ZÜRIGAY SZENE

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16.04.2007

BjoernSunshine

Wahltag ist Zahltag

Gestern wählte Zürich einen neuen Kantons- und Regierungsrat. Dabei verlor die SP ein Drittel ihrer Sitze (neu: 36, -17). Gewinner sind Grünliberale (neu 10, +10) und Grüne (19, +5).

Die SP, die in Zürich mit Stadträtin Esther Maurer für das Polizeidepartement und somit für all die Einschränkungen des schwulen Lebens, die Klubschliessungen und persönlichkeitsverletzenden Kontrollen verantwortlich zeichnet, hat nun die Quittung für ihre entmündigende Politik erhalten. Wir Gays sind eben nicht nur kleine Kinder und Junkies, die keine Wahlzettel ausfüllen können. Wir sind liberal denkende Bürger, die ihre persönliche Freiheit lieben. Und, liebe SP, vielleicht motiviert man wirklich keine Wähler, indem man ihnen an ihren Parties den Strom abdreht, den Sex verbietet und ihnen mit der Taschenlampe unter die Genitalien leuchtet.

Martin Bäumle und den Grünliberalen gratulieren wir ganz herzlich zum Wahlsieg! Und wir möchten die GLP daran erinnern, dass das L von Liberal nicht nur für die Wirtschaft sondern auch für die Sozialpolitik steht.

Wer sich für unsere politischen Ideen interessiert, findet hier ein paar Denkanstösse: LSP - Die Idee einer neuen liberal-sozialen Partei

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BjoernSunshine
 Die Redaktion dankt kuhzahler für den witzigsten Beitrag des Jahrhunderts!10 years ago
kuhzahler
 biste schwul oda was10 years ago
Spyy21
 sorry, mein lieber, ich habe nie von ignoranz gequatscht. aber wenn man deine texte so liest, geht dir hauptsächlich nur um die drogen und die darkrooms. aber dies mit schwulenfeindlichkeit in verbindung zu bringen, ist auch nicht das gelbe vom ei. die clubs wurden grundsätzlich wegen verdacht auf drogenhandel geschlossen. und drogen sind nun mal illegal. und für legalen drogenkonsum geh ich nicht auf die strasse, weil das nichts mit den rechten der schwulen zu tun hat, sondern weil ein paar glauben, sie müssten die schwule community für eigennützige zwecke missbrauchen. toleranz beruht auf nehmen und geben, und wenn jeder nur nimmt und nichts gibt, haben wir hier ein wildes durcheinander das nicht mehr in den griff zu bekommen ist. es soll von mir aus, jeder seine vorlieben leben können, aber wer dies an öffentlichen orten tut, muss ich bewusst sein, das er grenzen von anderen überschreitet, der für den anderen nicht mehr tolerierbar sind. so wie wir von den heteros erwarten, das sie uns respektieren und tolerieren, müssen wir tolerieren und respektieren, das sich nicht jeder in jedem ausmass damit abfinden kann, das es uns gibt. deshalb ist provokatives verhalten fehl am platz und bewirkt das gegenteil von toleranz. denn wie erwähnt, wenn sich zwei männer küssen schreit inzwischen in keinem noch so konservativen dörfchen ein hahn danach. und das ist schon viel wert. aber wer meint, er müsse einen draufsetzen, in dem er an öffentlichen/belebten ort rumpoppen muss, sei es heteros oder homos, der überschtreitet grenzen die für viele nicht tolerierbar sind. und das haben wir zu akzeptieren. auch wenn die schweiz nicht so gross ist, haben wir dennoch viele plätze in der natur, wo wir das machen können, ohne das wir jemanden stören, resp. unser treiben direkt unter die nase binden müssen.14 years ago
Andrin
 ich bin auch der ansicht, dass partys und clubleben nicht alles sind. für mich stimmt ein mix - mal zeit mit meinem partner verbringen, auch mal in die oper, mal an ne party, mal mit freunden essen gehen...
es ist nicht jeder, der gerne an eine party geht, ein "asozialer drögeler", und auch wer lieber zu hause bleibt, muss deswegen kein spiesser sein.
aber doch soviel zu den "schwulen" grundwerten: am CSD ging's tatsächlich um die anerkennung und gleichstellung der homosexuellen liebe. weil nämlich der nötige respekt und die toleranz in der gesellschaft fehlte, menschen, die nicht der norm entsprachen, zu respektieren. wir sollten deshalb unter uns schwulen schon wenigstens einen gewissen respekt wahren, und auch die bunten vögel und party people ihren lifestyle leben lassen. es sollte schon jedem selber überlassen sein, wie er sein leben gestalten will, solange er niemandem anderen dabei schadet.

Dass jemand nicht beim sex zusehen will, heisst noch lange nicht, dass sex an den dafür vorgesehenen plätzen - z.b. in darkrooms - verboten gehört.

Dass schwule lokale - egal welche - wegen "sitte und ordnung" schliessen müssen, sollte uns schwule schon nicht egal sein. wenn in schwulen lokalen erotik verboten ist - wieso bekommen denn hetero striptease lokale eine genehmigung? wenn ein fast neuer moderner gay club (labyrinth) die hygieneanforderungen der stadt angeblich nicht erfüllt und schliessen muss, wieso müssen dann nicht fast alle kneipen und hetero tanzclubs, die genau gleich "hygienisch" sind, auch schliessen?

Ich denke, wir sollten die augen nicht verschliessen vor der neuen zürcher realität und auch nicht-szene-gänger sollten über die neuen schikanen gegen homosexuelle besorgt sein und den "szenegängern" nicht in den rücken fallen, nur weil diese einen anderen lebensstil pflegen.

ich bin auch sicher, dass wenn wieder verhältnismässigkeit und eine gewisse toleranz herrschen, so dunkle satire wie der "nulltoleranz"-bericht von kjell unnötig wird und bald wieder der vergangenheit angehört. an gesprächsbereitschaft seitens schwulen liegt es jedenfalls nicht: auch jetzt wird wieder versucht, auf dem verhandlungsweg eine gütliche lösung für gaybetriebe und die stadt zürich zu finden. ich wünsche allen dabei einen kühlen kopf und den nötigen respekt. Gegenseitige "nulltoleranz" führt ja wirklich zu nichts.14 years ago
BjoernSunshine
 Es ist offensichtlich, dass nicht alle Gays an Parties gehen und ausser Haus herumvögeln. In den Umfragen hatten wir ja Zahlen dazu.
Nur bitte ich diejenigen unter euch, die sich gerne von "der Szene" distanzieren, zu bedenken, dass ihr all eure gleichen Rechte niemals erreicht hättet, wenn nicht auch viele Szenejungs jahrelang für euch auf die Strasse gegangen wären. Ein Bisschen Solidarität wäre eine nette Gegenleistung, statt nur pauschal zu behaupten, jeder, der gerne an Parties gehe, sei ein jämmerlicher Ignorant.14 years ago
Spyy21
 lieber kjell

ich find es traurig, wenn das leben eines gays nur aus darkrooms, drogen und sex besteht. ist das wirklich euer leben? nennst du das individualität, identität?! sorry, aber ich glaube die schwule community hat wichtigere aufgaben, als sich für die legalisierung von drogen stark zu machen oder für darkrooms. ich kann genauso ohne drogen spass haben und kann auch sehr gut ohne darkroom leben, ohne gleich ein spiessbürger zu sein. aber ich weiss das es wichtigere dinge im leben gibt. ich hab keine lust wie wild rumzupoppen und mit 50, 60 alleine dazustehen. ohne partner, ohne sicherheit. wenn du das willst, deine sache, aber nicht meine. denn das leben findet drausen im alltag statt, und nicht in clubs und darkromms. und um die rechte im alltag, sind die, für die wir kämpfen. und für die bin ich jeder zeit bereit, auf die strasse zu gehen. aber sicher nicht für darkrooms und die legalisierung von drogen. und darum ging es auch ursprünglich nie beim CSD, sondern alleine um anerkennung und rechte für die gleichgeschlechtliche liebe. und dazu braucht es weder drogen noch darkrooms. so jämmerlich kann man doch echt nicht sein. also mein mitleid bekommst sicher nicht. 14 years ago
BjoernSunshine
 Die Gaysaunas und Gayveranstalter sind in einem Verein (VEGAS) organisiert, der seit der Schliessung des ersten Darkrooms vor anderthalb Jahren versuchte, in Gesprächen mit der Stadt eine Lösung zu finden. Wie wir berichtet haben, haben diese Gespräche leider zu keinem Ergebis für die Partyszene geführt. Die Polizei toleriert nun zwar Gaysaunas, stellt sich aber auf den Standpunkt, dass jeder noch so kleine Raum polizeilich überwacht und gemäss den Masstäben der ganzen Gesellschaft nach Sitte und Ordnung (§17 Gastgewerbegesetz) funktionieren muss. Darkräume müssen aus dem Gastwirtschaftsbetrieb ausgelagert und speziell bewilligt werden. Eine Auflage, die nicht nur Erotik und Spontanität kaputt macht, sondern die auch kaum ein Klub erfüllen kann.
Jeder, der die Szene kennt, weiss dass Sitte und Ordnung ein Gummiparagraph ist, der bei strenger Auslegung fast jeden Spass vernichten kann. Früher galt die ungeschriebene Regel, dass die Polizei die Interessen der Betroffenen schützen soll. Doch wer ist betroffen, wenn in einem Schwulenclub oder auf einer abgelegenen Wiese Schwule Sex haben, oder jemand an einer Party einen Joint rauchen will? Niemand anders als die Partygäste selbst. Und die haben sich noch nie beschwert. Doch seit Esther Maurer so lautstark erklärt hat, dass es keine rechtsfreien Räume geben darf, hat die Polizei in jedem Klub ihre Spitzel, verfolgt jeden noch so kleinen Fehltritt aus Prinzip und kriminalisiert so die halbe Bevölkerung. Und mittlerweile scheint es auch in Zürich Prinzip zu sein, beim Nachbarn krampfhaft nach Fehlern zu suchen.

Zürichs Polizei ist eine Feuerwehr, die statt Brände zu löschen, nur noch Wasserschaden anrichtet.

Da dies aber niemandem in der Regierung aufzufallen scheint, und alle freundlichen Dialogversuche fruchtlos blieben, greifen wir nun zur Provokation. Leider haben die meisten vergessen, dass der CSD an den Tag erinnert, als sich die Schwulen mit einem Aufstand gegen die Razzias in der Stonewall-Bar erfolgreich wehrten. Damals war die Szene noch vereint. Heute gehen die Gays wohl erst auf die Strasse, wenn ihnen jemand das Handy sperrt. 14 years ago
dadazen
 kann mich dem, was spyy 21 geschrieben hat, nur anschliessen, er spricht mir aus dem herzen.
durch provokation erreichen wir wenig bis gar nichts mehr, das wirkt sich meiner meinung nach nur kontraproduktiv aus. die akzeptanz der schwulen wird doch nicht dadurch gefördert, das man wie wild versucht auf sich aufmerksam zu machen und sich kategorisch abzugrenzen. dafür ist das schwule leben schon zu stark in der gesellschaft integriert und viele bürger stossen sich nicht mehr an unserer "lebensart" (nicht nur in zürich, sondern auch in meiner heimat dem wallis). Und woher kommt das? weil wir gezeigt haben, das wir menschen sind, mit ecken und kanten (wie jeder hetero übrigens auch), das wir gerne party feiern (wie jeder hetero auch), das wir aber auch brav zu hause sitzen und uns als regeln und gesetze halten können (wie jeder hetero auch). kurz gesagt, dass wir in der lage sind, ein völlig "normales" (nicht wertend gemeint) leben führen zu können. klar, normal gilt als bieder, und ich habe auch nichts dagegen, wenn jemand harte drogen konsumiert. aber man muss dann auch bereit sein, die konsequenzen zu tragen, unabhängig davon, welches geschlecht man bevorzugt!!

falls aber in zürich willkürlich und unverhältnismässig gegenüber schwule clubs vorgegangen wird, macht mich das traurig und wütend...
mein vorschlag wäre aber zuerst das gespräch suchen, nicht gleich provozieren. das heisst, saubere ausgangsanalyse, gespräch mit der stadt, aufzeigen von gemeinsamen lösungen und massnahmen etc. damit zeigen wir, dass wir bürger sind, die für unsere rechte einstehen, aber im sinne einer gemeinsamen lösung auch verantwortung tragen können...

und damit schliesse ich mein wort zum sonntag und geniesst das schöne wetter...
lieber gruss Dani14 years ago
Spyy21
 lieber kjell

ich frage mich, welche identität, kultur und individualität du meinst? nennst du oberflächliches, kollektives bestreben jedes erdenkliche klischee des schwulen mannes zu erfüllen kultur? individualität? wenn ich nur zugedröhnt mit drogen individuel sein kann, dann ist das mehr als nur jämmerlich. du forderst gleichberechtigung u. toleranz, hast aber was gegen hetero kleider? dann sei dir mal gesagt, das der einzig unterschied zw. homo und hetero darauf beruht, das wir das gleiche geschlecht und nicht das andere lieben. das hat nix damit zu tun, wie ich mich anziehe, was ich mache. nur weil ich schwul bin, muss ich mich nicht schwul anziehen. wer das glaubt, der gibt seine identität, individualität auf. denn so oder so, bleibt man der mensch, den man schon immer war. das eine schliesst das andere nicht aus und umgekehrt. ich kann mit meinem partner noch in so einem konservativen kaff händchen haltend rumlaufen, es kräht kein hahn danch. aber wenn man das gefühl hat, man erreiche was damit, wenn man provokativ in der natur sex hat, wo die die halbe welt zuschaut, dann hat das nix mit freiheit zu tun. ich habe weder einem hetero, noch homo paar, lust beim sex zu zuschauen. dafür gibt es genug plätze die weniger bewandert sind. denn mit provokation erreicht man in der politik genau nix. es ist ein zeichen von viel heisser luft, ohne festen boden. stattdessen sollten die leute, die in den foren über die schweizer politik motzen, statt das ganze weekend nur auf party, sex und drogen setzen, sich mal mit politik beschäftigen und nicht zu faul sein, den wahl-/stimmzettel auszufüllen und abzugeben. denn dort wird politik gemacht, nicht in der disco oder hier im chatforum. deshalb wird auch die idee von KALU mit dem trauerumzug nie funktionieren. der CSD hat wenig mit dem ursprung zu tun, sondern ist eine weitere grosse party, an der bars und clubs ihren umsatz steigern. da aber trauer und party schlecht zusammen passen, werden die bars und clubs nicht mitmachen. wer verzichtet schon gerne auf seinen umsatz. oder welcher klischee typische schwule verzichtet schon auf ne weitere grosse party wegen ein bisschen politik? solange für euch party, drogen und sex im vordergrund steht, statt die eigentlichen rechte, schadet ihr der schwulen community mehr, als ihr ihr nützt. also zeigt mehr solidarität unter euch und engagiert euch mehr für die politik. denn dadurch ändert ihr was, nicht durch sinnlose provokation, was du unter kultur und (falscher) identiät bezeichnest.14 years ago
rolifan
 eine LSParti würde ich sofort wählen. Ich denke, insbesondere viele GLS würden endlich eine valable Alternative zu den herkömmlichen Parteien finden. Zwar hat es die GLP Gründliberale Partei mit Erfolg versucht, nur ist immer noch nicht ganz klar, ob die GLP einfach nur frustrierte SPler rübergezogen hat oder woher genau die Stimmen kamen. Sicher ist, dass von der GLP die Sozialpolitik noch nicht so ganz klar definiert wurde.
Somit könnte eine LSP mit liberalem (wer sich darüber nicht im klaren ist, soll Bücher über die Geschichte des Liberalismus in der Schweiz lesen - ist unglaublich interessant) und sozialem Gedankengut + natürlich oekologischer zukunftsorientierter Vernuft sehr gute Chancen haben. ICH würde sie unterstützen.14 years ago
BjoernSunshine
 Den Vorstoss zur Legalisierung des Drogenkonsums haben wir ja hier ausgiebig diskutiert und fast alle Wissenschaftlern sind sich einig, dass die aktuelle Politik am Ende ist, weil die Bezeichnung von Legal-Illegal rein gar nichts mit den Auswirkungen auf die Gesundheit zu tun hat. Frau Maurer kann keine Gesetze machen, aber sie hat die Macht zu entscheiden, wo man Schwerpunkte setzt. Ich kritisiere nicht, dass Sie ihre Arbeit macht. Ich kritisiere, dass die Kriminalisierung der Partyszene in keinem Verhältnis steht. Die Jungs wollen ja nur feiern und sie werden behandelt wie Verbrecher. Die Neonazis, die das Cranberry überfallen haben, lässt man jedoch laufen. Ist das etwa Gerechtigkeit?14 years ago
bernerc
 Hallo Kjell,

Ich denke du greifst wirklich die falsche Seite an. Ist es nicht die SP, die schon mehrere Versuche gestartet hat, die Drogenpolitik zu liberalisieren? Vorallem den Drogenkonsum wollte die SP schon mit mehreren Vorstössen straffrei machen. Leider ist dies immer kläglich an anderen Mehrheiten gescheitert. Heute hat sie eingesehen, dass die Zeit nicht reif ist, mit solchen Vorstössen würde die Wahlschlappe noch deutlicher ausfallen. Eigentlich spricht es doch für Esther Maurer, dass sie den Polizeiauftrag im Sinne des Gesetzes ausführen lässt. Ganz bestimmt könnte man mit ihr persönlich über eine Gesetzesänderung diskutieren, aber dies ist nicht ihre Aufgabe als Executiv - Stadträtin. Diese Razzien, die in letzter Zeit in unseren Clubs und Bars durchgeführt wurden, geschahen immer auf Grund von Anzeigen aus der Bevölkerung. (Vielleicht ja vom jeweiligen Konkurrenzclub-Besitzer, smile) Wenn sich da Frau Maurer dagegen stark machen würde, wäre dies ja ihr politisches Ende. Leider ist Drogenkonsum immer noch ein krimineller Akt und dies müssen wir halt demokratisch akzeptieren. Die Tendenz geht zur Zeit eher noch in die Richtung von Verschärfung der Gesetze. (USA als Vorbild) Hoffen wir doch auf jemanden, der wieder den Mut hat eine sinnvollere Drogenpolitik, mit neuer Gesetzgebung vorzuschlagen. Wahrscheinlich ist es ja wieder die SP.

Liebe Grüsse14 years ago
BjoernSunshine
 Hallo dadazen
Als Student war ich auch noch ein guter SP-Wähler. Seit ich aber selbstständig bin und weit über 8 Stunden am Tag für meine Firma arbeite, bin ich nicht mehr Fan einer Partei, wo leider die meisten Genossen die Funktionen der modernen Marktwirtschaft nicht begreifen. Die SP schmeisst nun mal in vielen (gut gemeinten) Projekten das Geld zum Fenster raus und merkt nicht, wenn ihre Ideen von Schmarotzern ausgenutzt werden. Wirtschaftlich wäre ich eher auf der Linie der FDP. Die hat jedoch zuviele vermögende Mitglieder und ist deshalb auf der gesellschaftlichen Seite erzkonservativ.
Ich bin der Meinung, dass eine Stadt wie Zürich eine etwas linkslastige Regierung braucht. Denn ginge es nach den Bürgerlichen, bestünde wohl die Kulturszene nur aus Volksmusik und Geranienkästen. Eine blühende Kulturszene (und dazu zähle ich auch Parties, Konzerte, usw.) braucht etwas Freiraum, um sich kreativ entwickeln zu können. Hätte in den 68ern niemand mit Drogen experimentiert und sexuelle Fantasien ausgelebt, wären grosse Teile unserer Kultur nie entstanden und es gäbe wohl weder Homoehen noch Frauenstimmrecht. Auch die ganze Technoszene, die mit der Street Parade einen riesigen Beitrag zum Zürcher Tourismusgeschäft geleistet hat, wäre ohne Ecstasy niemals so gross geworden.
Dass nun aber ausgerechnet unter Führung einer linken SP-Politikerin im Polizeidepartement die Partyszene derart unverhältnismässig unterdrückt, alles kontrolliert und geregelt, und überall der Sex verteufelt und verboten wird, zeigt mir, dass die SP nur noch die Grundsätze des mächtigen Sozialstaates verfolgt, aber nicht mehr für eine liberale Gesellschaft einsteht.
Ganz persönlich kommt hinzu, dass ich einfach sauer bin, dass die Polizei unter SP-Führung uns erwachsene Gays dauernd behandelt wie Kleinkinder. Wir sind nette Leute, zahlen Steuern, fallen niemandem zur Last und wollen nur mal eine Party feiern. Da gibt es unaufgeklärte Gewaltverbrechen, Einbrüche, Diebstahl und Betrug und die Polizei hat nichts besseres zu tun, als Partyklubs und Darkrooms zu kontrollieren und uns ehrlichen Leuten den Spass zu verderben...14 years ago
dadazen
 hey Kjell

deine Abneigung gegenüber der SP muss ja tief sitzen. Hat sie dich so verletzt? Nun ja, ich war auch kein Fan der Einheitskasse, aber der Vorwurf, dass überall dort, wo Gewerkschaften stark sind (z.B. Deutschland), höhere Arbeitslosenzahlen herrschen, ist meiner Meinung nach nicht haltbar. Dies hängt mit vielen anderen Gründen zusammen (Struktur, Vereinheitlichung Ost und West etc.). Sicherlich hat die SP Fehler gemacht (welche Partei nicht??), trotzdem bleibt sie gesamtschweizerisch eine absolute Option, denn wer will schon von einer rein bürgerlichen Mehrheit regiert werden. Ich jedenfalls nicht...

Zu den restriktiven Handhabungen gegenüber den Zürcher Schwulenclubs kann ich mich nur bedingt äussern, weil ich die Umstände nicht kenne. Ich verkehre aber nun auch seit einiger Zeit bereits in der Zürcher Szene (wenn auch nicht so häufig) und wurde noch nie kontrolliert oder musste negative Erfahrungen sammeln. Und was illegal ist, soll meiner Meinung nach auch so behandelt werden, völlig unabhängig davon, ob es sich um Schwule oder Heteros handelt. Da darf kein Unterschied gemacht werden. Falls aber willkürlich und unverhältnsimässig gegenüber schwulen Clubs vorgegangen wird, lehne ich dies natürlich auch strikte ab.

Gruss Dani
14 years ago
BjoernSunshine
 Natürlich, lieber Skater, besteht das Leben aus vielen anderen Dingen. Z.B. Freunde, Natur, Arbeit, Sport, Musik, Kultur, ... Nur gibt es bei all diesen Dingen keinen Unterscheid zwischen Hetero und Schwul, weshalb man sie auch nicht auf einer homoSEXuellen Homepage wie ZÜRIGAY diskutieren muss. Glücklicherweise muss ich hier nicht darum kämpfen, Snowboarden oder ins Theater gehen zu dürfen. Das ist zum Glück noch erlaubt.
Leute, die ein angepasstes Bünzlileben führen, nie an Parties gehen, nie einen Joint rauchen, nie zu lange parken, nie den Sinn eines Gesetzes hinterfragen und nie ausserhalb des Schlafzimmers Sex haben, können ja ungehindert in Zürich leben. Nur leider bringen mich solche Leute irgendwie nur zum gähnen.14 years ago
hotguy
 Wäre Esther Mauer nicht, hätte ich weiterhin SP gewählt. Denn eigentlich hat diese Partei am meisten für uns getan. Aber mit solch einer christlich-konservativen Stadträtin kann ich einfach nichts anfange. Warum ist sie überhaupt noch in der SP? Die EDU oder zumindest die EVP wäre doch die richtige Partei für sie.14 years ago
skater98
 besteht das Leben und aus Sex und Partys? Oder gibts doch noch andere Werte? Also wenns dann nur noch darum geht, dann tust du mir leid kjell!!14 years ago
BjoernSunshine
 Hallo dadazen
Natürlich hatte ich auch noch andere Gründe, nicht mehr SP zu wählen. Die SP vertrat tatsächlich einmal eine liberale Gesellschaftspolitik. Und mit "liberal" meine ich freiheitlich. So dass jeder seine Kultur ausleben darf und in der Gesellschaft eine Chance haben soll. Heute legt die SP jedoch Leuten, die etwas leisten wollen, statt Chancen mehr Steine in den Weg und versteift sich darauf, das Geld für ineffiziente Strukturen zu verschleudern. Bsp. Einheitskrankenkasse: Leute, die wie ich nur im absoluten Notfall zum Arzt gehen, hätten massiv drauf gezahlt, während für gewisse Kreise jeder Anreiz zu sparen weggefallen wäre. Bsp. Gewerkschaften: Die vertreten bekanntlich die Arbeitnehmer und nicht die Arbeitslosen, setzen sich also dafür ein, dass Leute, die Arbeit haben, unabhängig von ihrer Leistung, möglichst viel Lohn kassieren. Wenn die Firma deshalb Stellen abbauen muss, ist das den Gewerkschaften egal, denn wer seinen Job verliert, ist auch nicht mehr in der Gewerkschaft. Fazit: überall wo die Gewerkschaften stark sind (z.B. Deutschland) ist die Arbeitlosenzahl hoch und in allen Betrieben mit einem GAV wird bessere Leistung nicht belohnt.
Die SP schafft Gleichberechtigung, indem sie Leute dran hindert, weiter zu kommen. Noch vor 3 Jahren hatten wir viel geilere Parties und mehr Sex als alle Heteros. Heute hat man uns einnivelliert. An unseren Parties muss Sitte und Ordnung herrschen. Und Freiräume für schwulen Sex (z.B. Werdinseli) darf es auch nicht mehr geben, denn schliesslich muss der hinterste und letzte Quadratmeter in Zürich familientauglich sein.
Das alles hat mit liberaler Gesellschaft nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit Staats-Allmacht auf Kosten der Individualität und dem berühmten Giesskannenprinzip. Wir haben zwar (auch dank der SP) weitgehende juristische Gleichberechtigung erhalten, mussten dafür aber fast alles aufgeben, was unsere Kultur im Gegensatz zum Durchschnittsbünzli erreicht hat. Die gleichen Rechte gibt man uns nur, wenn wir uns anziehen wie Hetis, Parties feiern wie Hetis und unsere ganze Identität aufgeben.14 years ago
dadazen
 Die Krise der SP-Zürich (wie die SP Schweizweit abschneidet, wird sich im Herbst zeigen) liegt meiner Meinung nach nicht primär in der restriktiven Handhabung gegenüber den Schwulenlokalen. Die SP hat es vielmehr verpasst, themenorientiert zu politisieren und es fehlt ihr wohl auch an den geeigneten Köpfen. Aus diesen Gründen habe auch ich zum ersten Mal den Grünliberalen meine Stimme gegeben. Denn Oekologie und Wirtschaft muss sich nicht ausschliessen. Bin gespannt, ob sich die Grünliberalen auch Schweizweit in Szene setzen können. Zumindest hoffe ich dies. Und: Immerhin hat sich die SP immer stark für die Gleichberechtigung von Homosexuellen eingesetzt. Das sollte fairerweise nicht vergessen werden. Und der Ausgang in Zürich bleibt für mich als Ex Walliser immer noch unerreicht...ob mit oder ohne Kontrollen...14 years ago

 

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