ZÜRIGAY SZENE

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Bjoern Sunshine
coverboy

28.11.2016

BjoernSunshine

Game zieht an die Gutenbergstrasse

Nach einem Jahr und sieben Partys in der Bananenreiferei im Zürcher West-End zieht die GameParty ab Februar 2017 um in den Club GUTENBERGstrasse 1 beim Bahnhof Enge. Das Clublokal, dessen Name aus juristischen Gründen vorübergehend etwas holprig klingt, war früher als Club Gutenberg und noch davor als Club Station bekannt.

Die Game-Veranstalter Roger, Fabrizio und Marco freuen sich auf das neue Lokal, das mit einer kompletten Einrichtung aufwartet und "heimeliger" wirkt als die Bananenreiferei, deren Clubraum mit hellen Wänden und Decken primär als Tanzschule konzipiert ist. Den Rauchern bietet der Club an der Gutenbergstrasse 1 ein eigenes Fumoir und auch die Nackttänzer dürfen sich freuen: Die vieldiskutierte Dresscodefrage sei für die neuen Vermieter angeblich kein Problem mehr und der Slogan "Be as you are and be tolerant" darf endlich ohne Einschränkung gelebt werden. Schwanzwedel!

Am 3. Dezember findet die letzte GameParty in der Bananenreiferei statt. Am 18.2. geht es dann los im GUTENBERGstrasse 1. Die weiteren Daten im neuen Jahr sind der 29.4., 24.6., 28.10. und 9.12.

Wir freuen uns auf heisse Nächte und eine glückliche, tolerante Zürcher Partyzeit!

21.11.2016

BjoernSunshine

Blutt im Kauz - Geburt einer neuen Gayparty-Serie

Ich hätte es schon fast nicht mehr für möglich gehalten, dass im zwinglianischen Zürich eine schwule Party stattfinden könnte, an der ein nackter Penis kein Sicherheitsproblem auslöst. Umso mehr war ich erstaunt, als ich am 12. November im Kauz, einem Kellerclub beim Carparkplatz nur 100 Meter vom Hauptbahnhof entfernt, diese völlig relaxte Gayparty entdeckte. Als ich den Laden betrat, sah ich zuerst mal nur Leute in Jeans und T-Shirt. Blutt (=Schweizerdeutsch für nackt) war niemand. Also gab auch ich erst mal nur Jacke und T-Shirt an der Garderobe ab, um ganz unauffällig (in Star Wars-Leggins) die Lage zu sondieren. DJ Piet Møbler legte Elektro-Lounge auf: Schöne, innovative Klänge, aber etwas zu langsam zum Tanzen und eher geeignet zum Rauchen. Als Nichtraucher bestellte ich mir deshalb ein Bier und schaute mir erst mal den neuen Club an.

Das KAUZ ist ein schöner, kleiner Kellerclub mit einer gemütlich warmen Atmosphäre. An der Decke hängen unzählige Lampenschirme, die die Tanzfläche in schummriges, rotes Licht tauchen. Neben der Tanzfläche gibt es mehrere Ecken mit gemütlichen Sofas, eine Bar, ein Fumoir und sogar eine versteckte Nische, die man wohl als Darkroom bezeichnen könnte. Kurz nach Mitternacht war der Club bereits gut gefüllt. Ich schätze mal 200 Nasen. Höchste Zeit um herauszufinden, ob der Name "Blutt" nur wieder so ein leerer Werbespruch oder diesmal wirklich ernst gemeint "nackt" bedeutet. Die Frau an der Garderobe kannte mich schon von früher und war deshalb eher erstaunt, dass ich meine Hose die erste Stunde lang anbehielt, als dass ich sie jetzt abgab.

Blutt und schwanzwedelnd kam ich kurz darauf zurück auf die Tanzfläche und tatsächlich - nur fröhliche Gesichter und null Problemo mit Personal und Security. Welch eine Wohltat für einen chronisch gestressten Zürcher Nudisten! Inzwischen hatte auch die Musik an Geschwindigkeit zugelegt und machte richtig Lust auf Tanzen. DJ Luigi di Venere vom Berliner Label Cocktail d'Amore legte (fürs minimalistische Berlin) ungewohnt melodiösen Vocal-Electro auf. Für harte Berghainer und Labyraner wohl etwas zu soft, aber mir gefiel die Mischung echt gut. Nach wenigen Minuten schon war ich nicht mehr der einzige blutte Mann im Club und ich genoss den Anblick der knackigen Hintern im Discolicht - ein wunderbares Dekor, das doch eigentlich auf keiner schwulen Tanzfläche fehlen sollte!

100% schwul war Blutt dann doch nicht. Einige Ladys im Personal und die Freundin des DJs erstaunten mit ihrer Schwanzlosigkeit zumindest die Gäste, die den Spruch "No Dick - No Entry" auf der Einladung noch von der konsequenten Männerparty "SHAFT" aus dem alten Aera kannten. Aber heute sind wir ja alle tolerant, wenn Damen unsere schwule Atmosphäre teilen, ohne uns heterosexuelle Regeln aufzuzwingen. "Mich störts nicht, wenn ihr hier Sex haben wollt", sagte denn auch DJ Piet's sympathische Freundin zu mir, als ich das Thema "Schwänze" anschnitt, aber so sexuell wie der Flyer vermuten liess, entwickelte sich die Party dann doch nicht.

Zumindest von einem der Veranstalter, einem DJ und einigen Gästen weiss ich, dass sie wie wir schon das Burning Man Festival erlebt und die Grundsätze einer liberalen, kreativen Gesellschaft verinnerlicht haben. Diese Freiheit und Akzeptanz spürt man an einem solchen Event und fühlt sich sogleich zuhause.

Das Echo der Gäste war durchwegs positiv und wir sind uns einig, die Geburt einer neuen, vielversprechenden Partyserie erlebt zu haben. Blutt im Kauz soll weiter gehen. Die nächsten Daten werden in Kürze bekanntgegeben.

Blutt im Kauz - Zeigen uns die Heten wie schwule Partys gehen?

10.11.2016

BjoernSunshine

Unleashed Zürich - Fetish for Straights and Gays

Am 15. Oktober fand im Zürcher X-Tra die Unleashed-Fetisch-Party statt. Die Kooperation des Amsterdamer Labels Unleashed mit dem Zürcher Label Utopia versprach "eine Party voll hemmungsloser Ektase und grenzenloser Euphorie, die GAY & STRAIGHT Partypeople aus aller Welt vereint".

Zuerst mal waren wir skeptisch, denn bisher verunmöglichten die prüden Hausordnungen erotische Partys in Stadtzücher Eventlokalen (Utopia zelebriert seine Events bekanntlich ausserhalb der Stadtgrenze in Kloten) und bisher waren Fetischpartys von Heteroveranstaltern für Schwule auch weitgehend uninteressant. Die Werbung für Unleashed kam denn auch voll abgestimmt auf Heterogeschmack daher: Nackte Frauen soviel der Mann begehrt, aber nackte Jungs? - Höchstens im Background als Beilage.

Das super Line-Up und das Versprechen, nackte Tatsachen männlicher Natur nicht zu diskriminieren, was in Zürich ja bereits eine Sensation sondergleichen darstellt, bewegte mich dann doch, der Party einen Besuch abzustatten - und ich war voll begeistert! Vieles an der Fetisch-Szene ist nicht wirklich mein Ding. Die endlos langen High-Heels, in denen man unmöglich tanzen kann genauso wenig wie Masken, Korsette, Strapsen oder Peitschen, aber die Vielfalt ungewohnter Erscheinungen war auf jeden Fall viel interessanter als die immer gleichen Streetwear-Outfits, die man an normalen Partys sieht. Die meisten Partygäste waren Heteropaare, doch einige sehr heisse Gays waren auch dabei.

Das Line-Up hielt, was es versprach. Unleashed Soundsystem war nicht so mein Ding. Von mir aus braucht ein guter DJ kein Mikrofon. Aber Ben Manson und Human Element waren der Hammer! Als im grossen Saal die Fashion Show begann und die Models über den Laufsteg stolzierten, begannen zwei Hetenpärchen am Ende des Laufstegs genau das, was ich mitten vor einer Bühne schon immer einmal mit meinem Mann tun wollte: F***en! Logisch, dass mein Freund und ich den Heten kurz darauf demonstrieren mussten, wie dieses Spiel in der schwulen Variante aussieht. Die Details könnt ihr euch selbst ausmalen. Ich fand es einfach megageil und unsere Zuschauer genossen die Show. Den offiziellen S/M-Shows mit Peitschen und Schmerzen konnte ich weniger abgewinnen, aber Sex soll jeder so ausleben, wie es ihm gefällt. Schön an der Fetischszene ist für mich die Toleranz, die es unterschiedlichsten Geschmäckern erlaubt, miteinander Party zu feiern, auch wenn man nicht alles gutheisst, was andere tun.

Leider ging auch diese Party viel zu schnell zu Ende und als um Punkt 6 das Personal den DJs den Saft abdrehte, blieben nicht nur die Klänge des letzten Songs ziemlich verdutzt an den Wänden hängen.

Ich hoffe, dass diese Party Gays und Heten wieder ein Stückchen näher gebracht und vielleicht auch Zürich wieder etwas für erotische Partys geöffnet hat.

10.11.2016

BjoernSunshine

BLUTT im Kauz - Zeigen uns die Heten wie schwule Partys gehen?

Als mir ein Freund diesen Flyer zeigte, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da lamentieren wir seit Jahren über die Prüderie der schwulen Zürcher Partyszene und nun macht ein in der Gayszene völlig unbekannter Technoclub namens "KAUZ" so einen oberschrullig geilen Flyer mit diesem köstlichen Text:

Der Keller war gefüllt mit Fleisch, in der Luft die unverkennbare Mischung aus Leder und frischem Schweiss. Der kollektive Fieberzustand war bis in die letzte Ecke spürbar, die Wände tropften und die Gürtelschnallen klinkten. Sie waren immer schon ihre wortwörtliche Crème de la Crème einer guten Runde, einer enthemmten Nacht, eines ausgelassenen Raves gewesen. Höchste Zeit also unseren blutten Brüdern und harten Schwestern, unseren Transen, Bären, Twinks und Daddies eine Nacht zu widmen.

b - l - u - t - t
weird disco, gloomy techno and horny dancers

Sano (Cómeme, Barcelona)
Luigi di Venere (Cocktail d'Amore, Berlin)
Piet Møbler (Cosmic Sound Bubbles, Zürich)



Ich konnte es schlicht nicht glauben, und da schon häufig in der Zürcher Partywerbung das Blaue vom Himmel herab versprochen wurde, ohne die Ankündigungen zu halten, habe ich beim KAUZ nachgefragt:

"Liebe(r) KAUZ,
Nackt tanzen im prüden Zürich, wo in jedem "normalen" Laden die Security schon Amok läuft, wenn man nur sein T-Shirt auszieht? Bitte klärt mich auf. Meint ihr alles ernst was da steht? Wird das tatsächlich eine geile Nacht wie früher im Laby oder in Berlin? Oder ist es nur wieder so ein Werbegag wo dann doch nur alle im Pulli rumstehen und verschämt in ihre iPhones glotzen."


Kauz antwortet:
"Wir meinen es ernst, Ja. Natürlich können wir nicht voraus sagen, was in der Nacht alles passieren wird, denn der Abend findet zum ersten Mal statt und letztendlich liegt es auch an der Crowd, die sich da einfinden wird. So viel steht aber fest: Es wird niemand aus dem Club geworfen, weil er keine Kleider trägt oder sich amüsiert. Wir sind alle gespannt."

Wir auch. Jungs, unbedingt hingehen!


B-L-U-T-T
Samstag 12.11.2016 ab 21 Uhr

KAUZ
Ausstellungsstrasse 21, 8005 Zürich

 

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