen den Shows noch für das Publikum geöffnet war, man gelegentlich noch einem DJ persönlich zu seinem gelungenen Set gratulieren und auch mal oben tanzen konnte. Immerhin gab es für spontane Showtänzer mehrere Podeste am linken Rand der Tanzfläche, auf der Otto Normaltänzer zwischen den Auftritten der muskulösen Gogo-Boys auch mal über der Menge schweben durfte.

Ein Kompliment muss ich auch noch dem Personal machen. Von Garderobe über Hot-Dog-Stand bis zur Bar vorne links traf ich überall auf freundliche Gesichter. Sogar, als ich es voller Euphorie und Freude mal wieder nicht lassen konnte, nackt und frei mitten durch den Club zu tanzen, erhielt ich nichts als positive Reaktionen! So tolerant und happy liebe ich Zürich und unsere Angels!


Flexx Afterhour
Nach dem Ende der grossen Party im X-Tra machten wir uns auf in die Alte Kaserne. Das bekannte Nadelöhr Garderobe war wie immer ein Nadelöhr, doch nach 10 Minuten im Regen waren wir drin. Wir gaben unsere Klamotten ab und freuten uns, nach 7 Stunden tanzen, erst mal auf ein chilliges Chilloutsofa. Doch statt Sofas waren da nur Vorhänge und Absperrgitter und ich war sauer. Da hatten wir den vollen Eintrittspreis von 20 Fr bezahlt und bekamen dafür nur den halben Club. Ausser ein paar harten Bänken am linken Rand stand kein einziger bequemer Sessel im ganzen Laden, und vor den harten Bänken patruillierte wie immer die Security und passte auf, das ja kein Schwuler auf schwule Ideen kommt.

Als ich den Veranstaltern mein Missfallen über das Preis-Leistungs-Verhältnis kundtat, entschuldigten sich diese damit, dass wegen dem 1.Mai-Fest leider der halbe Club als Abstellraum belegt und nicht verfügbar war. Für mich eine plausible Erklärung aber kein Gäste-Mehrwert. Eine Afterparty ohne Chillout ist wie ein Restaurant ohne warme Küche: "Tut mir leid, lieber Gast, dass ihr Steak kalt ist, aber auf unserem Kochherd lagert heute Gerümpel. Sie müssen das verstehen. Einen Preisnachlass kriegen Sie trotzdem nicht!" - Was meint ihr, was der Gast nach so einem Essen im TripAdvisor schreibt...

Da ich die Jungs von Flexx schon mal da hatte, erwähnte ich gleich noch die letzten Partys, an denen jeweils schon 1-2 Stunden vor dem offiziellen Ende das Licht anging. Die Veranstalter entschuldigten sich mit dem geringen Barumsatz: "Wenn die Leute zu wenig trinken, dann müssen wir eben Kosten sparen und die Party vorzeitig beenden."

Mir ist klar, dass Partys organisieren Geld kostet und niemand gern Defizit macht. Aber Leistungen versprechen und dann nicht einhalten, ist garantiert nicht der Weg, um ein Label aufzubauen und langfristig einen Laden voll zu kriegen. Die Flexx-Partys hätten nämlich durchaus Potential. Die DJs waren erste Sahne, die Musik hammermässig gut, die Licht- und Lasershow richtig toll. Der Grund, warum die Gäste zu früh gehen, ist schlicht der Fakt, dass wir Schwule nach einer geilen Partynacht einfach auch mal schwul sein wollen und die prüde Hausordnung der Alten Kaserne alles, was Spass macht nicht erlaubt. Wir haben an der White Party wieder viele bekannte Gesichter von internationalen Partys gesehen. Leute, die in Berlin problemlos 12 Stunden Party und Afterparty durchhalten, in Zürich aber lieber auf die Afterparty verzichten, um an einem Ort ohne moralisierende Hausordnung endlich mal den Tiger aus der Hose zu lassen. Hätten die Macher von Flexx ein Lokal, das uns Gays ohne Vorbehalte akzeptieren würde, dann wäre ich Feuer und Flamme für ihre Events.

Wie gesagt, Sound und Licht waren super, aber auch diesmal endete die Party wesentlich früher als angekündigt. Und so nahmen wir eben unsere rattigen Tiger mit in die S-Bahn und feierten einen schönen chilligen Sonntag daheim.

21.04.2016

pressetext

White Party Weekend 2016: Crystal

Das White Party Weekend steht an – dieses Jahr im glamourösen Look – a celebration of white …Crystal White.
White Party vereint Menschen jeden Alters, Geschlecht und Stils. Feiert mit uns die grösste Schweizer Gay Party. Willkommen zum WHITE PARTY WEEKEND.

WHITE OUT! // Opening Party // 29. April 2016 // Cranberry Bar
White Out! ist der perfekte Start ins wilde Weekend. Sei dabei, lass dich durch die Nacht treiben und geniesse die familiäre Atmosphäre im kleineren Rahmen.

WHITE PARTY CRYSTAL! // 30. April 2016 // X-TRA
An der WHITE PARTY CRYSTAL erwartet dich ein zeitloses, fantasievolles Spektakel. Angels bringt dir die besten Talente um alle deine Sinne zu erregen. Eine Nacht voller Glitzer und Glamour erwartet dich – denk an Diamanten, glitzernde Kristalle und alles sonstige was schön funkelt!

Unser neuer Resident DJ Ricardo Ruhga überstrahlt die Nacht mit seinen high-powered House Beats. Ihm folgt Superstar DJ Micky Friedmann, welcher das Dance Publikum zu höchster Ekstase aufpeitscht. Seine aktuellen Tracks werden von DJs auf der ganzen Welt gespielt, sofern er nicht selbst an den Plattentellern steht. Es folgt der Meister des Technos: DJ & Producer Ben Manson
trägt die euphorische Stimmung bis weit ins Morgengrauen.

Eine exklusive Atmosphäre bietet auch unser Second Floor. Zuerst bespielt vom erfrischenden DJ Duo SugarBros (Berlin) ,welche den Dance Floor mit ihrem spritzigen Pop einhüllen. Die folgende Session dem extravaganten Duo Déesse und Monsieur Boy. Ihre Musik aber auch ihre Outfits setzen Akzente und sorgen für Blicke. Auf dem Third Floor begrüssen wir Mister Mola zur Premiere bei Angels. Zusammen mit dem Pariser Duo Nucci & Rocca besorgen sie es den Progressive Fans knallhart auf die Ohren. Der Floor wird präsentiert von FLEXX und gibt zugleich einen Vorgeschmack auf die Afterhour in der alten Kaserne.

White Party Crystal verbindet in ihrer Einzigartigkeit die besten Talente mit innovativstem Underground Clubbing und einer prickelnder Portion Sexyness. Feier mit uns das grösste White Adventure des Jahres.

WHITE AFTER // Official Afterhour // 1. Mai 2016 // Alte Kaserne
Der finale Akt des White Party Weekends ist die Afterhour, welche vom FLEXX Team betreut wird. Für alle nimmermüden Tänzer: die Nacht ist noch nicht zu Ende! Die WHITE AFTER wird von DJ Mister Mola and DJs Nucci & Rocca betreut, welche mit einem progressive House Sound das Weekend beenden werden.

Weitere Infos zum Partyprogramm und Ticketverkauf findet Ihr unter www.angels.ch

21.04.2016

BjoernSunshine

Basel lässt die Sau raus

La Messe tut es schon wieder: Eine Techno-Party organisieren, wo Schwule richtig schwul sein dürfen:

Die hedonistische Schweizer Party kommt ins L39 am Freitag 29 April 2016.
Lass deinem Fetisch mit hypnotischem Techno Sound durch eine Dark Atmosphäre freien Lauf.

Mit DJ Kevin Shala ab 21:30 - 04:00

Dresscode:
Fetish Freaks, Bears and Chasers, Nackt, Alternative. Kein Glitter.


Tja, da sind wir Zürcher mit unseren prüden Nacktverbots-Schwulenpartys mal wieder neidisch...

L39 BAR Lounge BASEL, Rebgasse 39, 4058 Basel
La Messe: Neue heisse Partyserie in Basel

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