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25.04.2009

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Verdeckt und unauffällig: Männerprostitution in Zürich

In jeder europäischen Grosstadt gibt es sie.

Junge Männer, die ihre Dienste in Bars oder Sexkinos anbieten. Von den männlichen Prostituierten nimmt die breite Öffentlichkeit kaum Notiz. Laut Schätzungen der Schweizer AIDS-Hilfe dürfte Zürich über die grösste Szene der Schweiz verfügen: Zwischen fünf- und siebenhundert Männern bieten hier ihre Dienste an. Im Vergleich dazu ist die Zahl der Frauen, die sich in der Limmatstadt prostituieren etwa sechsmal so gross.

Der Markt verlangt ständig nach neuen Männern

Wer sind die jungen Männer, die ihre sexuellen Dienstleistungen im Internet, in Bars und Sexkinos zur Verfügung stellen? Einer der wenigen, der dieser fast unsichtbaren Szene ein Gesicht geben kann, ist Christian C. von der Beratungsstelle «Herrmann». Die Anlaufstelle für männliche Sexarbeiter befindet sich im Niederdorf und wird von der Zürcher Aids-Hilfe finanziert. Christian C., der die Beratungsstelle leitet, kennt Schicksale und Nöte der jungen Männer wie kaum ein anderer. «Zu uns kommen vor allem junge Sexarbeiter, die aus Osteuropa stammen», sagt Christian C. «Doch es arbeiten genauso viel männliche Prostituierte aus Brasilien und Thailand hier.» Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie sind lediglich auf Durchreise in der Schweiz. Der Grund: Nach maximal drei Monaten finden Sexarbeiter bereits weniger Kunden. Der Markt der Männerprostitution verlangt stets nach Frischfleisch. «Wer neu auf dem Markt ist, hat einen Vorteil», so Christian C. Und deswegen ziehen die Sexarbeiter nach einer gewissen Zeit weiter, um ihre Kundschaft in anderen Städten Europas zu suchen.

Die Freier: «Das reinste Altersheim»

Das Alter spielt eine wichtige Rolle für den kommerziellen Erfolg der Prostituierten. «Je jünger, desto besser», sagt Christian C. Doch minderjährige Prostituierte findet man auf dem Männerstrich keine. Wenn Christian C. als Streetworker in Bars und Sexkinos die Sexarbeiter und ihre Freier direkt anspricht, trifft er meist Prostituierte, die zwischen 18 und 26 Jahren alt sind. Anders bei den Freiern: «Das reinste Altersheim», charakterisiert Christian C. die Kundschaft, die er auf seinen «Touren» durch die Szene antrifft. Viele Freier seien im Pensionsalter. Und genau diese versucht der Streetworker anzusprechen, denn über die gesundheitlichen Risiken, die der homosexuelle Geschlechtsverkehr mit sich bringe, wisse gerade diese Altersgruppe wenig. Laut Schweizer Aids-Hilfe ist einer von sechs Schwulen in der Szene HIV-positiv. Umso wichtiger ist die Prävention.

«Etwa 60 Prozent der Freier sind heterosexuell»

Schwierig sei dabei, so Christian C., den Sexarbeiter und seinen Kunden im richtigen Moment anzusprechen. Besonders sensibel sei dabei der Umgang mit dem Freier. Denn der Szenekenner ist sich bewusst: «Viele Kunden sind Männer mit heterosexuellen Lebensläufen.» Sie kommen aus allen Schichten: Familienväter, Ehemänner, Studenten, Rentner. Auf gut 60 Prozent schätzt Christian C. den Anteil von Freiern aus dem heterosexuellen Umfeld. Die einzige Konstante dabei: Männer haben Sex mit Männern. Dabei ist, wie der Streetworker sagt, jede Konstellation denkbar. «Auch wenn nicht jeder, der zu einem männlichen Prostituierten geht, schwul ist. Manche reizt einfach das Abenteuer».

Die Freier tun viel, um ja nicht aufzufallen. Das männliche Sexgewerbe zeichnet sich dadurch aus, dass es der Polizei in der Regel weniger Sorgen macht. Gewalt- und Drogendelikte kommen aus Sicht der Stadtpolizei Zürich höchst selten vor. Auch sonst hat die Polizei wenig zu tun mit dem Milieu. «Die Szene der männlichen Sexarbeiter ist in Zürich zurzeit unauffällig», brachte es Chefermittler Peter Rüegger kürzlich gegenüber der NZZ auf den Punkt. Offizielle Zahlen über die Struktur der Szene gibt es nicht.

Vorstufe zum Coming-Out

Einige nutzten die männliche Prostitution auch als Coming-Out Instanz. «Dies erlaubt, sexuelle Erfahrungen mit Männern zu machen, ohne sich gleich als «Schwuler» outen zu müssen.» erklärt Christian C. Der überwiegende Anteil gehöre jedoch zur Sorte, die in der Partnerschaft, egal ob mit einer Frau oder einem Mann, ihre sexuellen Fantasien nicht auszusprechen getrauen. Doch nicht nur die Freier haben Probleme mit ihrer Sexualität, auch die Prostituierten selbst tun sich oft schwer mit ihrer Neigung.

Stricher aus Osteuropa: Verklemmt und stockkonservativ

Gerade die ungarischen, polnischen und tschechischen «Sorgenkinder» der Beratungsstelle «Herrmann» fallen diesbezüglich auf. Sie verachten sich in der Regel für das, womit sie hier in der Schweiz oder anderswo in Europa ihr Geld verdienen. «Sexarbeiter aus Osteuropa haben auffallend häufig eine prüde Einstellung zur Sexualität», sagt Christian C. Und sie haben geradezu panische Angst vor Aids. «Bei den Jungs aus Osteuropa sind Märchen über HIV-Infektionswege weit verbreitet», sagt Christian C. So denken einige der jungen Männer, dass sie sich bereits beim Kontakt von Sperma mit der Haut mit dem HIV-Virus anstecken können. «Das ist natürlich Unsinn! Am häufigsten passiert die Ansteckung bei der analen Penetration», stellt der Streetworker klar. Doch anale Praktiken bieten die Prostituierten aus dem osteuropäischen Raum eher selten an, dafür gebe es zu viele Tabus in den Köpfen der jungen Männer, die meistens aus stockkonservativen Verhältnissen stammen und ein tiefes Schamgefühl für ihre Veranlagung in sich trügen.

In der Krise: Steigender Konkurrenzdruck

Eine homosexuelle Neigung sei bei männlichen Sexarbeitern aber immer irgendwie vorhanden. «Standfeste Heteros unter den männlichen Sexarbeitern gibt es meiner Meinung nach aber keine.» Ebenso seien kaum männliche Sexarbeiter mit Schweizer Pass anzutreffen. In den 1980er Jahren, als zahlreiche Heroinsüchtige das Stadtbild Zürich mitprägten, fanden sich mehr Schweizer Männer, die zur Finanzierung ihrer Drogensucht zur Prostitution bereit waren.
MG
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