ZÜRIGAY SZENE

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21.11.2008

BjoernSunshine

SHAFT noch immer heimatlos

(shaft) SHAFT möchte Geburtstag feiern und einen Darkroom

Eigentlich wollten wir diesen Herbst feiern, dass wir fünf Jahre schwule Party-Geschichte in Zürich geschrieben haben. Aber leider haben wir keinen Grund zur Freude, denn SHAFT ist immer noch heimatlos.

Im letzten April wurde unser Heimat-Club, das „Labitzke“, von der Polizei geschlossen. Ein Bewohner der Liegenschaft hatte scheinbar eine Lärmklage eingereicht, worauf die Behörden dem Club die Erlaubnis entzogen, Partys mit Tanzmusik zu veranstalten. Dies bedeutete das Aus für den Club, in dem schon vorher jahrelang unter dem Namen „aera“ rauschende Partys gefeiert werden konnten. Eine Einsprache gegen die Lärmklage fruchtete nichts - im Gegenteil, dem Club wurde im Juli verboten überhaupt noch Partys abzuhalten, obwohl im gleichen Gebäude auch noch andere Clubs eingemietet sind, die wohl nicht weniger Lärm verursachen. Dem Club-Betreiber wurde in der Folge gekündigt, da er natürlich ohne Partys auch keine Einnahmen mehr hatte und so auch den Mietzins nicht mehr zahlen konnte. Also hatten auch wir von SHAFT keine Lokalität mehr für unsere „Männernächte“, obwohl unsere Partys nie zu Klagen Anlass gegeben hatten.

Als im Mai 08 klar wurde, dass der Club auch im Juni noch nicht wieder öffnen konnte suchten wir eine alternative Lösung und fanden im Pirate-Club im Gebäude des „Fame“ eine Location um wenigstens im Juni endlich wieder eine Party zu feiern. Dort sahen wir uns aber mit anderen Problemen konfrontiert. Der Raum entsprach nicht ganz unseren Bedürfnissen und die Bewilligung für einen Darkroom bezog sich nur auf die Räume des „Labitzke“.
Die Sommerpause nutzten wir deshalb um für uns eine neue Heimat zu suchen, da inzwischen klar war, dass wir nicht mehr ins „Labitzke“ zurückkehren konnten.

Es stellte sich aber bald heraus, dass die Suche nicht leicht sein sollte. Einerseits wollten Clubs uns nicht aufnehmen, aus Angst, die Hetero-Kundschaft an den übrigen drei Samstagen im Monat würde ausbleiben, wenn ein Samstag nur für Gays reserviert wäre. Andererseits war da ja noch das „Problem Darkroom“!
Im Jahr 2006 wurden aufgrund einer Polizei-Aktion alle schwulen Darkrooms in Party-Locations der Stadt Zürich geschlossen, da diese gemäss Artikels 17 des Kantonalen Gastgewerbegesetzes gegen Sitte und Ordnung verstossen würden. Als VEGAS (Verein Gay Betriebe Schweiz) sich dagegen wehrte, wurde am runden Tisch eine Vereinbarung erreicht, wonach bis zum endgültigen Gerichtsurteil Darkrooms im bisherigen Umfang geduldet wurden. Das hiess für unsere SHAFT-Partys aber, dass ein solcher nur im „Labitzke“ aufgebaut werden konnte. Wir sind aber der Meinung, dass ein Darkroom – obwohl auch nicht von allen Schwulen benutzt und geliebt – zur schwulen Kultur und erst recht zu einer reinen „Männernacht“ dazu gehört und deshalb hier auch nicht gegen Sitte und Ordnung verstösst!
Dies unterstützen die schwulen Organisationen wie PinkCross und VEGAS ebenso wie die Zürcher Aids-Hilfe. Sie gehen davon aus, dass eine wirkungsvolle Prävention da am sinnvollsten erscheint. In Parks und auf Klappen ist dies nur bedingt möglich.

Es scheint, dass in Zürich der Staat uns daran hindern kann, je wieder Partys nach unserem Konzept zu feiern. Muss unsere Subkultur untergehen, nur weil die Polizei findet, dass wir etwas unrechtes tun – obwohl wir niemanden stören?
Wie lautete doch der Leitspruch der Zürcher Polizei noch vor ein paar Jahren? „Erlaubt ist, was nicht stört“! In diesem Fall trifft dieses Statement wohl nicht zu.

Wir sind immer noch auf der Suche nach einer geeigneten Location – so schnell wollen wir uns einfach nicht unterkriegen lassen... Wir hoffen unseren treuen SHAFTern bald wieder eine Männernacht bieten zu können..

SHAFT's still alive!!

20.11.2008

BjoernSunshine

Street Parade: bewilligt ohne Open Air Bars

Pressemitteilung des Komitee "wir tanzen zürich" zum Entscheid der Zürcher Stadtbehörden:

Unser Komitee „wir tanzen zürich“ begrüsst es, dass die Street Parade auch 2009 stattfinden kann. Gleichzeitig sind wir aber enttäuscht, dass die Zürcher Stadtbehörden nicht auf unsere Vorschläge eingegangen sind und unser Konzept für eine „erweiterte Boulvardbewilligung“ gänzlich ablehnen.

Unser Komitee ist nach wie vor überzeugt, dass das Verbot von Openair-Bars während der Street Parade den Missbrauch von Alkohol nicht verhindern kann. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Phänomen der modernen Gesellschaft – wo sich heute viele Menschen treffen, kommt es heute leider immer wieder zu Alkoholexzessen. Wir empfinden das Verbot der Openair-Bar nicht als probates Mittel dagegen, es ist vielmehr nur Symptom-Bekämpfung. Wenn sich die Stadt Zürich, wie sie es in den letzten Jahren getan hat, als Eventstadt profilieren will, sollte die Verantwortlichen genau hier andere, innovativere Wege gehen.

02.11.2008

BjoernSunshine

Zürich: Die prickelndste Gay-Erotik-Nacht

Ich war wiedermal in Zürich an einer Homosexuellenparty. Homosexuelle? Schwanzlutscher? - Ach was! Homosexualität hat doch nichts mit Schwänzen zu tun. Homosexuell, das sind z.B. Sweatshirts von Abercrombie, Kylie Minogue-Konzerte, Madonna, ABBA, fliederfarbene Hemden, Markenunterwäsche, Dolce & Gabbana, und grundsätzlich alles, was doppelt so viel kostet, wie es wert ist.

Trotzdem war die "prickelndste aller Nächte in einem von Erotik geprägten Gayambiente" strikt ab 21. Wahrscheinlich wegen den erotischen Glimmstengeln, an die sich alle klammerten, als ob der Beginn des kantonalen Rauchverbots bereits am nächsten Morgen über die Stadt hereinbrechen würde. 99% standen also da in ihren sexy Alltagsklamotten und rauchten. Immerhin waren unter den Gästen zwei Jungs von Anfang an oben ohne: Mein Freund und ich. In den Augen vieler D&G-Tussies wohl schon eine Provokation biblischen Ausmasses. Auf jeden Fall eins: Total billig!

Die homoerotische Party nahm ihren Lauf. Drogen gab es keine zu kaufen, vom gesunden, staatlich geförderten Alkohol und Nikotin mal abgesehen. Aber wer braucht das schon? Nette, tolerante Leute im besten Club der Stadt, eine berühmt berüchtigte Location, und der geile Sound von einem DJ, der früher mal richtige Fetischpartys organisierte, zusammen mit der Erinnerung an den Hustlaball Berlin machte mich schon spitz wie Meiers Lumpi.

Weil spitz zu sein offenbar nicht an eine erotische Homoparty über 21 passt, gibt es für derartige Notdurft einen Darkroom. Das ist ein kleiner Raum ohne DJ, in dem es wohl von Gesetzes wegen so dunkel sein muss, dass man weder Männer noch Filzläuse erkennen kann. Dieser Raum muss ausserdem gemäss §17 mit blickdichten Vorhang und Warnschild vom Rest des Clubs abgetrennt sein. Denn draussen sind die lieben Homosexuellen und drinnen die bösen Schwanzlutscher. Als bekennender Homosexueller hasse ich solche Räume. Also setzte ich mich, nach dem ich mir im Dunkeln bei der vergeblichen Suche nach meinen Freund mehrmals die Schienbeine an irgendwelchen dunklen Ecken aufgeschlagen hatte, draussen im Homobereich auf ein unbequemes Sofa ohne Rückenlehne. Irgendwann kam dann auch mein Freund und setzte sich zu mir. Meine Gedanken wanderten wieder nach Berlin und unser Blut wanderte vom Gehirn her abwärts. Als mein Ding zwei Minuten später nicht mehr in die Hose passte, vergingen nur noch weitere 20 Sekunden...

Dann stand er schon da, der Aufpasser mit strengem Blick, erhobenem Zeigefinger und der göttlichen Macht, bald 40-jährige Männer, die nebenbei noch seinen Lohn bezahlen, wie Kleinkinder behandeln zu dürfen. "Jetzt geht ihr aber sofort in den Darkroom", fauchte der Erzieher, der auf seiner Uniform missverständlicherweise nicht mit "Mamma" sondern mit "Security" beschriftet ist. Andernorts sorgen sich Leute mit dieser Aufschrift um die Sicherheit der Gäste. In Zürich jedoch überwacht das Sicherheitspersonal die Homosexuellen, um sicher zu stellen, dass niemand mehr Spass hat, als man mit Sicherheit in der Steuererklärung abziehen darf.

Während er nun wahrscheinlich einen Ständer hatte, war meiner kaputt. Da wird man die ganze Zeit von der übersexualisierten Partywerbung aufgestachelt, und wenn man endlich warm wird, kriegt man gleich eins auf den Deckel. Ich weiss, der Club gehört einem Hetero, und Heten kriegen beim Anblick von grossen Schwänzen wahrscheinlich genetisch bedingte Kopfschmerzen. Aber irgendwie ist es trotzdem pervers: Wenn eine Frau in einem Haus mit rotem Lämpchen Sex für Geld verkauft, dazu einen Champagner serviert und den CD-Player laufen lässt, ist das in Zürich legal. Wenn jedoch ein Club sein Geld mit Tanzmusik und Getränken verdient, und irgendwo ein Päärchen andere beim Fummeln zugucken lässt, ohne dafür zu kassieren, verstösst das gegen Sitte und Ordnung.

Langer Rede kurzer Sinn: Zürich bleibt ein Kindergarten und wir fahren bald wieder nach Berlin.

Poll: How much sex should there be at a gay dance party ?

 

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